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Göttingen Das war der Zukunftstag in der Region
Die Region Göttingen Das war der Zukunftstag in der Region
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15:23 29.03.2019
Zukunftstag am MPI.  Quelle: Foto: r
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Göttingen

Berufe kennen lernen, die eigenen Fähigkeiten und Interessen austesten – dazu bot der Zukunftstag am Donnerstag Gelegenheit. Bei einem Besuch in Betrieben, Einrichtungen und Institutionen erhielten Schülerinnen und Schüler auch in diesem Jahr wieder Einblicke in den Berufsalltag. In Deutschland wird das bundesweite Aktionsprogramm seit 2001 jährlich als „Girls’ Day“ angeboten. In Niedersachsen wird der Tag mittlerweile als „Zukunftstag für Mädchen und Jungen“ gestaltet. Auch zahlreiche Unternehmen und Einrichtungen in der Region haben am Donnerstag ihre Türen für den Nachwuchs geöffnet.

Der Zukunftstag beim Tageblatt im Video:

In Deutschland wird als bundesweites Aktionsprogramms seit 2001 jährlich der „Girls’ Day“ angeboten. In Niedersachsen wird dieser Tag als „Zukunftstag für Mädchen und Jungen“ gestaltet.

Bilder vom Zukunftstag in der Region

Zahlreiche Unternehmen und Einrichtungen aus der Region haben Mädchen und Jungen am Zukunftstag Einblick in die Berufswelt gegeben.

Die Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen begrüßte beispielsweise etwa 30 Kinder im Alter von zehn bis 15 Jahren erstmals im Berufsbildungszentrum Göttingen. In kleinen Gruppen durchliefen die Schüler drei Stationen, an denen sie handwerkliche Tätigkeiten ausprobieren und auch direkt Ergebnisse mit nach Hause nehmen konnten. 

Handwerkliches Geschick stand auch in der Möbelschreinerei Engelhardt in Ebergötzen im Fokus. Hier stellten die sechs jugendlichen Teilnehmer Bilderrahmen her – Sägen, Fräsen, Hobeln, Leimen und Schleifen gehörten dabei zu den Aufgaben der Kinder.

Mehr als 180 Kinder verteilten sich auf insgesamt 23 Kliniken und Einrichtungen der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) –  vom Pflegedienst über die Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie bis zur Biobank.

Besuch im Schockraum

In der Helios-Klinik Herzberg/Osterode durften die teilnehmenden Schüler auch Bereiche wie den Schockraum der Notaufnahme betreten.Im Institut für Informatik der Georg-August-Universität Göttingen konnten sich 20 Mädchen über das Innenleben eines Computers oder Themen wie „Virtual Reality“ informieren.

Bei Kappa Optronics in Klein Lengden lernten 16 Zukunftstag-Kinder verschiedene Berufsbilder und Tätigkeiten eines Kameraherstellers kennen. Sie entwickelten dabei sogar eigene Kamera-Ideen – samt Produktnamen, Preisen und Markteinführungskonzepten. Wer würde sich nicht etwa über eine „Streitschlichterkamera“ freuen?

Wissenschaft und Bundespolizei

Wie spannend Physik sein kann, demonstrierten auch Grundlagenforscher des Göttinger Max-Planck-Instituts (MPI) für Dynamik und Selbstorganisation den 24 dort teilnehmenden Schülern, die nicht nur aus Göttingen kamen, sondern zum Teil sogar extra aus Berlin oder Braunschweig angereist waren.

Auch an anderen Max-Planck-Instituten waren Zukunftstag-Schüler willkommen – etwa im MPI für biophysikalische Chemie (70 Teilnehmer). Dort wurde zum Beispiel der Frage nachgegangen, wie der Aspirin-Wirkstoff hergestellt wird. Auch im MPI für Sonnensystemforschung waren mehr als 50 Schüler beim Zukunftstag dabei.

Fast doppelt so viele durften bei der Bundespolizeiabteilung Duderstadt reinschnuppern. Sie lernten etwa die Beweissicherungs- und Dokumentationseinheit kennen, durften an einem angepassten Einsatztraining teilnehmen und sogar eine „Einsatzfahrt“ im Polizeiauto miterleben – auf dem Gelände der Bundespolizei.

Einblicke in eine Zeitungsredaktion

Neun Schüler verschiedener Göttinger Schulen haben den Zukunftstag genutzt, um die redaktionellen Abläufe beim Göttinger und Eichsfelder Tageblatt kennenzulernen.

