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Göttingen Schattensprünge
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22:08 24.11.2017
Im Bund wird es vorerst keine Jamaika-Koalition geben. Quelle: dpa
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Göttingen

Und wieder einmal geht eine wunderbare Woche immer noch nicht zu Ende. Zunächst macht ein junger FDP-Mann von der Jamaika-Party einen englischen Abgang und stellt den Rest der Dauer-Sondierer bloß und obendrein auch noch Martin Schulz, der nicht nur den SPD-Vorsitz von Rudolf Scharping, sondern auch dessen Barttracht auftragen muss. Der aus Würselen hat’s auch echt nicht leicht. Jetzt muss er über seinen Schatten springen. Vielleicht tröstet ihn dabei ein Gedanke: Der Begriff „Große Koalition“ gerät rein mathematisch derzeit ohnehin eher zur Mogelpackung. Vielleicht fällst’s dem Schulz leichter, wenn er seinen Genossen (und *Innen, ‚tschuldigung) eine NiMeGaSoGroKo verkauft. Eine „Nicht mehr ganz so große Koalition“. Dann müsste er seine Aussage vom Wahlabend nicht mehr komplett einkassieren. Ganz ehrlich: Hätte im Sommer jemand prophezeit, dass Seehofer und Trittin vergleichsweise harmonisch über Flüchtlingsfragen diskutieren würden, hätten wir gefragt: Na? Was haben wir geraucht? Jamaika eben. Jamaika? Warum nicht gleich rot-rot-grün-gelb?

Einen ähnlich großen Schatten wie der, über den 100-Prozent-Schulz jetzt zu überspringen Anlauf nimmt, haben die Standbilder beim Pressefest der Uni in der Sammlung der Gipsabgüsse antiker Skulpturen geworfen. Die waren in gewisser Hinsicht auch bloßgestellt, so dass eine Kollegin wissen wollte, ob wir, der männliche Teil der lokalen Medienszene, uns auch bedrängt und unwohl fühlten angesichts dieser übergroßen Nacktheit (wobei da in Teilen offenbar Bilderstürmer bereits ganze Arbeit geleistet haben). Und ein einzelner Geschäftsführer der Händel-Festspiele, Namen tun nichts zur Sache, fragte völlig korrekt, was #metoo wohl auf griechisch heiße. Tja. Das sind so Fragen. Hier gibt’s so Antworten

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Nö. Es hat die Kunst im Vordergrund gestanden. Damit ist die Gips-Galerie weder Objektifizierung noch sexistisch. Und den Playboy kauft man ohnehin nur wegen der Interviews.

#kaiegó. (Wenn jemand eine bessere Übersetzung hat, liefern wir diese gern nach.)

Schönes Wochenende wünscht

Christoph Oppermann

Sie erreichen den Autor per E-Mail: c.oppermann@goettinger-tageblatt.de, Twitter: @tooppermann

Von Christoph Oppermann

24.11.2017