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Göttingen Zeitreise in die 70er, Umzug, „flotte Fusionsfeier“: Kirmes in Grone
Die Region Göttingen Zeitreise in die 70er, Umzug, „flotte Fusionsfeier“: Kirmes in Grone
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18:34 30.08.2019
2016 beginnt die Arbeitsgemeinschaft erstmals mit der Organisation der Kirmes (v.l.): Sascha Egger, Marco Witte, Dieter Krause, Wolfgang Thielbörger, Silke Dudda. Quelle: R
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Grone

In Grone feiern Bürger jetzt das Fest der Feste – vom 30. August bis zum 2. September ihre Familien- und Volkskirmes auf dem Platz an der Martin-Luther-Straße. Mit dem Event am Sonnabendabend kündigen die Veranstalter eine Neuerung an: am 31. August steigt erstmals die große Schlagernacht.

2016, ’17, ‘18 gab es gute Laune in Lederhosen und Dirndln à la südlich des Weißwurstäquators – doch: „Aller guten Dinge sind drei“, kommentiert Marco Witte von der Arbeitsgemeinschaft Groner Kirmes den Wechsel beim zentralen Musikspektakel. „Die Rexis und das Polyester Orchester“ (21 Uhr) sowie „Onkel + Mac“ mit Pre- (20 Uhr) und After-Show-Party starten an diesem Abend mit dem Publikum eine „Zeitreise in die goldenen 70er-Jahre“. Die Schlagernacht arrangiert das Team der Festfabrik, die Veranstaltungsagentur des Tageblatts, das Medienpartner der Kirmes ist.

Die Rexis kommen am Sonnabendabend nicht allein. Die beiden ehemaligen Radiomoderatoren Onkel und Mac sind bundesweit auf Events unterwegs. Mac (l.) verspricht: „Es wird spektakulär!“ Vor und nach den Rexis „sorgen wir für ausgelassene, bunte Schlagermoves und informieren über alles Wichtige im Zelt.“ Quelle: r

Seit 1684 gibt es Kirmes in Grone, teilt Ortsbürgermeisterin Birgit Sterr (SPD)in der Festschrift mit. 2015 fiel die Kirmes aus. Ob nun zum ersten Mal oder nicht: „Das war schon sehr bedauerlich“, sagt die 63-Jährige. Die Absage brauchte eine neue Ansage.

Sterr und Uwe Graells, Chefredakteur des Göttinger Tageblatts, setzten sich 2015 mit Witte zusammen, um einen Plan für 2016 auf den Weg zu bringen. „Schnell wurde klar, dass ein Verein allein die Organisation einer Kirmes dieser Größe nicht mehr stemmen kann“, so Witte.

Festausschuss-Chef: „Ohne die vielen helfenden Hände sind wir nichts“

Vorstände des Kleingärtnervereins Lindenkamp, des Feuerwehrvereins und des MTV Grone, dessen Vorsitzender Witte ist, erklärten sich zur Kooperation bereit. Das Festevent am Sonnabend übernahm 2016 erstmals die Festfabrik. Dieser Verbund habe sich bewährt, so Witte. Statt der Kleingärtner sind in diesem Jahr Aktive des Vereins Wir in Grone dabei. Der Arbeitsgemeinschaft „gilt mein ausdrücklicher Dank“, sagt Sterr.

Silke Dudda (stellvertretende MTV-Vorsitzende), Wolfgang Thielbörger (Vorsitzender des Feuerwehrvereins), Sascha Egger (Feuerwehrverein), Dieter Krause (Wir in Grone) und Witte bilden die Arbeitsgemeinschaft – Egger, Krause und Witte das Kernteam der Arge. Letzterer stellt unmissverständlich klar: „Ohne die vielen helfenden Hände sind wir nichts.“ Die Mitstreiter sind auch in „vielen anderen Vereinen“ organisiert, sagt Witte. Diese Verbundenheit bei der Vorbereitung der Kirmes „ist stärker als in der Vergangenheit“, betont der 49-Jährige. „Heute ziehen alle an einem Strang.“

Etwa 100 Sponsoren unterstützen die Volkskirmes in Grone

Zu ihnen zählen die Sponsoren. „Etwa 100. In den letzten vier Jahren betrug die Fluktuation vielleicht fünf Prozent. Wir haben eine treue Unterstützer-Basis.“ Neu ist, dass die Firmenlogos im Festzelt zusätzlich zu Bannern auf LED-Bildschirmen gezeigt werden.

