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Göttingen Welternährungsprogramm warnt: Corona verschärft globale Hungerkrise
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Welternährungsprogramm warnt: Corona verschärft globale Hungerkrise

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10:46 19.10.2020
Eine Frau sammelt im Südsudan Hirse vom Boden auf, die in Säcken vom Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen über der Stadt Kandak abgeworfen wurden. Quelle: Sam Mednick/AP/dpa
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Rom, Genf

Das Welternährungsprogramm (WFP) erhält in diesem Jahr für seine Arbeit im Kampf gegen den Hunger den Friedensnobelpreis „für die Bemühungen zur Bekämpfung des Hungers, für den Beitrag zur Verbesserung der Bedingungen für den Frieden in von Konflikten betroffenen Gebieten und als treibende Kraft bei den Bemühungen, den Einsatz von Hunger als Waffe für Krieg und Konflikte zu verhindern“.

Das WFP arbeitet unermüdlich daran, über den Hunger in der Welt aufzuklären. Aktuell steigen die Zahlen: Die Corona-Pandemie verschärfe nach Angaben des WFP die globale Hungerkrise. Für Millionen von Menschen in armen Ländern sei eine einfache Mahlzeit unerschwinglich geworden, warnte das Programm der Vereinten Nationen vergangene Woche in Rom.

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Der WFP-Bericht „Kosten für einen Teller Essen 2020“ zeige, in welchen Ländern eine einfache Mahlzeit, etwa Reis mit Bohnen, im Vergleich zum Einkommen der Bevölkerung am teuersten ist. Ganz oben auf der Liste stehe der Südsudan, wo die Zutaten für eine einzige Mahlzeit 186 Prozent des Tageseinkommens eines Menschen ausmachen.

17 der 20 Länder mit Hunger liegen in Afrika

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie sei der Teil des durchschnittlichen täglichen Einkommens, den Südsudanesen für eine einfache Mahlzeit ausgeben müssen, um gut ein Viertel gestiegen. Von 20 in dem Index erfassten Ländern liegen 17 in Afrika südlich der Sahara.

WFP-Exekutivdirektor David Beasley betonte, dass die bedürftigsten Menschen die härtesten Auswirkungen der Krise zu spüren bekämen. Quelle: AP

WFP-Exekutivdirektor David Beasley betonte, dass die bedürftigsten Menschen die härtesten Auswirkungen der Krise zu spüren bekämen. Schon vor der Corona-Pandemie seien die Menschen mit der schlimmsten humanitären Krise seit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert gewesen, sagte er. Durch die Pandemie drohe nun eine humanitäre Katastrophe. Um die Pandemie einzudämmen, schlossen die Länder ihre Grenzen und vorübergehend viele Betriebe. Die Beschränkungen und Verbote lösten die schlimmste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten aus.

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In dem Bericht wird auch betont, dass Kriege in vielen Ländern eine zentrale Hungerursache seien. Menschen würden aus ihrem Zuhause, aus ihrem Land und von ihren Arbeitsplätzen vertrieben. Dadurch verlören sie Einkommen und könnten sich keine Nahrungsmittel mehr kaufen.

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Von lel mit epd