Schüler beim Zukunftstag im Göttinger Tageblatt. Quelle: Christina Hinzmann / GT

Nach einer kurzen Begrüßung nahmen die Kids direkt an einer Redaktionskonferenz teil, durften sich anschließend eine Präsentation über moderne Tageszeitungen und ihre vielfältigen Ausgabekanäle sowie einen kurzen Film über das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) anschauen –  und dann auch direkt selbst zu Stift und Papier greifen.

Unter Anleitung gestalteten sie spontan selbst eine eigene kleine Redaktionskonferenz, erarbeiteten Themenvorschläge und diskutierten darüber, welche Artikel sie selbst gern recherchieren und schreiben würden.

Redaktionskonferenz mit den jungen Zukunftstag-Reportern. Quelle: Christina Hinzmann / GT

Gesagt, getan: In drei Teams beschäftigten sich die Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis neun nun mit der Bewegung „Fridays for Future“ (FFF), der zum Tageblatt gehörenden Veranstaltungsagentur „Festfabrik“ und mit dem Tageblatt selbst. Dabei kamen schnell weitere Ideen auf: Man könnte doch zum Beispiel mal den stellvertretenden Chefredakteur interviewen!

Also wurden Fragen erarbeitet und weitere Aufgaben verteilt. Während die einen mit Hilfe von Smartphones und Tablets Informationen zur Tageblatt-Geschichte recherchierten, bemühten sich andere um Gesprächspartner für ihre Artikel, verifizierten Fakten oder tauschten ihre eigenen Ansichten zur FFF-Kampagne aus. Nach einem gemeinsamen Mittagessen stellten die Jugendlichen ihre recherchierten Themen in einer weiteren Tageblatt-Redaktionskonferenz selbst kurz vor. Und diese Artikel sind daraus entstanden:

Interessantes zum Göttinger Tageblatt

Von Selina KrukenbergLilly Krüger und Feline Hamadeh

Göttingen. Das Göttinger Tageblatt wurde 1889 von Gustav Wurm gegründet. Das erste Verlagsgebäude befand sich an der Prinzenstraße. 1979 wurde das neue Verlagsgebäude an der Dransfelder Straße nahe der Autobahn-Abfahrt Göttingen fertiggestellt und bezogen. Heute arbeiten in der Redaktion, zu der auch das Eichsfelder Tageblatt und die Anzeigenblätter Blick und Hallo Eichsfeld gehören, etwa 50 Personen –freie Mitarbeiter eingeschlossen. Mindestens 14 Stunden ist die Redaktion täglich besetzt, und sogar 24 Stunden in Bereitschaft. Die Mitarbeiter haben keine typischen Arbeitszeiten – diese sind sehr flexibel. „Wir arbeiten dann, wenn etwas passiert“, sagt Christina Hinzmann, Fotografin des Göttinger Tageblatts.

Das Verlagsgebäude des Göttinger Tageblatts. Quelle: Hinzmann (Archiv)

Das GT und ET kann man in gedruckter Form oder digital lesen, zum Beispiel über die Internetseite goettinger-tageblatt.de oder über eine News-App. Das Tageblatt hat Geschäftsstellen in Göttingen (Weender Straße) und in Duderstadt (Marktstraße). Vor Ort recherchieren die Redakteure, schreiben und „bauen“ Seiten. Gedruckt wird das Tageblatt aber nicht mehr in Göttingen, sondern in Rodenberg bei Hannover. Das Göttinger Tageblatt gehört zur Madsack-Mediengruppe. Im Interview beantwortet der stellvertretende Chefredakteur Christoph Oppermann ein paar Fragen:

Wie lange sind Sie schon beim Göttinger Tageblatt?

Viereinhalb Jahre.

Wie verläuft Ihr Alltag, und was haben Sie für Aufgaben?

Ich bin im täglichen Geschäft für alles verantwortlich, was die Redaktion betrifft. Außerdem treffe ich Entscheidungen, die die Mitarbeiter nicht alleine treffen können oder wollen. Allein kann man das aber nicht schaffen, deswegen gibt es bei uns ein Team aus Mitarbeitern, das bei der Bewältigung verschiedener Aufgaben hilft. Das erledigen wir als Kollegium.

Was mögen Sie an Ihrem Job am meisten und was am wenigsten?