Im Festzelt sorgt das Team der Firma Heinrich Müller aus Duderstadt für Vorräte gegen den Durst – Cocktails inklusive; davor stehen sein Getränkepavillon und ein Imbiss. Auf dem Platz führt Hilmar Theile Regie: Er engagiert die Schausteller (Autoscooter, Berg- und Talbahn, Kinderkarussell, Hau den Lukas), ordert Schießwagen, Fischbude und Süßwarenstand. Wie Müller ist auch Theile „ein kontinuierlicher Partner“, so Witte.

Die El Trinkos sorgen am Sonntagabend („flotte Fusionsfeier“) und beim Frühstück am Montagvormittag für gute Laune im Zelt Quelle: r

Im Zelt zählen neben den „Rexis“ sowie Onkel und Mac die Partyband Suspenders mit Hits der 80er- und 90er-Jahre am Freitagabend(Eintritt: fünf Euro) und die El Trinkos am Sonntagabend (Eintritt: frei) zu den Höhepunkten. Bevor die Stimmungs-Tanz-Band loslegt, gibt es eine Premiere der besonderen Art. Um 19 Uhr wollen die Vorstände des MTV und des TWG 1861 ihre Unterschriften auf das Vereinigungspapier setzen – und sogleich beginnt die „flotte Fusionsfeier: endlich VEREINt“.

beim Kirmesfrühstück ist gute Laune garantiert. Quelle: Hinzmann

Zünftig wird am Montagvormittag der Ausklang der Kirmes eingeläutet. Ab 10 Uhr kommen die Wurstplatten von Schlachter Proffen auf den Tisch, plus Käse, plus Brot. Die El Trinkos begleiten den Schmaus – der für den Gaumen kostet 6,50, der für die Ohren 3,50 Euro: der Doppelpack einen „Zehner“. Zudem tritt der Ortsrat in Aktion: Das Gremium belohnt die schönsten drei Festwagen und drei Fußgruppen des Festumzugs jeweils mit einem Preis. Geld gibt’s – das gedanklich schon mal für Ausstattungsideen im Umzug 2020 ausgegeben werden kann.

Wenn schon „la, la, la“, dann auch richtig: Die Rexis und das Polyester Orchester zelebrieren die Schlagernacht im Festzelt. Quelle: r

Das Festevent am Sonnabend übernahm 2016 erstmals die Festfabrik – sie ist die Veranstaltungsagentur des Tageblatts, das Medienpartner der Kirmes ist. An diesem Abend heißt es: „Hossa, die Rexis kommen“. Bunte Hemden sind angesagt. Die Rexis und das Polyester Orchester sowie „Onkel + Mac“ mit Pre- und After-Show-Party starten mit dem Publikum eine „Zeitreise in die goldenen 70er-Jahre“, schwärmt Benjamin Wolff, Projektleiter der Festfabrik.

Miniröcke, Schlaghosen, Plateauschuhe gehörten „damals“ zum Alltag wie die „duften Melodien“ vom laufenden Band. „Fönwelle, Hotpants, Blumen im Haar und Liebe im Herzen: Die Rexis machen diese Musik zur schönsten Sache der Welt“ – mit Titeln wie „Du kannst nicht immer siebzehn sein“, „Fiesta Mexicana“, „Ein Bett im Kornfeld“, „Wunder gibt es immer wieder“ oder „Aber bitte mit Sahne“. Restkarten sind nur im Vorverkauf erhältlich – siehe Programm-Info unten.

Der „Große Umzug“ – das Herzstück der Kirmes

Der „Große Umzug“ ist das Herzstück der viertägigen Kirmes. Ein Motto gibt es nicht, betont Marco Witte von der Arbeitsgemeinschaft. Stattdessen haben alle Teilnehmer in puncto Kostümierung die angenehme Wahl der Qual – „und mehr Spielraum für Ideen“, sagt Witte. Der 49-Jährige bestätigt, dass in Vereinen durchaus Ehrgeiz entwickelt wird, um eine besonders gute Figur abzugeben. „Die Feuerwehr hat schon mal Wasser mitgebracht und der Heimatverein hatte einen Hühnerstall auf dem Wagen.“ Politische Anspielungen könnten eventuell zumindest „ansatzweise“ in Szene gesetzt werden – „aber haben keinen Karnevalsumzug“.

