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Göttingen Wolfgang Meyer (SPD) stellt Förderprogramm für Wohnungsbau vor
Die Region Göttingen Wolfgang Meyer (SPD) stellt Förderprogramm für Wohnungsbau vor
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20:27 17.07.2013
Von Michael Brakemeier
Neubauten für Senioren: In der Wörthstraße sollen in einem ersten Bauabschnitt ab 2014 30 neue Wohnungen entstehen.
Neubauten für Senioren: In der Wörthstraße sollen in einem ersten Bauabschnitt ab 2014 30 neue Wohnungen entstehen. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Mit den jährlich 120 000 Euro soll Bauherren pro Quadratmeter neu geschaffenen Wohnraums ein Baukostenzuschuss von einem Euro pro Monat gewährt werden. Wird die Förderung in Anspruch genommen, müssen sich die Bauherren verpflichten, nicht mehr als 5,40 Euro Miete für den Quadratmeter zu nehmen.

Die Mietpreisbindung für die Wohnungen beträgt 15 Jahre. Werde das Programm voll in Anspruch genommen, könnten so 10 000 Quadratmeter neuer Wohnraum gefördert werden, sagte Meyer am Mittwoch bei der Programmvorstellung.

Wichtige Voraussetzung für das Programm: Das Land unterstützt die neuen Wohnungen „mindestens“ mit 60 000 Euro pro Wohneinheit. Meyer appellierte an die Landesregierung, diese Summe auch wegen der „erhöhten energetischen Anforderungen“ auf mindestens 90 000 Euro aufzustocken.

Haushaltsbelastung gering

Auch wenn sich der Betrag von einem Euro pro Quadratmeter und Monat gering anhört, Rolf-Georg Köhler, Geschäftsführer der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft, begrüßt das Programm.

Die Förderung sei ausreichend, um die Deckungslücke zu schließen, die durch die Obergrenze von 5,40 Euro pro Quadratmeter entsteht. Zudem würden die jährliche Fördersumme von 120 000 Euro den städtischen Haushalt „nur wenig“ belasten.

Die Städtische Wohnungsbaugesellschaft ist Meyers wichtigster Partner bei der Umsetzung von drei konkreten Projekten, bei denen kurzfristig in enger Zusammenarbeit mit der Gesellschaft rund 90 neue Wohnungen durch das Förderprogramm entstehen könnten:

  • Alfred-Delp-Weg. Hier sollen 21 „günstige Neubauwohnungen“ entstehen: 15 Zwei-Zimmer-, je drei Drei-Zimmer- und Vier-Zimmer-Wohnungen. Die Städtische Wohnungsbaugesellschaft hat in dort bereits 70 Wohnungen. Mit dem Neubau könnte eine Baulücke geschlossen werden. Nach Angaben von Köhler ist dieses Projekt „sehr konkret“. Dafür lägen bereits Baugenehmigungen vor. Baubeginn könnte noch in diesem, spätestens nächstes Jahr sein.
  • Wörthstraße. Auf einer derzeit noch unbebauten Fläche gegenüber dem Gothaer-Gelände sollen 30 neue „seniorengerechte“, kleine Wohnungen entstehen. Baubeginn nach Meyers Vorstellungen könnte im Herbst 2014 sein. Köhler erläutert, dass mit Fertigstellung der neuen Wohnungen in einem zweiten Bauabschnitt die in dem Wohngebiet bereits vorhandenen Seniorenwohnungen aus dem 60er-Jahren ebenfalls saniert und heutigen Ansprüchen angepasst werden könnten.
  • Hannoversche Straße. Hier, schräg gegenüber dem Weender Freibad, sollen nach dem Abriss von vier Gebäuden und der Komplettsanierung zweier weiterer insgesamt 60 seniorengerechte Wohnungen in einer Wohnanlage entstehen. Möglicher Baubeginn: 2015.

Neben diesen drei Maßnahmen plant die Städtische Wohnungsbau in der Theodor-Heuss-Straße den Neubau von 90 Studentenwohnungen. Dazu soll ein bestehendes Wohnheim mit 60 Plätzen abgerissen und neu gebaut werden. Da das Gebäude „energetische Defizite“ aufweise, sei eine Sanierung nicht wirtschaftlich, sagte Meyer.

Geplant ist, dass die Wohnungsbau das Gebäude baut und das Studentenwerk es anmietet. Damit und mit Bauvorhaben des Studentenwerkes und der Wohnunggenossenschaft könnten bis 2016 bis zu 350 neue Studentenwohnungen entstehen.

Kaltmieten niedersachsenweit an der Spitze

Hintergrund des Förderungsprogrammes ist der „angespannte Wohnungsmarkt“ in Göttingen. Auch wenn keine Wohnungsnot herrsche, führe die hohe Nachfrage zu steigenden Mieten und Kaufpreisen.

Mit einer durchschnittlichen Kaltmiete von 7,50 Euro pro Quadratmeter liege Göttingen nach Angaben der N-Bank niedersachsenweit an der Spitze, sagte Meyer. In Göttingen fehlten vor allem große Wohnungen für Familien mit Kindern und kleine Wohnungen etwa für Studenten, Geringverdiener oder Senioren.

Noch fehlt Meyer die Zustimmung der Politik. Nach der Sommerpause will er seine Pläne den Fraktionen vorstellen. „Ich hoffe, dass ich den Rat überzeugen kann, dass so ein Programm Sinn macht“, sagte Meyer.

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