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Göttingen Windenergie: Bürgerinfo des Konzerns Vattenfall in Esebeck
Die Region Göttingen Windenergie: Bürgerinfo des Konzerns Vattenfall in Esebeck
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16:35 07.10.2013
Maßstabsgetreue Visualisierung: Vattenfall-Fotomontage vom möglichen Landschaftsbild. Quelle: Vattenfall
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Göttingen

Aus anderen Ländern wisse man aber, dass eine Wertminderung nicht zwingend mit dem Bau einer Anlage einherginge. Etwa fünfundzwanzig Personen waren der Einladung der Firma Vattenfall zu einer Informationsveranstaltung in das Esebecker Sporthaus gefolgt.

Der schwedische Energiekonzern – fünftgrößtes Energieunternehmen Europas – plant, unter anderem an Flächen der Gemarkung Esebeck in die Gewinnung von Windenergie zu investieren. Wie in einer kleinen Ausstellung hatten Vattenfall-Mitarbeiter Infoplakate im Raum aufgehängt.

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Im direkten eins zu eins Gespräch standen am Dienstag sieben Mitarbeiter des Energiekonzerns den Bürgern Rede und Antwort.

Die genauen Anlagestandorte seien Teil des Planungsprozesses und noch nicht festgelegt. „Mehr als sechs Anlagen werden nicht gebaut – von Vattenfall“, sagt Mitarbeiterin Diane Vrielmann. Vier der Windräder seien in der Gemarkung Esebeck geplant, zwei auf dem angrenzenden Barteröder Gebiet.

„Das wären dann 15 Anlagen"

Der Plan der Stadtwerke Göttingen, die ebenfalls in Windkraft investieren wollen, geht laut Stadtwerke-Pressesprecher Klaus Plaisir vom Bau von sechs bis neun Windrädern nordöstlich von Barterode aus.

„Das wären dann 15 Anlagen, nicht 25, wie befürchtet“, fasst eine Esebeckerin zusammen. „In der Zeichnung des Bürgerinitiative liegt auch der Schattenwurf der Anlage anders, als in der Darstellung von Vattenfall auf dem Plakat“, stellt die Anwohnerin weiterhin fest.

Die Bürgerinitiative (BI) Pro Esebeck befasst sich mit Risiken und Problemen, die der Bau von Windkraftanlagen mit sich bringen könnte. In den ersten zwei Stunden der von 16 bis 21 Uhr dauernden Veranstaltung gab sich keiner der Anwesenden als Mitglied der Initiative zu erkennen.

„Eine goldene Nase verdienen“

„Ich bin als Bürger und Anwohner hier, nicht in meiner Funktion“, sagte auch Ortsbürgermeister Fritz Neumann (SPD). Auch einige zehn Landeigentümer, mit denen man laut Vattenfall über eine Pacht verhandelt habe, waren vor Ort. „Es ist schlimm, wie wir im Ort behandelt werden“, sagt einer von ihnen.

Man unterstelle ihm, er wolle sich lediglich „eine goldene Nase verdienen“. Helmut Schlieper möchte wissen, ob es eine bessere Internetversorgung für den Ort gäbe, wenn die Windräder erst stünden.

Die Anlagen kommunizierten untereinander über ein Modem, also per Internet, erklärt ein Vattenfall-Mitarbeiter. Ob das auch Rückschlüsse auf die Versorgung des Ortes zulasse, könne er nicht beurteilen.

Umsetzung nicht vor 2015

Michael Jung möchte wissen, ob man auch an die Rückbaumöglichkeiten gedacht habe. Er kenne sich aus im Baugewerbe, und so manches Fundament lasse sich nicht einfach wieder entfernen. Vattenfall-Projektentwickler Philipp Meister erklärt, man habe für den Fall zum Beispiel durch Löcher vorgesorgt, in welche Sprengladungen gesetzt werden könnten.

Eine Windenergieanlage müsse laut Vorschrift nach der geplanten Einsatzzeit von rund 20 Jahren abgebaut, entsorgt und das Grundstück in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden.

Zum Planungsstand äußerte Vattenfall-Prokurist Heiko Wuttke, man befinde sich gerade in der Phase zwischen der Dialogführung aller Projektbeteiligten und der Planung und Genehmigung der Vorhabens. Eine Umsetzung sehe er nicht vor dem Jahr 2015. Auch eventuelle Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz müssten berücksichtigt werden.

Von Nina Winter