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Göttingen Tourismusmarketing Duderstädter Art
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07:00 23.11.2019
Gullideckel mit dem Stadtwappen Duderstadt. Quelle: Eichner-Ramm
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Göttingen

Was tut ein Bürgermeister, wenn er pensioniert wird und das Rathaus in Richtung Ruhestand verlässt? Na klar – er fragt er sich: „Habe ich auch keinen Gullydeckel vergessen?“ Liegt ja nahe. So geschehen dieser Tage in Duderstadt. Dort muss dem scheidenden Rathaus-Chef Wolfgang Nolte beim Abschied eben diese Frage durch den Kopf geschossen sein. Flache Hand an die Stirn geklatscht: „Verdammt!“ Tatsächlich waren noch Gullydeckel übrig. Mist. Die mussten noch unters Volk. Buchstäblich.

Gullydeckel – gut abgelagert

Ein gutes Dutzend war‘s, mit der Aufschrift „Stadt Duderstadt“ versehen, und die waren noch beim Bauhof gelagertoder archiviert oder verlegt oder verkramt – je nach Sichtweise. Bürgermeister und Bauhofleiter haben sich vage (und vermutlich in Schwarz-Weiß) erinnert, die Schachtverschlüsse Anfang der 90er-Jahre (des 20. Jahrhunderts) angeschafft zu haben. So hat eben jeder seine eigenen Vorstellungen von Schmuck und Schmückendem und Sparsamkeit.

Kurz: Die restlichen Gullyschmuckdeckel sind jetzt verlegt, und Altbürgermeister Nolte fasst zusammen: „Damit ist die touristische Achse der historischen Innenstadt abgedeckt worden.“ Wunderbar! Es geht doch nichts über Stadtmarketing mit Liebe zum Detail. Da ist es immer ratsam, auch ein paar Gullydeckel auf Tasche zu haben. Beschert dem Touristen einen imposanten Auftritt.

Madrid, Mailand – Hauptsache Italien!

Apropos Auftritt, und damit verdiene ich mir zum Wochenende wieder ein Sternchen in mein Lasten- und Pflichtenheft für eine geschmierte Überleitung. Einen überaus gelungenen hat offenkundig wieder der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler, in Göttingen gezeigt. An manierlichen Tagen entdeckt Niedersachsens schärfste Schwert im Kampf gegen exzellente Unis und konsistente Hochschulentwicklung immer das Potenzial für einen Fehlgriff oder -tritt. In dieser Hinsicht muss der Besuch des UMG-Jahresempfangs sogar ein sehr guter Tag auf der nach oben weit offenen Thümler-Skala gewesen sein. Zunächst einmal wähnte sich der Minister an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Madrid, Mailand – Hauptsache Italien. Dann machte er Prof. Wolfgang Brück im Handumdrehen noch zum Präsidenten. So schnell hat man eine Beförderung an den Hacken. Gratulation.

Genug gespottet. Jeder hat mal einen schlechten Tag. Und Herr Thümler gilt eigentlich als netter Mensch. Ich wüsst‘ nur zu gerne, was der eigentlich beruflich macht.

Schönes Wochenende.

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Von Christoph Oppermann

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