Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Zoll stoppt Markenfälscher bei Göttingen
Die Region Göttingen

Zoll stoppt Markenfälscher bei Göttingen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:45 25.09.2020
Der Zoll hat am 20. September einen Transporter mit gefälschter Markenware bei Göttingen gestoppt (Symbolbild). Quelle: r
Anzeige
Göttingen

Nicht nur in chinesischen Seecontainern im Hamburger Hafen oder in türkischen Urlaubsfliegern am Frankfurter Flughafen findet der Zoll Markenfälschungen – sondern auf allen Verkehrs- und Transportwegen in ganz Deutschland und in allen Qualitätsstufen, wie ein aktueller Fall aus Göttingen zeigt.

Auf der Autobahn nahe Göttingen stoppte der Zoll demnach bereits am 20. September einen rumänischen Transporter. Das Fahrzeug kam aus der Türkei und erwies sich als „gut sortierter Haushaltswarenladen auf vier Rädern“, wie Zoll-Pressesprecher Andreas Löhde vom Hauptzollamt Braunschweig es beschreibt. Allerdings hätten die Zöllner unter völlig unproblematischen Waren aus einem rumänischen Großmarkt drei große Säcke mit 72 Kleidungsstücken gefunden – versehen mit den Marken namenhafter Hersteller. Dazu befragt, habe der Fahrer angegeben, die Waren für 300 Euro in der Türkei gekauft zu haben. Er habe sie zu einem Verwandten nach Dortmund bringen wollen. Unglücklicherweise kenne er weder den Namen noch die Adresse seines Verwandten. Glücklicherweise erkannten aber die Zollbeamten laut Löhde anhand der Qualität sofort, dass es sich bei den Waren um Plagiate handelt – und stellten sie sicher.

Anzeige

Fälschungen in allen Qualitäten

„Bei Produktpiraterie denke ich immer zuerst an ein Fußballtrikot, bei dem sogar der Mannschaftsname falsch geschrieben ist. Fälschungen gibt es aber in allen Qualitäten, und das macht es gefährlich“, so Löhde. Zum einen sei es für die Wirtschaft gefährlich, wenn etwa die Namen Schweizer Uhrmacher oder französischer Taschenmanufakturen eher mit Basaren, Ramsch und Fälschungen assoziiert werden als mit Qualität und Anspruch. Zum anderen bestehen laut Löhde auch gesundheitliche Risiken: So seien etwa billig gefälschte Kleidungsstücke und Kosmetika oft nicht besonders hautverträglich. Die größte Gefahr gehe jedoch von Plagiaten aus, die optisch nicht mehr von dem Original zu unterscheiden sind: „Ich möchte weder in einem Auto sitzen, dessen Bremsen nur so aussehen wie das Original, noch möchte ich Medikamente nehmen, die eigentlich in chinesischen Hinterhöfen zusammengemischt worden sind“, beschreibt Zollamtmann Löhde die reale Gefahr von Produktpiraterie.

Bundesweit hat der Zoll im Jahr 2019 mehr als fünf Millionen Waren im Wert von rund 220 Millionen Euro aufgegriffen, die gegen den gewerblichen Rechtsschutz verstießen. 61,52 Prozent dieser Waren stammten aus China, 8,34 Prozent aus der Türkei.

Von mr/ots

25.09.2020
Wätzolds Woche - Sicherung durchgebrannt
25.09.2020