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Göttingen Absurde Gedanken
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20:58 16.11.2018
Im Göttinger Rathaus wie in der Bundespolitik galt in der Woche vor allem eines: Die Nachrichtenlage ist komfortabel bis amüsant. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

November-Blues? Keinesfalls. Die Nachrichtenlage: amüsant bis komfortabel. In der Stadt und der gesamten Republik sirren Geschichten umher – ein Schlaraffenland für Autoren. Kurz vorm Buß- und Bettag scheint das ganze Land sich in einem Großreinemachen-Modus zu befinden:

Horst „Niemals geht man so ganz“ Seehofer hat seinen Rückzug angekündigt. Stimmt, nicht zum ersten Mal, aber nun hat er ein Datum mitgeliefert: 19. Januar. Ich präzisiere: 19. Januar 2019. Und nur die Aufgabe des CSU-Vorsitzes. Heimat-Horst will er bleiben. Ganz der bayerischen Logik verhaftet, dass ihm als Minister es gleichgültig sein muss, wer unter ihm Kanzler ist.

Wohl selten hat ein deutscher Politiker so viel Konsequenz, Umsicht und Virtuosität beim Beschädigen des eigenen Rufes an den Tag gelegt wie Häuptling Crazy Horst. Auf eine bestimmte Art auch ein Fall für die Geschichtsbücher.

Einen komplett anderen Gang hatte hingegen Hans-Georg Scherer in die Schaltkulisse gedengelt. Kurzer, kräftiger Rums, und der Chef der Göttinger CDU-Stadtratsfraktion war weg. Zumindest als Fraktionsvorsitzender. Ratsherr will er bleiben.

Dabei hatte es schon erste Spekulationen gegeben, wer ihm als Mitglied des Rates nachfolgen könnte. Peter Staufenbiel kursierte als Name. Das wäre – wie drück’ ich’s nur aus – ein phonetisch leicht verständliches Zeichen für gelebte deutsche Einheit im Göttinger Rat gewesen. Er wäre eine echte Verstärkung gewesen: Mit Misstönen und miesen Zahlen kennt er sich bestens aus.

Warum Scherer tatsächlich gegangen ist – darum ranken sich schon die ersten Legenden. Es muss schon tief wurzelnder Ärger sein, irgendeine hochpolitische Angelegenheit. Die Schwarzen werden sich ganz sicher nicht wegen Eitelkeiten, Misstrauen oder Lappalien – wie sagen wir mal der Reihenfolge auf einer Rednerliste oder geklauten Gebäcks – entzweit haben. Der Gedanke wäre ebenso abwegig wie die Annahme, man könnte nebenberuflich am Göttinger Gänseliesel eine Skihütte als Kneipe betreiben, in der man mit Goldstücken zahlen könnte. Absurde Gedanken.

Schönes Wochenende

Christoph Oppermann

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