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Göttingen „Wir haben größere Probleme in der Welt“
Die Region Göttingen „Wir haben größere Probleme in der Welt“
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23:43 27.01.2017
Quelle: Hinzmann (Symbolbild)
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Göttingen

„Lebewesen kann man nicht besteuern“, sagt Manuela Cescon aus Echte und spricht sich damit gegen jegliche Besteuerung von Tieren aus. Die 49-Jährige müsse vor ihrem Hause auf dem Land oft Pferdeäpfel beseitigen und „schreie trotzdem nicht danach, Pferde zu besteuern.“ Sie befürchtet, Menschen mit geringem Einkommen müssten dann auf die Katze als Kameraden verzichten. Das könne zum Beispiel Rentner treffen und wahrscheinlich würden mehr Katzen in Tierheime abgegeben.

Anna-Maria Pape Quelle: mn

Der 62-jährigen Elke Thomßen aus Dransfeld erschließt sich „der Sinn der Übung“ nicht. Die Hundesteuer halte sie unter anderem für sinnvoll, um die Straßen sauber zu halten. „Und trotzdem stehen in Dransfeld nicht genügend Kotbeutelspender“, sagt sie. Außerdem hielten viele ihre Katzen drinnen, auch wenn ihr das leid tue. Auf dem Land begegneten ihr eher Spuren, die Pferde hinterlassen und trotzdem sei sie auch in dem Fall gegen eine Besteuerung. Zum Jagdverhalten von Katzen sagt sie: „Bei der Feldmaus-Plage im vorletzten Jahr hat sich niemand beschwert.“

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Manuela Cescon Quelle: mn

Dem schließt sich Karl Krull (81) aus Barlissen an: „Wir brauchen doch Katzen, die Mäuse fangen.“ In seiner Scheune jungen oft Nachbarskatzen. Das störe ihn „überhaupt nicht“. Er versteht die Debatte nicht und ist sich sicher: „Das wird nicht durchkommen.“

Die 60-jährige Ute Weitemeyer aus Rosdorf ist sich dagegen nicht sicher: „Ich habe mich noch nicht über Katzen-Kot geärgert. Andererseits sehe ich nicht gerne, wenn sie Singvögel erlegen.“ Ihr erschließe sich aber nicht, wofür die durch eine Katzensteuer eingenommenen Gelder verwendet werden sollten.

Elke Thomßen Quelle: mn

Für Anna-Maria Pape aus Bad Arolsen ist die „Wahrscheinlichkeit gleich Null“, dass die Steuer eingeführt wird. Wenn, dann müsse der Betrag für Katzen geringer als der für Hunde sein, da Letztere der Stadtreinigung mehr Arbeit machten. Die 28-Jährige glaubt auch, dass Halter dann nicht all ihre Katzen melden. Da der Pflegeaufwand relativ gering sei, haben die Katzenbesitzer in ihrem Bekanntenkreis alle mehr als nur eine.

Auch Familie Weber aus Göttingen, sie 25 und er 30 Jahre alt, hält eine Meldepflicht für schwer durchsetzbar. Die Katzen-Frage tangiere sie auch nicht: „Wir haben größere Probleme in der Welt.“ Ein Mann mit Mops äußert sich „lieber nicht“.