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Göttingen Workshops statt Würste in altem Gemäuer
Die Region Göttingen Workshops statt Würste in altem Gemäuer
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00:17 30.12.2012
Überbleibsel der Hausschlachterei: verschimmelte Würste. An gleicher Stelle soll bald ein Dorfmuseum entstehen.
Überbleibsel der Hausschlachterei: verschimmelte Würste. An gleicher Stelle soll bald ein Dorfmuseum entstehen. Quelle: Heller
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Wolbrechtshausen

Von der Decke hängen Spinnweben, überall ist Tapete abgerissen. An einem Türrahmen steht ein vergessenes eingestaubtes Weckglas mit Birnen, in einem Zimmer trifft man auf Wurstgestelle. „Die Wurst-Nägel habe ich alle reingehauen“, erzählt Hausbesitzer Andreas Knecht und zeigt auf einen Balken, aus dem eine Vielzahl von Nägeln ragen.

Sein Vater hatte das Haus in der Dorfstraße 1980 gekauft und seine Hausschlachterei dort eingerichtet. 2006 ist er gestorben. Einige verschimmelte Würste hängen heute noch an den Haken.

Die vergangenen sechs Jahre war das Haus nicht mehr bewohnt. Es sollte abgerissen werden. Doch nun könnte es anders kommen: Der gebürtige Wolbrechtshäuser Hermann Miotke – jetzt wohnt er im Nachbardorf Hevensen – möchte hier ein Museum einrichten. Ein Museum nicht nur zur stillen Betrachtung, sondern mit Workshops, zum Beispiel zum Kochen und Schustern: ein lebendiges Museum.

Seit 2006 steht eine ehemalige Hausschlachterei in Wolbrechtshausen leer. Statt einem Abriss soll dort nun ein Museum enstehen. © Heller

Mehr als 15 Leute sind gekommen, um sich das Arnemannsche Haus einmal von innen anzusehen. Was mit dem Haus geschehen wird, will auch Stefan Krug aus der Nachbarschaft wissen. Mit seiner Mutter nutzt er die Gelegenheit, es sich einmal von innen anzusehen. Aus der Zeit um 1750 stamme das Bauwerk, schätzt Miotke als Liebhaber von alten Dingen.

Die Wände in der früheren Stube sind feucht, leicht ist das zu fühlen an der dicken Tapete. In der Küche ist ein Teil der Decke abgestürzt. „Von allein kommt so eine Decke nicht runter“, sagt Karsten Herbst von der Zimmerei in Sudershausen. Der Wolbrechtshäuser Ortsbürgermeister Werner Thiele hat ihn gebeten, sein fachkundiges Urteil zu dem Haus abzugeben.

So viel ist klar: Allein kann Miotke sein Vorhaben nicht umsetzen, ein Museum in der Dorfstraße einzurichten. „Es muss auch tragbar sein“, will Gerald Miotke seinen Bruder auf dem Boden der Tatsachen halten. Thieles Vorschlag zur Verwirklichung der Idee ist, einen Trägerverein zu gründen. Nunrät er, die Eindrücke erst einmal sacken zu lassen. Mitte Januar will er das nächste Treffen ansetzen, um das Gesehene auszuwerten. Und dann kommt vielleicht der nächste Schritt zu Einrichtung eines Ortsmuseums.

Von Ute Lawrenz