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Göttingen Wespen machen Südniedersachsen zu schaffen
Die Region Göttingen Wespen machen Südniedersachsen zu schaffen
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00:20 28.07.2018
Lecker, Marmeladenbrot: Schädlingsbekämpfer berichten, dass es dieses Jahr deutlich mehr Wespen in Südniedersachsen gibt. Quelle: dpa
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Südniedersachsen

„Man stößt fast an seine Grenzen“, sagt Doris Rybak. Ihr Unternehmen, die IBO-Schädlingsbekämpfung, hat nach Rybaks Angaben allein im Juni mehr als 200 Anfragen wegen Wespen- und Wespennestern bekommen – im gesamten Sommer 2017 waren es ihr zufolge nur etwa 160. Deutlich mehr Anfragen als im Vorjahr bekommt auch Erhardt Rau von der Firma SBK-SNS. „So schlimm wie im Plagejahr 2013 ist es allerdings nicht“, schränkt Rau ein.

Mehr und größere Völker

Dabei profitieren die Wespen vor allem vom guten Wetter: Während im vergangenen Jahr der nasse und kalte Sommer die Wespenvölker limitiert habe, hätten sie in diesem Jahr ideale Bedingungen, sagt Alexander Pelzer, Insektenexperte beim Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Das führe zu mehr Wespenvölkern, aber auch zu größeren Nestern.

Imkerkleidung und Insektizid – ein Wespennest stellt Experten im Regelfall vor keine große Herausforderung. Quelle: dpa

Dem kommen Insektenjäger meist mit Hilfe von Insektiziden bei: „Wir nebeln das Nest, und dann geht die Population ein“, schildert Rybak das übliche Vorgehen. Die größte Gefahr drohe ihren Mitarbeitern schon bei der Suche nach den Nestern – denn dabei trügen sie oft noch keine Imkeranzüge und würden gelegentlich gestochen. Schmerzstillende und abschwellende Cremes gehören ihr zufolge deshalb zur Standardausrüstung der Schädlingsbekämpfer.

Nicht jedes Nest muss entfernt werden

Dabei muss nicht jedes Nest entfernt werden: „Wenn die nicht unmittelbar an Türen oder Fenstern hängen, kann man es auch lassen“, so Rau. „Bei einem Nest an einem Kindergarten muss man nicht lange diskutieren“, sagt er allerdings auch. Zugleich betont er, dass nicht jede Wespenart gefährlich und aggressiv sei: „Unter anderem die Sächsische Wespe ist sehr entspannt. Die würde ich hängenlassen“.

Das bestätigt Biologe Pelzer: Ihm zufolge sind nur zwei der insgesamt 50 in Norddeutschland verbreiteten Arten wirklich lästig, weil sie von Süßem und Deftigem angezogen werden. Die Deutsche Wespe und die gewöhnliche Wespe stünden nicht unter Artenschutz und könnten, sofern ein juristischer Grund vorliegt, entfernt werden.

Obacht beim Artenschutz

Auch wegen des Artenschutzes rät Rau dazu, im Fall eines lästigen Wespennests im Zweifelsfall einen Experten hinzuzuziehen, um die Art zu bestimmen. Das gelte ebenfalls für die Nester von Hornissen, die sich in auch in Südniedersachsen derzeit sehr wohl fühlten. Weil diese besonders geschützt seien, müsse die Untere Naturschutzbehörde hinzugezogen werden, andernfalls drohten Bußgelder.

Doch so lästig manche Wespen auch sind: Rau betont, dass sie wichtige Aufgaben in der Natur übernähmen. „Die sind quasi Teil der Müllabfuhr“, weil sie sich von faulem Obst und Holz sowie von Aas und toten Insekten ernährten, erklärt Rau.

Von Christoph Höland und DPA

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