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Göttingen Wochenendkolumne: Genuss und Wahlnachlese
Die Region Göttingen Wochenendkolumne: Genuss und Wahlnachlese
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00:17 30.09.2013
Tageblatt-Chefredakteurin Ilse Stein und Redakteur Ulrich Schubert.
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Übersehen wird dabei, dass es bei der Bundestagswahl 2013 auf jeden Fall einen Gewinner gibt, der auf keinem Stimmzettel stand: der Wähler selbst und sein Recht auf demokratische Mitbestimmung. Denn landauf und landab war die Wahlbeteiligung in diesem Jahr höher als bei der Bundestagswahl 2009.

Und da toppt der Göttinger Wahlkreis 53 den bundesweiten Durchschnitt sogar noch um einiges: 74,7 Prozent der Wahlberechtigten nutzen hier ihr Stimmrecht – das sind 3,2 Prozentpunkte mehr als in ganz Deutschland (71,5 Prozent) und 1,3 Punkte mehr als in Niedersachsen.

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Ganz überrascht der Vorsprung nicht, auch 2009 war die Beteiligung im Raum Göttingen mit 74,2 Prozent recht hoch. Auffällige Unterschiede gibt es aber im kleinräumigen Vergleich: Denn mit einer ungewöhnlich hohen Quote von 83,25 Prozent liegen die Wähler in der Gemeinde Gleichen einsam an der Spitze, gefolgt von der Samtgemeinde Radolfshausen (81,26 Prozent) und Friedland (79,27 Prozent).

Das zeigt übrigens, dass die Bereitschaft keine parteiabhängige Größe ist: In Gleichen und Friedland hat die SPD gewonnen, in Radolfshausen die CDU. Und in welchen Wahllokalen sah es am Wahlsonntag eher mau aus: in den Kleinstädten Hann. Münden mit nur 72 Prozent und Duderstadt mit 73,3 Prozent. Immerhin: Auch sie liegen über dem Bundesdurchschnitt.

Ein Genuss

Mit ganz anderen Wahlen geht es an diesem Wochenende in Göttingen weiter. Und eigentlich hätte der Titel dieser Kolumne auch lauten können: Genuss und Gänselieselfest. Bereits heute gibt es rund um die Johanniskirche, auf der sogenannten Göttinger Genussmeile Leckereien aus der Region (zur AusWahl).

Und morgen öffnen rund um die Wahl zum Gänseliesel 2013 zahlreiche Geschäfte der Innenstadt ihre Türen. In Göttingen wird es munter zugehen, wie die Erfahrung vergangener Jahre zeigt. Noch längere Tradition hat am Montag die Gildenwahl. Sie findet zum 516. Mal statt.

Gilden entstanden bereits im elften Jahrhundert in Europa: Kaufleute und Handwerker schlossen sich zusammen – die Kaufleute vorwiegend zu Gilden und Hansen, die Handwerker in Zünften. Die Gilden waren innerhalb der Städte einflussreich bis in die Politik hinein.

Ihre Tradition wird aber von der Kreishandwerkerschaft fortgeführt. Die Göttinger genießen am Montag dann den berühmten Speckkuchen, den es nur an diesem Tag gibt. Ein Genuss!

Von Ilse Stein und Ulrich Schubert