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Göttingen Zehn Jahre Hoffnung: 11 000 potenzielle Lebensretter
Die Region Göttingen Zehn Jahre Hoffnung: 11 000 potenzielle Lebensretter
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17:04 28.08.2019
Der Göttinger Verein Hoffnung finanziert Typisierungsaktionen in der Region. Seit zehn Jahren vereint im Kampf gegen Blutkrebs: (v.l.) Dr. Beatrix Pollok-Kopp (Leiterin KMSG), Dr. Hans Neumeyer (Zweiter Vorsitzender), Barbara Epler (Erste Vorsitzende), Alexander Epler (Schatzmeister). Quelle: Filip Donth
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Göttingen

Der Verein Hoffnung kämpft seit mittlerweile zehn Jahren gegen Blutkrebs. Der Förderverein ermöglichte bislang die Registrierung und Typisierung von fast 11 000 potenziellen Spender in der KMSG, der Knochenmark- und Stammzellenspenderdatei der Universitätsmedizin Göttingen. Am Dienstagabend hat der Verein in kleiner Runde auf das Erreichte zurückgeblickt.

Nadel im Heuhaufen finden

Einen passenden Spender für eine an Blutkrebs erkrankte Person zu finden, wird oft als die Suche nach der Nadel im Heuhaufen beschrieben. Es müssen viele potenzielle Spender registriert und typisiert werden. Nur durch eine große Menge an Freiwilligen, steigt die Chance, das Leben der Patienten durch eine passende Spende retten zu können. Das Problem: Die Typisierung vieler Menschen kostet auch viel Geld. Das war der Anstoß zur Gründung des Göttinger Vereins Hoffnung im Jahr 2009.

„Größere Aktionen verlangten finanzielle Absicherung“, berichtet Dr. Hans Neumeyer, Gründungsmitglied des Vereins. Er baute in den 1990er Jahren die Knochenmark- und Stammzellenspenderdatei an der Universitätsmedizin Göttingen (KMSG) auf und leitete diese bis 2014. Die ersten größeren Typisierungsaktionen für einzelne Patienten seien oft noch von Familien oder Freunden organisiert worden, die Spenden sammeln mussten, erinnert sich Neumeyer.

Vielfältige Aufgaben

Der Verein Hoffnung steht diesen Menschen in der Region seit nunmehr zehn Jahren unterstützend zur Seite: „Wir nehmen an Aktions-Strategie-Gesprächen vor Ort teil, begleiten die Eröffnung eines Spendenkontos am Ort der Aktion, führen das Konto, stellen Spendenquittungen aus und stehen vor Ort mit Rat und Tat zu Verfügung“, beschreibt Neumeyer die Aufgaben.

In den vergangenen zehn Jahren war Hoffnung an zahlreichen Aktionen beteiligt. Die Typisierung von insgesamt 10 787 Neuspendern wurde nach Angaben des Vereins finanziert. „Das macht uns stolz“, sagt Neumeyer. Nur zwei Beispiele: Bei der ersten großen Aktion „Studenten retten Leben“ im Gründungsjahr wurden auf einen Schlag 687 Menschen typisiert. Bei der Aktion „HENRIK“ in Eschwege typisierten sich im Jahr 2014 gleich 1 999 Menschen.

Solide finanzielle Basis

Am Dienstagabend warf der Verein im Strandhaus Am Weendespring den Blick zurück. „Wir lagen finanziell immer richtig, hatten niemals das Gefühl, keine Typisierungen mehr bezahlen zu können“, bilanzierte Schatzmeister Alexander Epler. Der Verein sei derzeit finanziell in der Lage, weitere Aktionen in der Region zu finanzieren, sobald sie benötigt werden.

„Mit unserer Arbeit konnten wir 11 000 potenzielle Spender erreichen. Wir wissen, dass aus diesen Spenden auch einige Leben gerettet werden konnten – und das ist das Schönste“, sagte Barbara Epler, Vorsitzende des Vereins. Epler betonte, dass vor allem junge Menschen wichtige potenzielle Spender sind: „Je jünger ein Spender ist, desto erfolgreicher kann die Stammzellenspende ablaufen.“ Ihres Wissens sei Blutkrebs die einzige Form der Krebserkrankung, wo ein Außenstehender Leben retten könne.

Oft letzte Möglichkeit zur Heilung

„Wer sich typisieren lässt, ist in der Lage, potenziell Menschenleben zu retten“, unterstrich auch Dr. Beatrix Pollok-Kopp, Oberärztin in der Transfusionsmedizin an der Universitätsmedizin Göttingen. Sie übernahm die Leitung der KMSG von Hans Neumeyer. Durch die finanzielle Absicherung von Typisierungsaktionen leiste der Verein Hoffung einen wichtigen Beitrag. Pollok-Kopp ermunterte, über eine Typisierung nachzudenken: „Jeder von uns könnte auch mal betroffen sein. Und dann ist die Stammzellenspende die letzte Möglichkeit der Heilung.“

Von Filip Donth

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