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Göttingen Keine Rodung von Baumriesen
Die Region Göttingen Keine Rodung von Baumriesen
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00:16 01.02.2017
Von Frank Beckenbach
Der mögliche Hotelneubau in der Leineaue ruft Widerspruch hervor. Quelle: Archiv
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Göttingen

Bei Hochwasser bräuchte die Leine ihren eigenen Retentionsraum – die Aue, erklärt die städtische Naturschutzbeauftragte Britta Walbrun in einen Schreiben an die Mitglieder des Rates der Stadt Göttingen und die städtische Verwaltung. Diese Aue sei mehr als der gesetzlich festgelegte Überschwemmungsbereich, denn dieser beruhe nur auf einer statistischen Berechnung eines im Mittel von 100 Jahren wahrscheinlich eintretenden Hochwassers. Walbrun betont, dass sich Flüsse nicht an den ihnen gesetzlich zugestandenen Überschwemmungsbereich gebunden fühlten. Durch Flächenversiegelungen bestehe auch in Göttingen die Gefahr unkontrollierbarer Hochwasserereignisse. Zudem hält sie, für den Fall eines Neubaus, den Verlust eines „kleinklimatisch relevanten Baumbestandes für wahrscheinlich."

Die Bürgerinitiative Stadt+Planung fordert, dass der kostbare Freiraum für die Naherholung und als wertvoller „Grüner Kühlschrank“ für die Wärmeinsel der City grün bleiben soll. Die Leine mit den begleitenden Auenresten und parkartigen Beständen gliedere die Stadt, biete attraktive Erholungsmöglichkeiten und Verkehrswege für Fußgänger und Radfahrer. Zudem stelle das Areal eine stadtklimatisch unterschätze Kühlungseinrichtung dar. „Wir fordern für die Leineaue ein Gestaltungs- und Nutzungskonzepts auf der Grundlage des Bauleitplanung anstelle des stückenweise Verhökerns diese wertvollen öffentlichen Freiraums“, sagt Uwe Scheibler, stellvertretender Vorsitzender der Initiative. Die wiederholte Bebauung von wichtigen Grünflächen degradiere den Flächennutzungsplan zu einem Muster ohne Wert.

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Die Bürgerinitative LeineBürger hat sich ebenfalls zu Wort gemeldet: Sie sieht das Gebiet als Naherholungsgebiet, will zwölf Baumriesen nicht für ein Hotel opfern, lehnt die Bebauung in unmittelbarer Flußnähe grundsätzlich ab und kritisiert sowohl den laxen Umgang mit dem Flächennutzungsplan als auch die investitionsgesteuerte Baupolitik der Verwaltung.