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Göttingen Zwei Varianten für eine neue Oberschule vorgestellt
Die Region Göttingen Zwei Varianten für eine neue Oberschule vorgestellt
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20:00 29.08.2019
Gebäude der Bonifatiusschule 2 an der Bürgerstraße: hier könnte eine freie Oberschule in Trägerschaft von Bistum Hildesheim und der Stadt Göttingen einziehen. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

„Die Unterbringung von Schülern ist in Göttingen oft schwierig“, umriss die Schuldezernentin Maria Schmidt die Ausgangslage. Die Stadt brauche und wolle eine neue Oberschule. Aufgrund der Anträge von Bündnis 90/Die Grünen- und SPD-Ratsfraktion sowie der CDU-Ratsfraktion habe die Verwaltung viele Varianten zum Thema Schulerweiterung geprüft.

Übrig geblieben seien die beiden Varianten eigene Oberschule oder Öffnung der Bonifatiusschule. Schmidt legte dem Schulausschuss einen Sachstandsbericht vor. „Eine Gelegenheit zu einer ersten politischen Diskussion“, so die Ausschussvorsitzende Frauke Bury SPD.

Insgesamt verzeichne Göttingen leicht steigende Schülerzahlen. Künftig sind beispielsweise das Max-Planck-Gymnasium und das Otto-Hahn-Gymnasium fünf- statt vierzügig. Mangel gebe es aber an Plätzen für nicht so leistungsstarke Schüler. In der fünften Klasse könnten meist noch alle Schüler untergebracht werden, so Schmidt. Schwierigkeiten gebe es später durch Schulwechsler und Zuzüge.

Oberschule ohne gymnasialen Zweig

Für eine Oberschule in der Trägerschaft der Stadt eigneten sich die Gebäude der Heinrich-Heine-Hauptschule, die ja nicht weitergeführt werde. Hier seien viele Einrichtungen, etwa eine Mensa schon vorhanden, die Schule sei barrierefrei, so Schmidt. Vorstellbar sei hier eine zwei- bis dreizügige Oberschule ohne gymnasialen Zweig mit starker Berufsorientierung. Bei den geschätzten Gesamtkosten pro Jahr läge diese Variante 100000 Euro über den laufenden Kosten der Variante geöffnete Bonifatiusschule, bei späteren Investitionen rund 1 Millionen darunter.

Für die Bonifatiusschule, bisher in der Trägerschaft der katholischen Kirche, sei eine Öffnung und eine gemeinsame Trägerschaft von Stadt und Bistum denkbar, so Schmidt. Für das Genralvikariat Hildesheim stellte Jörg-Dieter Wächter die Pläne genauer vor.

Bis in die 1970er Jahre seien eigentlich alle Schulen in Deutschland konfessionell gebunden gewesen, so Wächter zur Vorgeschichte der Konkordatsschulen. Dann wurden die meisten kommunale Schulen. Nur an einigen Standorten wurden den Kirchen Schulen in eigener Trägerschaft gestattet.

In Konkordatsverträgen wurden Zuschüsse, etwa die Übernahme der Personalkosten durch Kommunen und Landkreise, geregelt. Ursprünglich durften diese Schulen nur 10 Prozent nicht-katholische Schüler aufnehmen. Inzwischen sind es 30 Prozent, in Göttingen gilt momentan eine Sonderregelung, die 50 Prozent erlaubt.

„Eine Schule für alle“

„Wir sind uns darüber in Klaren, dass es nicht mehr in unsere Zeit passt, Schüler nach ihrer Konfession zu sortieren“, so Wächter. „Wir wollen gerne eine Schule für alle.“ Um dies zu erreichen, müsste die Bonifatiusschule zu einer freien Schule werden. Damit entfallen allerdings die in den Konkordatsverträgen geregelten Zuschüsse, deswegen seien die laufenden Kosten etwas höher als bei der stadteigenen Oberschule.

Für die gemeinsame Oberschule seien Werkstattklassen geplant und Schwerpunkte auf Berufsorientierung und auf der Auseinandersetzung mit Religion und Weltanschauung, so Wächter. Gedacht sei auch an eine Namesänderung, die den Neustart deutlich machen soll.

In der Diskussion im Ausschuss waren vor allem die Sicherung des Einflusses der Stadt auf die Bonifatiusschule und entsprechend rechtssichere Verträge Thema. Ausschussmitglied Olaf Feuerstein, CDU, plädierte dafür in der nächsten Ausschusssitzung auch das Modell eigene Oberschule in der Heinrich-Heine-Schule noch eingehender zu betrachten.

Der Sachstandsbericht ist einsehbar im Ratsinfo der Stadt.

Von Christiane Böhm

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