Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Wendebachstausee: Niedernjesa fürchtet um zugesagten Hochwasserschutz
Die Region Göttingen Wendebachstausee: Niedernjesa fürchtet um zugesagten Hochwasserschutz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 10.03.2013
Von Ulrich Schubert
Dauer-Sorge in Niedernjesa: Wenn sich der Wendebachstausee füllt und das Leine-Wasser steigt, haben die Bewohner Angst.
Dauer-Sorge in Niedernjesa: Wenn sich der Wendebachstausee füllt und das Leine-Wasser steigt, haben die Bewohner Angst. Quelle: Heller
Anzeige
Friedland

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft und Küsten und Naturschutz (NLWKN) hatte auf Tageblatt-Nachfrage darauf hingewiesen, dass ein zusätzlicher Hochwasserschutz für Niedernjesa „formal nicht Bestandteil“ der jetzigen sogenannten Planfeststellung zum Damm-Projekt sei.

Genau darauf aber hatten vor allem die Friedländer im Vorfeld immer wieder gedrängt: Wenn die noch nie funktionierende Talsperre wie geplant verkleinert wird, müsse Niedernjesa endlich zusätzlich vor Hochwasser geschützt werden – auf Kosten des Landes.

Der NLWKN hatte vergangene Woche Initiativen und Verbände eingeladen, um gemeinsam ihre Anregungen und Sorgen zum Umbau des Staudamms zu erörtern. Auf dieser Basis wird dann entschieden, ob und wie die Pläne genehmigt werden. Dabei gehe es nur um die Talsperre selbst, nicht um Hochwasserschutz für Niedernjesa, hatte eine Sprecherin betont.

Machtwort erwartet

Ist das „massive Wahrnehmungsstörung oder totale Amnesie?“, fragt und protestiert zugleich Friedlands Gemeindebürgermeister Andreas Friedrichs (SPD). „Wir sind ziemlich fassungslos und erzürnt, wie hier über zahlreiche Bedenken der Anrainer hinweg entschieden wird“, ergänzt für die SPD im Gemeinderat Fraktionschefin Margot Blotevogel.

Und auch die Vorsitzende der CDU-Fraktion im Rat, Annette Wollenweber, äußert „große Verwunderung“ darüber, dass der Schutz Niedernjesas offenbar keine Rolle mehr spiele.

In unzähligen Gesprächen mit Landtagsabgeordneten aller Fraktionen und im Beisein des damaligen Umweltministers des Landes hätten alle Beteiligten den Hochwasserschutz für Niedernjesa in diesem Verfahren anerkannt, betont Friedrichs. Dazu gebe es schriftliche Vermerke. An solche Absprachen müsse sich sogar ein Landesbetrieb halten.

Auch die SPD erwarte jetzt „ein Machtwort des neuen Umweltministers Stefan Wenzel (Grüne)“, so Blotevogel. Bei einem Vorstellungstermin der Pläne in Niedernjesa sei der Bevölkerung „noch vorgegaukelt“ worden, man werde „selbstverständlich“ den Hochwasserschutz mit einbeziehen müssen, ergänzt der Ortsbürgermeister Jürgen Rozeck (SPD). Nach der Wahl solle die neue rot-grüne Landesregierung „endlich wie angekündigt zu ihren Kommunen stehen“, so Wollenweber.