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Göttingen Zum Umzug kommt die Sonne
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19:45 14.09.2009
Auch der Verein „Frischauf“ ist beim Rosdorfer Kirmesumzug dabei: Die Mitglieder feiern 90. Geburtstag.
Auch der Verein „Frischauf“ ist beim Rosdorfer Kirmesumzug dabei: Die Mitglieder feiern 90. Geburtstag. Quelle: Pförtner
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Das Fest hatte seinen Höhepunkt bereits am Sonnabendmittag erreicht, als sich der große Umzug in Bewegung setzte. Just in diesem Moment brach die Sonne durch die Wolken und brachte die Teilnehmer von Vereinen und sonstigen Einrichtungen gehörig ins Schwitzen. Die aber ließen sich nichts anmerken und zogen begleitet von vier Musikgruppen durch den Ort. Gutes Wetter war schließlich rar an diesem Wochenende. An der Strecke hatten sich denn auch unzählige Zuschauer versammelt. Sie sahen einen Kirmesumzug, der kaum enden wollte. „Da kommen ja immer noch mehr“, wunderte sich eine Frau an der Strecke, die serienweise Fotos schoss. „Was ist denn los dieses Jahr?“

Was viele an den Straßen in Staunen versetzte, war in erster Linie die Arbeit des ausrichtenden Vereins MTV Rosdorf. Der hatte anlässlich seines 100-jährigen Bestehens ein Kirmes-Programm auf die Beine gestellt, das es so wohl Jahre nicht mehr gegeben hatte. Mit seinem Elan hatte er auch alle anderen Vereine und Institutionen im Ort angesteckt, denn die beteiligten sich so rege wie lange nicht – besonders am Umzug.

„Älter werden wir sowieso“

Da waren, um nur einige zu nennen, die Anhänger des Musik- und Wandervereins „Frisch Auf“ Rosdorf, die anlässlich ihres 90-jährigen Bestehens ihr unumstößliches Credo in die Welt trugen: „Älter werden wir sowieso, drum feiern wir dies mit Cheerio“. Oder die Kinder der Rosdorfer Kitas, die zwar nicht sangen, dafür aber mit ihren futuristischen Verkleidungen punkten konnten. Selbst die Vertreter des Seniorenzentrums Johannishof verpassten es nicht, sich selbst aufs Korn zu nehmen: „Trinken ist im Alter wichtig, drum trinken wir uns einen – aber richtig“.
Am Ende des Zuges zeigte sich nochmals die perfekte Organisation. Dort nämlich schritten gemächlich einige Ponys, die, wohl angesteckt von den Kamellewerfern, ihrerseits ein paar Äpfel fallen ließen. Die Kugeln aber blieben nicht lange liegen, sondern wurden, kaum waren sie zu Boden geplumpst, von einem wackeren Äpfel-Sammler aufgenommen. Es passte eben einfach alles in diesem Jahr.

Von Andreas Fuhrmann