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Göttingen Zahl der Wildunfälle stark gesunken
Die Region Göttingen Zahl der Wildunfälle stark gesunken
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18:59 23.07.2009
Gefahr auf der Straße: Die Zahl der Wildunfälle im Landkreis Göttingen ist zurückgegangen.
Gefahr auf der Straße: Die Zahl der Wildunfälle im Landkreis Göttingen ist zurückgegangen. Quelle: MW
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284 Wildunfälle haben sich laut Wolfgang Schrader von der Polizeiinspektion Göttingen von Januar bis Juni im Landkreis Göttingen ereignet. Das sind knapp 100 weniger als im gleichen Zeitraum im Jahr 2008 (370). 91 Unfälle entfallen auf den Bereich Duderstadt, 74 auf Hann. Münden, 56 auf Friedland und 63 auf Göttingen.

Der Rückgang der Unfallzahlen ist dabei vor allem auf die stärkere Bejagung des Schwarzwildes zurückzuführen, wie Kreisjägermeister Ernst-Friedrich Wille gegenüber dem Tageblatt erklärt – auch wenn die Dunkelziffer an Unfällen weitaus höher liege. Das sei notwendig gewesen, weil sich Wildschweine und Co. im vergangenen Jahr extrem vermehrt hatten. „Es hat an allen Ecken gebrannt“, erinnert sich Wille noch gut an die vielen schweren Unfälle. „Das konnte so nicht weitergehen, schließlich waren Menschen gefährdet.“

Jagdpächter „aufgeschreckt“

Die Jagdpächter seien geradezu „aufgeschreckt“ worden von den vielen Unfällen und hätten „viel getan“, um der Entwicklung entgegenzuwirken. Sie errichteten Duftzäune, setzten sogenannte Blinker und gingen verstärkt auf die Jagd. „Das hat sich ausgezahlt“, meint Wille.

Trotz der gesunkenen Unfallzahlen sei Vorsicht aber weiterhin geboten, warnt der Kreisjägermeister. Besonders auf den Strecken Göttingen-Duderstadt, Groß Schneen-Ludolfshausen und von Bremke in Richtung Reinhausen und Ischenrode bestehe ein erhöhtes Risiko. Aufpassen müssten Autofahrer vor allem in den frühen Morgenstunden und in der Abenddämmerung.

Das unterstreicht auch Schrader. Vorsehen müssten sich Autofahrer besonders in bewaldeten Gebieten – und zwar das ganze Jahr über. Wichtig sei es, in derlei Gegenden konzentriert zu fahren, bremsbereit zu sein und die Straßenränder im Auge zu behalten. Zudem gelte der Grundsatz: „Ein Tier kommt selten allein.“ Sollte ein Unfall dennoch nicht zu vermeiden sein, dürfe man auf keinen Fall ausweichen. „Das hat oft schlimmere Folgen.“

Von Andreas Fuhrmann

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