Am meisten mag ich, dass es nie langweilig wird. Ich hatte bisher noch nie einen langweiligen Arbeitstag. Es gibt eigentlich nichts, was ich an dieser Arbeit nicht mag, denn wenn ich den Job nicht mögen würde, dann würde ich ihn nicht machen.

Was macht eigentlich die Festfabrik?

Von Aliki Alkimos, Anna Gliem und Lina Grna

Göttingen. Die Festfabrik ist eine Veranstaltungsagentur der Madsack-Mediengruppe. Das in Göttingen aus drei Personen bestehende Team organisiert Feste und Events. Die drei finden Konzepte, entwickeln  Medienstrategien, moderieren und betreuen die Kunden von der Idee bis zur Umsetzung einer Veranstaltung. Der Projektleiter Benjamin Wolff und die Projektassistentin Sina Gottschalk organisieren unterschiedlich große Events – von der Mitarbeiter-Weihnachtsfeier mit 50 Personen bis zur Nikolaus-Party mit 8000 Gästen. Außerdem gehört noch Martin „Mac“ Schneider zum Team.

Das „GT Autokino“ wurde in der Göttinger Festfabrik entwickelt.. Quelle: Christina Hinzmann

In unserem Interview mit Benjamin und Sina haben uns die beiden erzählt, dass – je nach Größe der Veranstaltung – sogar bis zu fünf Personen an der Organisation beteiligt sind, dazu manchmal auch noch viele Helfer. Man müsse sich neben dem Catering und den Anliegen des jeweiligen Kunden auch um Dinge wie Genehmigungen kümmern. Das Budget der Kunden müsse ebenfalls berücksichtigt werden. Je nach Kunde, Projekt oder Kampagne werde die ideale Mannschaft zusammengestellt. Benjamin und Sina haben diesen Job vor allem gewählt, weil er ihnen viel Abwechslung bietet und ihnen das Organisieren Spaß macht. Mit Kreativität können sie ihre eigenen Ideen wie zum Beispiel das „GT Autokino“ verwirklichen. Die Festfabrik ist also auch so etwas wie eine Ideenschmiede. 

Schüler über „Fridays for Future

Von Marie-Theres Sommer, Fabio Theiß und Antal Mimkes

Göttingen. Im Moment gehen viele Schüler auf die Straße, um als Bewegung „Fridays for Future“ für eine bessere Umweltpolitik zu demonstrieren. Es fing an mit Greta Thunberg, die Mitte 2018 an einem Freitag während der Schulzeit vor das schwedische Parlament trat, um ihre Meinung zu verdeutlichen. Daraufhin fingen auch viele andere Schüler an, während der Schulzeit auf die Straße zu gehen und für eine bessere Umweltpolitik zu protestieren. Sie tun dies immer wieder unter Mottos wie „Wir streiken, bis Ihr handelt“ oder „Warum lernen für eine Zukunft, die es wahrscheinlich gar nicht geben wird?“

Schüler demonstrieren für eine bessere Klimapolitik in Göttingen. Quelle: Christina Hinzmann

Das Problem dabei ist, dass manche Schüler die Gelegenheit ausnutzen, um nicht in die Schule zu müssen. „Es nützt nichts, wenn die Schüler morgens auf die Demo gehen und nach der Schule übers Wochenende nach Mallorca fliegen“, sagt zum Beispiel eine Schülerin, die den Zukunftstag beim Tageblatt verbracht hat. Um der Umwelt zusätzlich zu helfen, könne man außerdem mehr mit dem Bus oder Fahrrad fahren. Allgemein sollte man darauf achten, dass man Produkte mit wenig oder ganz ohne Palmöl kauft. Man sollte weniger in Fastfood-Restaurants gehen und  weniger Plastik benutzen. Wenn man das Haus verlässt, sollte man darauf achten, dass auch wirklich alle elektrischen Geräte ausgeschaltet sind, da sonst Strom verschwendet wird. 

Von Markus Riese

Pünktlich zu Ostern startet am Freitag, 5. April, die Stadtführungssaison mit touristischen Führungen, etwa durch die Göttinger Innenstadt. An mehreren Tagen pro Wochen veranstaltet die Tourist-Information Stadt- und Themenführungen.

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Die Volksbank Kassel-Göttingen hat einen Wettbewerb für regionale Förderung ausgerufen. Die 50 besten Projekte erhalten finanzielle Unterstützung. Bewerbungen sind vom 8. April bis 12. Mai möglich.

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