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Göttingen Zwei Überfälle in Göttingen: Supermarkt-Räuber gefasst
Die Region Göttingen Zwei Überfälle in Göttingen: Supermarkt-Räuber gefasst
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19:54 26.06.2015
Von Matthias Heinzel
Aufnahmen einer Überwachungskamera aus einem Supermarkt.
Aufnahmen einer Überwachungskamera aus einem Supermarkt. Quelle: dpa
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Göttingen/Hannover/Dresden

Spezialeinsatzkräfte stellten den Tatverdächtigen am Rastplatz „Dresdner Tor Nord“ in einem Auto. In dem Fahrzeug fanden die Beamten eine scharfe Schusswaffe samt passender Munition und stellten sie sicher.

Aufgrund der Übereinstimmung von Tatortspuren - ballistische Gutachten und DNA-Spuren - konnten dem Täter insgesamt 17 Überfälle auf Supermärkte zugeordnet werden. Darüber hinaus prüfen die Ermittler Zusammenhänge zu 26 weiteren Taten im Bundesgebiet, teilten Staatsanwaltschaft und Polizeidirektion Hannover am Freitag weiter mit.

Der Waffentyp entspricht der bei den Überfällen verwendeten Schusswaffe. Zudem führte ein Abgleich der Fingerabdrücke des 42-Jährigen zur Übereinstimmung mit an drei Tatorten gesicherten Fingerspuren. Darüber hinaus stimmt die DNA des Mannes mit an zwölf Tatorten gesicherten Spuren überein. Der 42-Jährige wurde heute auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hannover einem Haftrichter vorgeführt und ging anschließend in Untersuchungshaft.

Die erste Tat der mutmaßlich 43 Raubüberfälle fand nach Erkenntnis der Ermittler in Göttingen statt: Am 27. September 2013 überfiel ein Mann den Lidl-Supermarkt im Groner Industriegebiet. Weitere Raubüberfälle auf Supermärkte folgten, bei denen die Ermittler jeweils denselben Täter als Räuber annahmen. Im Dezember 2014 wurde der Mann zum Mörder: Im Stadtteil Stöcken erschoss er in der Weizenfeldstraße bei einem weiteren Überfall einen 21-jährigen Supermarkt-Kunden.

Außer den Überfällen in Hannover und Göttingen schlug der Täter nach Kenntnis der Ermittler in Salzgitter, Gifhorn und Wolfenbüttel zu, dazu kamen vier in Nordrhein-Westfalen, drei Taten in Sachsen-Anhalt, drei in Bayern und einer in Brandenburg. Auch im Raum Göttingen soll der 42-Jährige nach dem Auftakt der Serie im Groner Lidl-Markt noch einmal aktiv geworden sein: am 5. März dieses Jahres in einem Lidl-Supermarkt in Dransfeld am Wolfshof.

Nach dem Mord in Hannover hatte es Hunderte von Hinweisen aus der Bevölkerung gegeben. Auch mit der Fahndungs-Fernsehserie Aktenzeichen XY sollte nach dem Raubmörder gesucht werden. Der Beitrag wurde wohl umsonst gedreht.