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Göttingen Wenn sich die Perle mit dem Saft vermischt
Die Region Göttingen Wenn sich die Perle mit dem Saft vermischt
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06:19 19.03.2012
Junges Getränk: Besonders bei Schülern ist Bubble-Tea begehrt.
Junges Getränk: Besonders bei Schülern ist Bubble-Tea begehrt. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Bubble-Tea heißt das asiatische Kultgetränk, das jetzt auch Deutschland erobert. In kürzester Zeit sind in Göttingen drei Läden dieser Art eröffnet worden: Am Markt, in der Jüdenstraße und im Kaufpark. Ein Shop bunter und schriller als der andere.

Bubble-Tea wurde in Taiwan erfunden und entwickelte sich bald zum Trendgetränk, auch in Europa.

Bubble-Tea, ein sehr süßes Getränk, ist eine Art Shake aus Tee, Milch und Fruchtsirup. Als Besonderheit werden der Mischung kleine Perlen aus Tapioka oder einer anderen Speisestärke zugesetzt. Tapioka-Perlen seien eine typisch asiatische Zutat, erklärt Ren Zhen Chen vom „Popping Tea Shop“. In Göttingen würden die Kunden jedoch sogenannte Bobas bevorzugen. Das sind Kugeln, die einen flüssigen Kern aus Saft haben und im Mund zerplatzen.

Perlt: Bubble-Tea gibt es in unzähligen Sorten. Hinzmann

Bei der Auswahl von Geschmacksrichtungen sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Passionsfrucht oder Granatapfel mit Eis, Haselnuss mit Milch und vielleicht Erdbeerkugeln dazu – das sind nur zwei von vielen Möglichkeiten. Die Geschmacksnerven mancher kann dies beim Probieren durchaus überfordern: Unzählige Aromen, die allesamt relativ künstlich wirken, prallen aufeinander. Andere, wie Schüler Justin Kraft (16), sind gegenteiliger Meinung: „Am besten gefällt mir der Moment, wenn sich die Kugel mit dem Saft vermischt und zwei unterschiedliche Geschmäcker aufeinander treffen. Gestern habe ich mir meinen ersten Tee gekauft und heute probiere ich sofort eine andere Kombination.“

Trotz der sehr jugendlichen Aufmachung, lauter Musik und blinkender Disko-Beleuchtung, spricht der Laden am Gänseliesel auch Kunden anderer Altersgruppen an. Claudia Voigt (41) zeigt sich ebenso beeindruckt von der neuen Mode aus Fernost: „Ich bin Angestellte und arbeite gleich um die Ecke. Zusammen mit der Belegschaft komme ich mehrmals in der Woche hierher. Die Mitarbeiter sind immer sehr höflich, und der Tee schmeckt uns allen.“ XiXi und Ren Zhen planen derweil, wenn sich der Tee weiterhin so gut verkauft, eine zweite Filiale in Göttingen zu eröffnen.

Von Janina Kück

Bubble-Tea

Bubble-Tea wurde in Taiwan erfunden und entwickelte sich bald zum Trendgetränk, auch in Europa. Die Tapioka-Perlen, die den besonderen Reiz ausmachen, bergen jedoch Gefahren. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland (BVKJ) kritisierte das Getränk scharf und forderte Warnhinweise auf Bechern und Verpackung. Grund ist die gummiartige Konsistenz der Perlen. Im Gegensatz zu den Bobas lassen sich die Stärkekugeln nur schwer zerbeißen. Wenn sich Kinder an ihnen verschlucken und die Kugeln über die Luftröhre in die Lunge geraten, könne dies laut BVKJ zu einer Lungenentzündung und sogar zum Lungenkollaps führen.