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Göttingen Zwei-Meter-Zaun schützt Eiche
Die Region Göttingen Zwei-Meter-Zaun schützt Eiche
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18:07 08.07.2009
Standortgerechte Eichen für den Mündener Stadtwald: Aufforstung nach Orkan dauert.
Standortgerechte Eichen für den Mündener Stadtwald: Aufforstung nach Orkan dauert. Quelle: PH
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Um die Flächen zu räumen und die vereinzelt stehen gebliebenen Fichten zu fällen, werden im Stadtwald Harvester eingesetzt. Eine solche Holzerntemaschine erlebte der Ausschuss im Einsatz. Mit einem langen, beweglichen Greifarm packt das Fahrzeug den Stamm des Baumes kurz über dem Waldboden. Eine in den Greifer integrierte Motorsäge heult auf. Dann kippt der Arm den fallenden Stamm in die gewünschte Richtung.

Der Greifer hebt den gefällten Baum wie einen Strohhalm in die Höhe, fährt an ihm entlang und trennt dabei alle Äste ab. Dabei erfasst Messtechnik die Qualität des Holzes, erläuterte die Leiterin des Stadtforstes, Susanne Hoffmann. Der Stamm wird in die benötigten Längen zurechtgeschnitten. Die beste Qualität ist den Sägewerken vorbehalten. Verpackungshersteller fragen mittlere Qualitäten nach. Den Rest verarbeitet die Industrie zu Spanplatten oder Zellstoff.

Erlen und Traubeneichen

„Zwischen 120 und 160 Festmeter pro Schicht schafft ein Harvester“, führte Hoffmann aus. Das fertig zugeschnittene und nach Qualitäten sortierte Holz wird anschließend von einem Kranrückezug aus dem Wald gezogen. Im Bereich des Könighofs wirft das Probleme auf, da es kaum Wege gibt. Der sogenannte Molkeboden hat kaum Tragkraft. Bis zu 80 Zentimeter tief haben sich die Forstfahrzeuge in den Boden gewühlt.

Nun soll in diesem Bereich des Waldes ein 500 Meter langer Weg entstehen. Fast einen Meter tief wird der Boden ausgekoffert und mit einem ökologisch unbedenklichen Recyclingmaterial gefüllt. Die Decke soll aus Kalkschotter bestehen. 40000 Euro wird das kosten. „Die Europäische Union übernimmt 70 Prozent der Kosten“, berichtete die Stadtwaldleiterin.

In der Nähe ist eine 17 Hektar große Fläche bereits wieder aufgeforstet. Hoffmann ließ dort Erlen und Traubeneichen pflanzen. Standortgerecht ist eigentlich die Buche, aber die benötigt in den ersten Jahren den Schatten anderer Bäume. So soll sie später unter der Erle und der Traubeneiche hochkommen.

Die Eichenaufzucht ist mühsam. Weil die Bäume nicht so schnell wachsen, muss in den ersten Jahren gemäht werden. Ein zwei Meter hoher Zaun schützt die Eichen vor Rotwild.

Von Michael Caspar