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Göttingen Wenn das „BKA“ Rechner lahm legt
Die Region Göttingen Wenn das „BKA“ Rechner lahm legt
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19:40 19.08.2011
Von Jürgen Gückel
Am infizierten Rechner: Krystina und Guido Sottmann mit ihren Kindern Leon und Melina.
Am infizierten Rechner: Krystina und Guido Sottmann mit ihren Kindern Leon und Melina. Quelle: Thiele
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Bodensee

Die Sottmanns Terroristen? Nein, die Sottmans sind Opfer von Betrügern geworden, die mit einem aggressiven Computervirus Menschen dazu verleiten wollen, 100, 200 oder gar 1000 Euro zu überweisen, damit ihre angeblich behördlich gesperrten Rechner wieder freigeschaltet werden. Mag sein, dass es Menschen mit schlechtem Gewissen gibt, die wirklich zahlen. Die meisten zahlen vernünftigerweise nicht. Neben den Sottmanns sind das in Niedersachsen rund 1500, die Anzeige erstatteten. Die Polizei Göttingen registrierte inzwischen auch etliche Fälle in Duderstadt und Göttingen.

Schon im April hatte das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen vor dem Virus gewarnt, den man sich laut LKA-Sprecher Frank Federau ohne Virenschutz auf verschiedenen Internetseiten einfangen kann, „keineswegs nur auf Pornoseiten.“ Die Kriminellen nutzen die Diskussion um den „Bundestrojaner“, also die Onlinedurchsuchung von Rechnern durch das Bundeskriminalamt, um Nutzer zu verunsichern. Mit Sätzen wie „Es ist die ungesetzliche Tätigkeit enthüllt!“ versuchen sie zu bluffen und zu Überweisungen zu verleiten. Immer sollen das BKA-Logo und der Schriftzug Bundespolizei Eindruck machen. Auf keinen Fall aber solle man zahlen. Die Polizei würde niemals solche Methoden wählen, um Strafen zu verhängen.

Die Sottmanns haben das erkannt. Sie haben ein reines Gewissen und hoffen nun, dass jemand mit Computerkenntnis bei der Wiedererweckung ihres Rechners hilft.

Wie der BKA-Trojaner entfernt wird

Wer den Angriff auf seinen Computer und den Betrugsversuch mit dem BKA-Trojaner (Ransom Ukash) der Polizei anzeigt, erhält in der Regel ein Merkblatt, wie er die Schadsoftware von seinem Computer wieder entfernen kann, ohne dass Daten verloren gehen. Das ist auch mit dem sogenannten DE-Cleaner von Avira möglich, der im Internet unter botfrei.de erhältlich ist. Diese Software kann von einem nicht infizierten Rechner heruntergeladen und über einen USB-Stick oder eine CD für den geschädigten Rechner genutzt werden. Dieser muss dann unter Drücken der F8-Taste neu gestartet werden. Alles weitere auf der Seite blog.botfrei.de. Zusätzlich gibt es unter Telefon 02 31 / 1 89 26 50 eine Hotline, die werktags von 9 bis 21 Uhr besetzt ist.