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Göttingen 2018 schon 32 Einbrüche im Stadtgebiet Göttingen
Die Region Göttingen 2018 schon 32 Einbrüche im Stadtgebiet Göttingen
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00:26 24.03.2018
Quelle: dpa
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Göttingen/Hannover

Die Polizei Hannover hat ein neues „Einbruchsradar” gestartet: Ab sofort werden dort einmal pro Woche die aktuellen Einbruchszahlen für die Stadt und das Umland veröffentlicht. In Nordrhein-Westfalen wird ein Einbruchsradar bereits seit April 2016 veröffentlicht. Nach einem Jahr war die Zahl der Einbrüche dort landesweit um rund 15 Prozent zurückgegangen. In Göttingen gibt es kein Einbruchsradar.

Der Präsident der Polizeidirektion Göttingen, Uwe Lührig, dazu: „Ich möchte in meiner Behörde die ersten Erfahrungen in Hannover erst einmal abwarten. Wir werden dann entscheiden, an welchen Stellen in unserer Region ein solcher Einsatz sinnvoll ist und welche positiven Effekte zu erwarten sind.” Um die Bürger für das Thema Einbruchschutz zu sensibilisieren, könne ein Einbruchsradar analog zur Polizei Hannover durchaus „eine sinnvolle Ergänzung darstellen”.

32 Einbrüche in Göttingen, fünf in Hann.Münden

Technisch möglich sei ein Einbruchsradar, die Daten dafür lägen vor, so Polizei-Pressesprecher Michael Müller. Lührig gibt aber zu bedenken, dass die Veröffentlichung von Einbruchszahlen das Sicherheitsgefühl der Bürger in der Region nicht negativ beeinflussen dürfe. Vielmehr wolle man die Bevölkerung motivieren, mit der Polizei intensiver in Kontakt zu treten.

Im Stadtgebiet Göttingen, so teilt die Polizeidirektion mit, wurden in den ersten Monaten dieses Jahres (bis zum 15.März) bereits 32 Einbruchdiebstähle und versuchte Einbrüche registriert. Im Bereich des Polizeikommissariats Duderstadt wurden im selben Zeitraum drei, im Bereich des Polizeikommissariats Hann. Münden fünf Einbrüche begangen. In Hannover liegt die Zahl ungleich höher, dort wurden 260 Einbrüche gezählt. Das Einbruchsradar dort zeigt auf, in welchen Stadtteilen wie viele Delikte gemeldet wurden. Eine online-Umfrage der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung hat ergeben, dass 678 von 932 Lesern das Radar befürworten. Das sind 73 Prozent derer, die mitgestimmt haben.

Die Bremer Polizei hat im Herbst 2016 ein Einbruchsradar eingerichtet. Sie hat 2017 eine erste positive Bilanz gezogen: Das Einbruchsradar stieß auf ein großes Interesse. Dieses gehe nach Angaben der Polizei aus der Anzahl der Seitenaufrufe der Internetseite des Einbruchsradars wie auch aus der Anzahl der Zugriffe über Facebook hervor. Bis Juni 2017 verbuchte das Einbruchsradar mehr 75 000 Seitenaufrufe. Die Polizei hofft, die mit dem Radar verbundenen Präventionsbotschaften bei den Usern verinnerlicht zu haben.

„Gezielte“ Fahndungsmaßnahmen

Laut Karin von Schroeter vom Weißen Ring Hannover, der Kriminalitätsopfer betreut, gibt es zwei Sichtweisen auf die neue Praxis: „Erstmal sind die Zahlen sachliche Informationen für Bürger, um auf dem Laufenden zu bleiben“, sagt von Schroeter. „Allerdings kann es auch verunsichern, wenn man weiß, dass in seiner Nachbarschaft häufig eingebrochen wird.“

Lührig weist darauf hin, dass sich die Polizei in Göttingen auch mit der Einrichtung einer Koordinierungsstelle „Eigentum“ auf die Bekämpfung und die Verhinderung von Wohnungseinbrüchen „professionell aufgestellt” habe. „Wir wissen dadurch genau, wo sich aktuell Taten ereignet haben oder an welchem Ort entsprechend verdächtige Personen auffällig geworden sind”, so Lührig. So könne man Fahndungsmaßnahmen gezielter ausrichten.

Von Britta Bielefeld

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