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Göttingen Zehn Jahre Stadtteilzentrum auf dem Leineberg in Göttingen
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18:00 24.08.2019
Zehn Jahre Stadtteilzentrum Leineberg. Köhler und Harms (v. l.) gratulieren dem Zentrum. Quelle: Brakemeier
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Göttingen

Das Stadtteilbüro auf dem Leineberg ist zehn Jahre alt. Zu den Gratulanten gehörten am Sonnabend Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD), Thomas Harms von Nachbarschaftsverein als heutiger Träger der Einrichtung. Göttingens ehemalige Sozialdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck sprach ein Grußwort. In ihrer Amtszeit ist das Stadtteilzentrum entstanden. Nach zuerst befristeter Finanzierung durch Bundesförderung erhalte das Büro inzwischen 50.000 Euro städtische Förderung, wie Ratsherr Klaus-Peter Hermann (SPD) betonte. Längst sei es fester Bestandteil des Stadtteils im Westen der Stadt.

„Wir feiern heute eine Idee“, sagte Köhler, „wie wir Nachbarschaft organisieren können.“ Er schloss sich dem Urteil der amtierenden Göttinger Sozialdezernentin Petra Broistedt an, die das Zentrum „als Juwel auf dem Leineberg“ gelobt habe. So sei der regelmäßige Mittagstisch, den das Zentrum um Leiterin Hanna Köhn dreimal in der Woche anbietet, „mehr als nur eine warme Mahlzeit“, sagte Köhler. Sondern auch ein Ort der Begegnung.

Zuschüsse für Stadtteilzentren

Sein Ziel zu Amtseintritt sei es gewesen, mindestens vier Stadtteilzentren in Göttingen zu haben, sagte Köhler. Es gibt sie zur Zeit außer auf dem Leineberg in Grone, in der Weststadt und auf dem Holtenser Berg. Ein weiteres sei im Ebertal geplant, weitere Standorte in der Diskussion. Köhler betonte, dass die städtischen Zuschüsse für alle Zentren erhöht worden seien.

Die Arbeit im Zentrum sei seit Beginn im Wandel, erläuterte Köhn. Sei es am Anfang eher die Altenarbeit gewesen, die im Mittelpunkt stand, sei inzwischen auch die Integration von Migranten hinzugekommen.

Leiterin Hanna Köhn Quelle: Brakemeier

Als ein besonders gelungenes Angebot des Zentrums nannte Köhn das Reperaturcafé an jedem ersten Dienstag im Monat. Die Idee sei durch Bewohner des Stadtteils, die sich ehrenamtlich engagieren wollten, entstanden. Seit Ende 2015 würden unter Anleitung von Ehrenamtlichen defekte Gegenstände und Geräte, wie etwa Fahrräder, Kleidungsstücke und Elektrogeräte repariert. Es werde geschraubt, gelötet und den Dingen wieder neues Leben eingehaucht.

Gegenseitiges Kennenlernen

Dem Café sei eine Handy- und Computersprechstunde angeschlossen, die von jungen Inhaftierten aus der nahe gelegenen Jugendanstalt angeboten werde. Fragen rund um die Nutzung von Handy, Smartphone und Laptop würden beantwortet. „Beim Reparatucafé passte einfach alles zusammen: Die Idee stammte von Leinebergern, die sich engagieren wollten.“ Gleichzeitig hätten durch eine Projektförderung für das Projekt ,GÖ schafft’s’ Mittel zur Verfügung gestanden, um Angebote umzusetzen, bei denen die inhaftierten Jugendlichen mit den Bewohnern des Leinebergs zusammen kämen und sich gegenseitig kennenlernen könnten. Zu Köhns Team gehören drei geringfügig Beschäftigte und viele ehrenamtliche Helfer.

„Mehr als nur eine warme Mahlzeit“

„Sorgen und Nöte ablegen“

Als „gesellig und niederschwellig“ beschrieb Harms das Angebot des Zentrums. Ziel sei es stets gewesen, nicht über die Köpfe der Anwohner zu agieren, sondern mit ihnen. Das Stadtteilbüro sei ein Ort, an dem es außer den Angeboten schnelle Hilfe gebe bei Fragen etwa zu Mietverträgen, Hartz IV und anderen Behördenangelegenheiten gebe. Und es sei ein Ort, an dem die Leineberger „ihre Sorgen und Nöte abladen“ könnten.

Auf der Suche nach Fördermitteln

Das Stadtteilbüro auf dem Leineberg eröffnete 2009 – zunächst in den Räumen der ehemaligen Sparkassenfiliale. 2013 zog das Büro um auf die gegenüberliegende Straßenseite in die Allerstraße 32 in ein Gebäude der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Am Anfang war die Idee, erinnert sich Schlapeit-Beck, ein Ort der Begegnung zu schaffen. Geld sei damals knapp gewesen, daher habe sie sich um Förderprogramme bemüht. Am Ende finanzierte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Büro durch das Projekt „Engagement schlägt Brücken – Freiwilligendienste aller Generationen“ zunächst für drei Jahre.

Broschüre über den Leineberg von Klaus-Peter Hermann. Quelle: Brakemeier

Zum Geburtstag hatte der Nachbarschaftsverein Leineberg als Träger des Stadtteilbüros am Sonnabend ein Straßenfest organisiert. Die Kooperationspartner boten etwa eine Fahrradputzaktion eine Malaktion und Kinderschminken an. Darüber hinaus gab es Informationsstände und Mitmach- und Sportangebote.

Leineberg – Fotobuch und Büro

Zum zehnjährigen Bestehen hat Ratsherr und Leineberger Klaus-Peter Hermann seinen kleinen Fotoband „Unser Leineberg – eine Bilderreise durch die Geschichte der Leinebergsiedlung“ vorgestellt. Auf historischen Fotos zeichnet Hermann, der selbst seit 55 Jahren auf dem Leineberg wohnt, die Historie des Stadtteils nach – von 1961 bis heute. Die Broschüre im Din-A5-Format soll ab sofort im Stadtteilbüro, Allerstraße 32, erhältlich sein. Dieses hat von montags bis freitags zwischen 9 und 14 Uhr geöffnet. Zu erreichen ist telefonisch unter 0551/2054702 und per Mail an stadtteilbuero.leineberg@t-online.de zu erreichen. Außer dem Mittags- und Begegnungstisch und dem Reperaturcafé bietet das Büro etwa Näh- und Deutschkurse an. Es gibt Mietersprechstunden und Rechtsberatung. Eine Tanzgruppe und ein Doppelkopftreffen runden das Angebot ab.

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E-Mail: m.brakemeier@goettinger-tageblatt.de

Twitter: @soulmib

Facebook: michael.brakemeier

Von Michael Brakemeier

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