Etwa „zehn bis 15 Wagen“ und „25 bis 30 Fußgruppen mit jeweils 15 bis 20 Teilnehmern“ erwartet Witte. „Bestimmt 150 bis 200 Teilnehmer sind unter zwölf Jahren alt.“ Kitas, Kindergärten, Grundschulen oder die Jugend des FC Grone sind dabei.

Veranstalter rechnen mit 2500 bis 3000 Bürgern, die Spalier stehen

Witte rechnet mit „500 bis 700 Teilnehmern“ im Zug, den sieben Kapellen begleiten: Spielmannszug Dransfeld, der Fanfarenzug Harste, der Spielmannszug Nörten-Hardenberg, der Fanfarenzug Lindau/Harz, der Schlameienzug Osterhagen, der Spielmannszug Gieboldehausen und das „Drum & Bugle Corps“ Red Stars aus Hann. Münden. Dass halb Grone auf den Beinen ist, „wäre dann doch übertrieben“, meint Witte, aber „zwischen 2500 und 3000“ Bürgern werden Spalier stehen.

Den Zug sicher in Bewegung zu halten, sei mit viel Arbeit verbunden – „für uns und die vielen helfenden Hände“. Ein Beispiel: Witte geht vorne mit; Dieter Krause von der Arbeitsgemeinschaft ist mittendrin unterwegs, koordiniert „den Wurm“ per Funk: „Mal kann’s etwas schneller gehen, mal heißt es Stopp. Wichtig ist, dass alle zusammenbleiben und Spaß haben. Es sind noch andere Helfer rund um den Zug im Einsatz.“ Auch professionelle: Von der Polizei, der Feuerwehr, den Verkehrsbetrieben. Und der ARV ist für den Sanitätsdienst zuständig. Witte: „Für den Ablauf des großen Umzugs sind viele Helfer involviert.

Der Lampion- und Fackelumzug

Die Strecke ist zwar etwas kürzer, aber der Umzug nicht minder eindrucksvoll als der „Große“ 43 Stunden später: Am Freitagabend eröffnen die Kinder des Ortsteils mit Eltern, Oma und Opa beim Lampion- und Fackelumzug inoffiziell die Kirmes. Die meisten Teilnehmer starten am Festplatz Martin-Luther-Straße, aber Einreihen ist jederzeit während der Route möglich, sagt Witte. Weiter geht’s über Kirchstraße, Backhausstraße, Krugstraße, Zollstock und Greittor zum Bürgerpark. Der Spielmannszug Dransfeld begleitet den Zug, spielt Lieder, die den Kindern gefallen dürften, sagt Witte. Etwa „eine halbe Stunde“ sind sie unterwegs.

Schlagernacht, Fusions-Fete, Frühstück: Das Programm

Sonnabend, 31. August, 14 Uhr: Kindernachmittag mit Schminkaktion, ein Zauberer ist auf dem Platz unterwegs, und das Kinderkarussel steht im Mittelpunkt; 20 Uhr: Die große Groner Schlagernacht, „Onkel + Mac“ stimmen das Publikum auf die Rexis ein, die ihre Fans mit dem Polyester-Orchester in die /0er-Jahre entführen – die After-Show-Party moderieren „Onkel + Mac“ (nur noch wenige Restkarten sind im Vorverkauf für 13 Euro in den Geschäftsstellen des Göttinger (Weender Straße 44) und Eichsfelder Tageblatts, Marktstraße 9 in Duderstadt, sowie im Toto-Lotto-Geschäft Danuta Baranczyk, Krugstraße 24 in Grone, erhältlich.

Sonntag, 1. September, 10 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst im Festzelt; 14 Uhr: Großer Festumzug; 15.30 Uhr: Konzert der Musikzüge im Festzelt (Eintritt: frei); 19 Uhr: MTV / TWG – die Fusion, im Anschluss „Die flotte Fusionsfeier“ mit den El Trinkos (Eintritt: frei).

Montag, 2. September, 10 Uhr: Traditionelles Kirmesfrühstück (Eintritt 3,50 Euro), Frühstück für 6,50 Euro; Prämierung der schönsten Festwagen und Fußgruppen des Festumzugs; „Wegbringen der Schützenkönige“.

Von Stefan Kirchhoff

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