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Göttingen Song über Christian Drosten: Virologe ist begeistert – und will ihn mit der Band ZSK spielen
Die Region Göttingen

ZSK schreibt Song über Christian Drosten: Virologe ist begeistert. Band hat Wurzeln in Göttingen

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13:22 22.07.2020
ZSK-Sänger Joshi und Virologe Christian Drosten. Quelle: Twitter/@ZSKberlin
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Berlin / Göttingen

Christian Drosten ist als Virologe an der Charité in Berlin durch das Coronavirus bundesweit bekannt geworden. In Deutschland gilt er als das Gesicht des Kampfes gegen die Corona-Pandemie. Einige kritisieren ihn, andere danken ihm seine Arbeit. Die Punkband ZSK aus Berlin gehört zu denjenigen, die sein Tun würdigen – die Musiker haben dem Virologen kürzlich sogar den Song "Ich habe besseres zu tun" gewidmet. Und Drosten ist sichtlich angetan, wie ein am Montag bei Twitter veröffentlichtes Foto zeigt.

Drosten als “Chuck Norris der Wissenschaft” gefeiert

Der Song sorgte für großes Aufsehen in sozialen Medien. ZSK-Sänger Joshi feiert Christian Drosten in dem Song unter anderem als “Chuck Norris der Wissenschaft”. Er spielt vor allem auf die Auseinandersetzungen zwischen Drosten und Bild-Chefredakteur Julian Reichelt an. Der Name des Songs orientiert sich dabei an einem Twitter-Statement von Drosten, der auf eine sehr kurzfristige Anfrage der “Bild” mit eben diesen Worten reagierte.

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“Wir finden es furchtbar und erschreckend, dass er dafür angefeindet wird, sogar Morddrohungen erhält. Wir sind zwar ‚nur’ eine Band aus Berlin, aber wir möchten ihm und seinen Kollegen unseren Dank und Solidarität ausdrücken”, sagte der Frontmann zu den Beweggründen.

Nicht nur vielen Fans gefällt das Lied, auch Christian Drosten selbst ist begeistert. Am Montag twitterte die Band ein Foto mit dem sichtlich erfreuten Virologen. Drosten finde den Song so gut, dass er ihn gerne selbst mit der Band live spielen möchte, schreibt die Band. “Kein Witz! Er spielt Gitarre”, heißt es in dem Tweet. “Sind nur vier Akkorde. Das sollte schnell zu lernen sein”, gefolgt von einem lachenden Emoji.

“Mir geht echt das Herz auf!”

Die Begeisterung der Fans ist groß. Unter dem Tweet äußern sich zahlreiche User positiv. “Na also, das ist ja cool. Ich war sehr optimistisch, dass er es gut findet”, schreibt eine Userin. Ein anderer schreibt: “Mir geht echt das Herz auf! Danke ZSK, danke Christian Drosten.”

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Song-Idee kam spontan

Seit der Veröffentlichung am 10. Juli wurde das Lied der Berliner Band fast 200.000 Mal auf Youtube aufgerufen. Inzwischen ist der Song auch auf Vinyl gepresst.

Die Idee zu dem Song ist übrigens aus einer Bierlaune heraus entstanden, erklärt Sänger Joshi. Gleichzeitig löste die Band mit dem Lied auch ein Versprechen an ihre Fans ein. Vor zwei Wochen schrieb sie auf Twitter: „1000 Retweets und wir schreiben einen Song, wo wir @c_drosten abfeiern. Titel: "Ich habe bessere zu tun".“ Schon nach zwei Stunden sei zur Überraschung der Band der Arbeitsauftrag erteilt gewesen, berichtete Joshi.

Auf ihrer Internetseite zollt die Band "allen Ärzt_innen, Krankenschwestern, Pfleger_innen und Wissenschaftler_innen, die seit Monaten alles tun, um Leben zu retten", Respekt und spricht ihren Dank aus. Dazu gehöre auch Christian Drosten, "der seit Anfang an mit seiner ruhigen und schlauen Art über das Virus aufklärt". Und weiter: "Gleichzeitig gilt unsere größte Verachtung den ganzen rechten Corona-Leugner-Trotteln, die Drosten wegen seiner Arbeit beschimpfen, verleugnen und mit dem Tode bedrohen."

Göttinger Wurzeln

ZSK haben sich 1997 in Göttingen gegründet. Zu dieser Zeit spielten sie in besetzten Häusern, auf Skateboard-Events und auf den Parkplätzen von Punkkonzerten mit. 1997 veröffentlichten sie ihr erstes Demotape namens "Keep Skateboarding Punkrock". Der Name der Band spielt auf das „Zivile Streifenkommando“ (ZSK) der Göttinger Polizei an. Nach einer Pause von 2007 bis 2011 steht die Band wieder auf der Bühne. 2005 rief sie mit anderen Musikern das Projekt "Kein Bock auf Nazis" gegen Neonazismus, rechte Politik und Rassismus ins Leben.

Gegenüber dem Online-Fotoprojekt "Herzkampf" berichtete Sänger Joshi, in Göttingen die Auseinandersetzungen mit Neonazis auch als Schüler sehr gut mitbekommen zu haben. "Wenige Kilometer entfernt in Northeim wohnte Nazikader Thorsten Heise. Der kam mit seinem Trupp ab und zu nach Göttingen. Dann hat es immer kräftig geknallt", erinnert er sich.

RND/nis/mib/dpa

22.07.2020