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Göttingen Woher stammt die Frauenkopf-Attrappe?
Die Region Göttingen Woher stammt die Frauenkopf-Attrappe?
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16:08 03.06.2019
Gruseliger Fund: Eine Frauenkopf-Attrappe lag auf dem Stadtwall in Göttingen. Quelle: Polizei Göttingen
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Göttingen

Woher stammt der Frauenkopf, den zwei Göttinger vor einigen Tagen auf dem Stadtwall gefunden haben? Diese Frage beschäftigt seit dem Fund der gruseligen Attrappe am 23. Mai nicht nur die Polizei. Verschiedene Hinweise sind seitdem bei den Beamten eingegangen. Für die Polizei ist nun klar: Der Kopf stammt vermutlich aus dem Abfall. Eine Straftat – etwa einen Diebstahl – schließen die Ermittler aus.

Einen konkreten Hinweis konnte die Göttingerin Veronika Brieke geben. Die Inhaberin des Kleinen Ratskellers habe den Kopf wiedererkannt, erzählt sie: „Er lag in einem Müllcontainer an der Barfüßer Straße. Als ich morgens zum Einkaufen unterwegs war, habe ich ihn darin liegen sehen. Ich habe noch gedacht: Den könnte man für Halloween gut gebrauchen.“ Als sie die Attrappe dann später im Fernsehen sah, habe sie sie gleich wiedererkannt. Wer den Frauenkopf in den Müllcontainer gelegt hat und wie er von dort auf den Wall kam, kann aber auch Brieke nur mutmaßen. „Ich schätze, er stammt aus einem Geschäft“, sagt die Wirtin. „Wahrscheinlich hat ihn jemand aus dem Müllcontainer genommen und sich einen Scherz erlaubt.“

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Studenten entdeckten den Kopf

Ein Göttinger Paar hatte die Frauenkopf-Attrappe am Donnerstag, 23. Mai, bei einem Spaziergang gefunden. Die täuschend echte Nachbildung hatte auf einer Grünfläche zwischen der Nikolai- und der Kurzen-Geismar-Straße gelegen. Da die Studenten den Kopf nicht einfach liegen lassen oder wegschmeißen wollten, informierten sie die Polizei. Diese suchte wenige Tage später öffentlich nach dem Eigentümer der Attrappe. An einen Zufall glaubte Finderin Annika Albert nicht: „Der fällt einem ja nicht einfach aus der Tasche.“ Sie vermutete einen makabren Scherz. „Es ist eine kunstvolle Arbeit“, sagte Albert. „Wer den Kopf gemacht hat, wird ihn sicher wiederhaben wollen.“

Bisher hat sich aber kein Eigentümer gefunden. Die Polizei nahm zuerst an, dass es sich um die Requisite eines Theaters handelt. Sowohl das Deutsche Theater als auch das Junge Theater schlossen aber aus, dass der Kopf aus ihrem Fundus stammt. Auch das Kulturzentrum Musa, das Anfang des Jahres seinen alten Fundus geleert hatte, erkannte den Frauenkopf nicht.

Weitere Hinweise

„Wir haben unsere Ermittlungen eingestellt“, sagt Polizei-Sprecherin Jasmin Kaatz. Neben dem Hinweis von Frau Brieke seien zwei weitere eingegangen. Beide hätten die Frauenkopf-Attrappe mit einem Mann Mitte 50 in Verbindung gebracht. Ein Hinweisgeber habe den verwirrt wirkenden Mann an der Kurzen-Geismar-Straße in Höhe der Volksbank auf dem Gehweg sitzen sehen – mit der Attrappe in der Hand. Ein anderer habe einen Mitte-50-Jährigen mit ebensolcher in der Innenstadt gesehen. „Wie gehen nicht von einer Straftat aus. Vermutlich hat den Kopf jemand im Müll entsorgt. Wie genau er nun auf den Wall gekommen ist, wissen wir aber nicht“, so Kaatz. Eine böse Absicht unterstellten die Beamte aber nicht.

Noch befindet sich Frauenkopf-Attrappe in Obhut der Polizei. „Wer sie gern haben möchte, kann sich gern tagsüber bei uns in der Pressestelle der Polizei an der Otto-Hahn-Straße melden“, sagt Kaatz. „Da sich kein Eigentümer gefunden hat, geben wir den Kopf gern weiter.“

Von Verena Schulz