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Göttingen Wochenendkolumne: Ingeborg-Nahnsen und die Bundestagswahl
Die Region Göttingen Wochenendkolumne: Ingeborg-Nahnsen und die Bundestagswahl
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19:16 23.08.2013
Tageblatt-Chefredakteurin Ilse Stein. Quelle: CR
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Göttingen

Ihren 90. Geburtstag, den sie an diesem Sonntag hätte feiern können, würdigen die Sozialdemokraten daher mit einem kleinen Workshop in dem nach ihr benannten Forum. Mit dabei sind Wegbegleiter wie das Ehepaar Inge Wettig-Danielmeier und Klaus Wettig. Nahnsens wissenschaftlicher Zögling Gabriele Andretta, heute Vizepräsidentin des niedersächsischen Landtages, wird eröffnen.

Zu ihren zahlreichen Studenten gehörte übrigens auch Jürgen Trittin, Bundestagesabgeordneter der Grünen. Der schon damals, als der angehende Diplom-Sozialwirt bei Ingeborg Nahnsen seine Prüfung bestand, politisch sehr aktiv war. Wenn auch noch nicht bei den Grünen, für die er derzeit im Wahlkampf unterwegs ist.

Bevorstehender Bundestagswahlkampf

Womit wir schon beim bevorstehenden Bundestagswahlkampf wären. In vier Wochen ist es soweit. Da stellt sich die Frage: Wie wird die Region künftig wohl in Berlin vertreten sein. Klar ist dies lediglich für zwei Kandidaten: Sichere Listenplätze haben sich Jürgen Trittin und Thomas Oppermann (SPD) erstritten. Trittin steht auf Platz zwei der niedersächsischen Landesliste, Oppermann auf Platz drei der SPD-Landesliste. Fritz Güntzler, der CDU-Kandidat, im Wahlkreis 53 (Göttingen/ Osterode) hat sich Platz zehn auf der Landesliste seiner Partei gesichert. Damit hat er gute Chancen.

Vor vier Jahren reichte es Güntzlers Vorgänger Hartwig Fischer noch, über Platz elf gewählt zu werden. Nachdem er in einem knappen Rennen gegen Oppermann mit 2,4 Prozent weniger Erst-Stimmen nur sehr knapp verloren hatte. Güntzler ist daher optimistisch, den Wahlkreis gegen Oppermann direkt zu gewinnen – auch wenn dieser mehr in den überregionalen Schlagzeilen zu finden und gefühlt beinahe täglich in den Nachrichten zu sehen ist.

Überraschender Einzug in Bundestag

Bei den Freidemokraten zog 2009 für ihn selbst völlig überraschend Lutz Knopek in den Bundestag. Das starke Ergebnis der FDP (14,5 Prozent) ließ sogar den Listenplatz neun zu einem Erfolg werden. 2013 müsste Knopek den Wahlkreis schon direkt gewinnen, um erneut nach Berlin zu gehen. Denn bei einer Kampfabstimmung auf den noch als sicher geltenden Listenplatz sieben war er intern unterlegen – und hatte dann völlig auf Listenabsicherung verzichtet.

Kampf um jede Stimme

Wenig Chancen gibt es für den Kandidaten der Linken, Gerd Nier, mit Listenplatz zehn. Und die Kandidaten der anderen kleinen Parteien haben nur dann eine Chance, wenn ihre Parteien überhaupt die Fünf-Prozent-Hürde überspringen. Alle aber kämpfen in diesen letzten vier Wochen um jede Stimme.

Aufgestellter Riesenschirm

Für die SPD war am gestrigen Freitag Sigmar Gabriel auf dem Wochenmarktplatz. Unter einem eigens aufgestellten Riesenschirm von 22 Metern Durchmesser. Wenn das mal keinen Symbolcharakter hat. CDU-Chefin Angela Merkel – im Hauptberuf Kanzlerin – soll der örtlichen CDU dann mit ihrem großen Auftritt in Duderstadt auf dem Gelände von Otto Bock am Montag, 22. September, helfen.

Mal sehen, ob der Wahlabend so spannend wird wie der Abend der niedersächsischen Landtagswahl vor acht Monaten. Und wer dabei diesmal überraschend baden geht. Wer das Baden an sich als Vergnügen betrachtet und schon vorher erleben möchte: Am morgigen Sonntag ist Leinebadetag. Wer es lieber trocken mag: Heute kann man beim Entenrennen eine eigene gelbe Ente im Wasser den Leinekanal hinunter schwimmen lassen. Viel Vergnügen.