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Göttingen „Wissenschaftshochburgen keine Selbstläufer“
Die Region Göttingen „Wissenschaftshochburgen keine Selbstläufer“
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18:58 24.07.2009
Trotz Universität: Die wirtschaftlichen Aussichten sind für Stadt und Landkreis Göttingen nicht besonders gut.
Trotz Universität: Die wirtschaftlichen Aussichten sind für Stadt und Landkreis Göttingen nicht besonders gut. Quelle: Hinzmann
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Das ist zwar eine bessere Platzierung als noch vor zwei Jahren (Rang 55), offenbart jedoch auch große Schwächen. Denn der augenfälligste Trend der aktuellen Studie geht an Göttingen größtenteils vorbei. Eine Reihe mittelgroßer Hochschulstädte nämlich hat sich in die Riege der traditionell besonders wirtschaftsstarken Metropolen vorgekämpft. So rangiert Münster stark verbessert auf Platz drei hinter München und Hamburg. Auch Freiburg liegt nach einem Höhenflug auf Platz fünf.

Das Fazit der Experten fällt denn auch deutlich aus: „Nahezu alle Aufsteiger sind Sitz von großen, angesehenen Universitäten und Forschungsinstituten.“ Daher müsse es oberste Priorität haben, gerade die Uni-Absolventen in der Stadt zu halten. Besonders groß seien die Wettbewerbsvorteile, wenn das Wissen aus den Hochschulen auch marktreif gemacht werde.

Dass Göttingen hier noch Nachholbedarf hat, das meint auch die FDP im Rat der Stadt Göttingen. „Die Verbesserung um sieben Plätze darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Göttingen noch immer im letzten Drittel des Rankings platziert ist. Gerade als Wissensregion ist das enttäuschend. Andere stark von der Wissenschaft geprägte Stadtregionen wie Heidelberg, Freiburg oder Tübingen stehen deutlich besser dar“, kommentiert der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ben Schroeter. Sein Resümee: „Wissenschaftshochburgen sind keine Selbstläufer.“

Hannover in der Mitte

Aus dem direkten Dunstkreis von Göttingen sind noch drei weitere Städte platziert. Die Landeshauptstadt Hannover landet genau in der Mitte auf Platz 30. Kassel in Nordhessen belegt Rang 40. Allein Hildesheim (ebenfalls einschließlich Landkreis) schneidet noch schlechter ab als Göttingen: Platz 55. Göttingen müsse nun aufholen, meint Schroeter, und fordert „richtige Rahmenbedingungen und ein positives Wirtschafts- und Gründerklima, um die Potenziale der Wissenschaft“ vor Ort auszuschöpfen.

Von Andreas Fuhrmann

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