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Göttingen „Wenn wir nicht anfangen, fängt keiner an“
Die Region Göttingen „Wenn wir nicht anfangen, fängt keiner an“
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17:00 26.08.2019
Die Energieagentur Region Göttingen setzt sich seit zehn Jahren für den Klimaschutz ein. Vorstand und Geschäftsführung zogen nun ein Fazit zur geleisteten Arbeit: (v.l.) Thilo Diederich, Dr. Gerd Rappenecker, Christel Wemheuer, Dinah Epperlein, Doreen Fragel und Ezra W. Kurth. Quelle: Donth
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Göttingen

Wo kann Energie gespart werden? Seit zehn Jahren geht die Energieagentur Region Göttingen dieser Frage immer wieder aufs Neue nach. Der Verein berät Kommunen, Unternehmen, Hauseigentümer und Mieter in Sachen Klimaschutz. Die Verantwortlichen haben nun eine Zwischenbilanz gezogen – und einen Ausblick gewagt.

Die Mitgliederzahl der Energieagentur hat sich in den vergangenen Jahren deutlich vergrößert. Waren es im Gründungsjahr 2009 noch 45 Mitglieder, sind es mittlerweile 130 Mitglieder. Für Projekte der Energieagentur wurden in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 2,7 Millionen Euro an Fördergeldern von Bund, Land und der Europäischen Union genutzt. Hinzu kamen 3 Millionen Euro aus den Haushalten der Verwaltungen von Stadt und Landkreis Göttingen sowie den Grundfinanzierern. Dazu gehören unter anderem die Stadtwerke sowie die Sparkasse Göttingen. Derzeit arbeiten 16 Mitarbeiter für die Agentur, Ingenieure, Geografen, Biologen, Volkswirte, Juristen und Architekten.

Haushaltsberatung, Strompar-Check-plus, Fachveranstaltungen

Seit ihrer Gründung am 5. August 2009 hat die Energieagentur zahlreiche Projekte angeschoben, Tausende Beratungsgespräche geführt. Eines der ersten Angebote war die Haushaltsberatung. Privatpersonen werden dort beraten, wie sie durch Heizen und Lüften Energie sparen können – 400 Haushalte nahmen dieses Angebot bereits in Anspruch. Mit dem Stromspar-Check-plus wurden zusätzlich 1400 vorwiegend einkommensschwache Haushalte begleitet. Zudem organisiert die Energieagentur Foren und Fachveranstaltungen, an denen bislang rund 1500 Teilnehmer sowie 150 Auszubildende teilnahmen. Jüngst organisierte die Energieagentur eine Podiumsdiskussion, an der unter anderem alle vier Göttinger Bundestagsabgeordneten sowie Vertreter von „Fridays for Future“ teilnahmen.

In welchem Umfang Emissionen durch die Projekte und Beratungen der Energieagentur in den zurückliegenden zehn Jahren eingespart wurden, lässt sich nicht exakt erfassen, da die Klimaschützer häufig nicht nachvollziehen können, welche Maßnahmen Kunden nach einer Beratung tatsächlich ergreifen, um einen Beitrag zur Energieeinsparung zu leisten.

Energieagentur setzt auf Nachhaltigkeit – auch im Büro

Die Energieagentur Region Göttingen ist ein gemeinnütziger Verein von Stadt und Landkreis Göttingen. Die Gründung erfolgte am 5. August 2009. Der Verein informiert Bürger, Kommunen und Unternehmen unabhängig und anbieterneutral über Projekte im Bereich Energiesparen, Energieeffizienz und Ausbau regenerativer Energien. Auch im eigenen Büro setzt der Verein nach eigenen Angaben stets auf Nachhaltigkeit: Die Mitarbeiter nutzen in der Regel das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel.

Den neunköpfigen Vorstand der Energieagentur bilden Thomas Dienberg (Stadtbaurat der Stadt Göttingen), Christel Wemheuer (Erste Kreisrätin des Landkreises Göttingen), Holger Iborg (Sparkasse Göttingen), Dr. Gerd Rappenecker (Stadtwerke Göttingen), Günther Geese (Geese Beratende Ingenieure), Ezra W. Kurth (Energiewende-Komitee), Thilo Diederich (Zimmer-Innung Südniedersachsen), Armin Schülbe (EAM) und Dr. Hjalmar Schmidt (Harz Energie). Mehr Informationen gibt es online unter www.energieagentur-goettingen.de.

„Die Klimaschäden sind hier“

„Das Ziel ist es, zuerst CO2-Emissionen einzusparen, dann auf die Energieeffizienz zu schauen, bevor wir uns mit der Energieproduktion befassen“, fasste Christel Wemheuer, stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes. Die Erste Kreisrätin des Landkreises Göttingen betonte, dass auch Göttingen unmittelbar vom Klimawandel betroffen sei: „Beim Blick auf unsere Wälder müssen wir feststellen: Die Klimaschäden sind hier. Wir sind nicht auf einer einsamen Insel. Und wenn wir nicht anfangen, mehr für den Klimaschutz zu tun, fängt keiner an.“ Deshalb sei es der richtige Weg gewesen, den Verein zu gründen. Die Energieagentur wolle ihre Projekte in der Zukunft in jedem Fall fortsetzen, so Wemheuer.

Dass Klimaschutz kein Selbstläufer ist, unterstrich auch Dinah Epperlein, Leitung des Fachdienstes Hochbau und Objektverwaltung bei der Stadtverwaltung: „Man muss feststellen, dass es Zeiten gibt, in denen wir mit unserem Anliegen auf einer Welle mitschwimmen. Damals nach Tschernobyl oder heute durch Fridays for Future. Es gibt aber auch Hungerzeiten, in denen sich kaum jemand mit Klimaschutz auseinandersetzen will.“

Exemplarisch verdeutlichte Epperlein an einer Zahl, das noch ungenutzte Potenzial, um Energie einzusparen: Die Nutzung von Photovoltaikanlagen liegt in der Stadt bei weniger als fünf Prozent. „Dabei ist dies ein wichtiger Faktor bei der Energiewende“, so Epperlein. Für die Energieagentur Göttingen gilt also auch nach zehn Jahren: Es bleibt viel zu tun.

Von Filip Donth

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