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Göttingen 500 Kinder und Eltern bilden Menschenkette
Die Region Göttingen 500 Kinder und Eltern bilden Menschenkette
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00:22 21.09.2018
Mit einer Menschenkette protestieren Kinder und Erwachsene für die bestehenden Strandorte der Grundschulen Boni I und beiden Godehard-Schulen. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Mit einer Menschenkette haben am Dienstag mehr als 500 Teilnehmer gegen Pläne protestiert, die katholischen Grundschulen in Göttingen umzusiedeln. Sie zog sich von der Bonifatiusschule I bis zur St.-Michael-Kirche.

Dicht an dicht stehen die Kinder, Lehrer, Eltern und andere Unterstützer – viele Schüler tragen T-Shirts mit dem Logo ihrer Schule. Sie halten sich an den Händen und lassen immer wieder eine La-Ola-Welle durch die Menschenkette schwingen. Die zieht sich von der Bonifatiusgrundschule I (Boni I) bis in die Kurze Straße vor das Portal der St.-Miachel-Kirche. Über dem Eingang hängt ein buntes Banner: „Heute: Zwergenaufstand“ steht darauf.

Menschenkette und La-Ola-Welle

Video: Ulrich Schubert

Boni I und Kirche wollen zusammen bleiben

Die Boni I, die beiden Abteilungen der Godehardschule und die katholische St.-Michael-Gemeinde hatten ihre Schüler, Eltern und Gemeindemitglieder zu der Menschenkette aufgerufen. Auch Eltern und Kinder der Oberschule Boni II haben sich eingereiht. Ihr Protest steht unter dem Motto „Reißt nicht auseinander, was zusammengehört" und richtet sich gegen Umzugspläne der Stadt Göttingen als Schulträger für die katholischen Grundschulen. Die scheinen für die Boni I zwar schon wieder vom Tisch zu sein, aber die Sorge der Schulen bleibt. Jetzt besonders um die Godehard II an der Von Haller Straße.

Hinter dem Protest steht ein Schulstättenentwicklungskonzept der Stadt Göttingen, das seit vergangenem Jahr diskutiert wird. Mit dem Konzept will sie sicherstellen, dass langfristig ausreichend Schulgebäude und -einrichtungen zur Verfügung stehen. Zugleich sollen Gebäude auslaufender Schulen nicht ungenutzt leer stehen.

Das Konzept enthält für alle Schulformen Änderungsvorschläge – mit viel Zündstoff. Für die Boni I prognostiziert die Verwaltung einen Raummangel. Um diesen zu beheben, sollte die Grundschule von der Bürgerstraße in ein frei werdendes Gebäude im Schulzentrum Geismar umziehen. Dagegen regt sich erheblicher Widerstand bei Schulvertretern, Elternvertretern und der St. Michael-Gemeinde. Sie kooperiert eng mit der Schule – unter anderem bei Gottesdiensten.

Diese Pläne aber scheinen inzwischen vom Tisch zu sein. „Die Boni I bleibt da, wo so sie ist“, sagte am Vormittag Göttingens Schuldezernent Siegfried Lieske. Allerdings werde es keinen Neubau geben, wie zwischenzeitlich überlegt. Die Schule selbst habe mitgeteilt, dass ihre Alt-Räume ausreichten. Und ein bestehendes Problem mit einem 2. Fluchtweg über eine Feuertreppe „werden wir auch irgendwie lösen“, ist Lieske sicher.

Godehardschulen sollen zusammengelegt werden

Anders sieht es bei der Godehardschule aus. Sie hat einen Standort in der Grätzelstraße in der Weststadt (Godehard I) und einen in der Von-Haller-Straße (Godehard II). Letztgenannten will die Verwaltung an die Grätzelstraße umsiedeln und die beiden Schulen dort zusammenführen. Zusätzliche Räume soll die Godehardschule dann von der benachbarten Geschwister-Scholl-Schule übernehmen. Die Gesamtschule wiederum soll zwei Jahrgänge auslagern: in die Gebäude der auslaufenden Heinrich-Heine-Schule in Grone.

Ein Lied und ein Segen: Versammlung in St. Michael nach der Menschenkette. Quelle: Ulrich Schubert

 

Gegen diese Pläne protestieren vor allem Eltern der Godehard II. Zum einen beklagen sie, dass Kinder aus dem Viertel deutlich weitere Wege in die Weststadt bewältigen müssten. Zum anderen fürchten sie um die Ganztagsbetreuung vieler Kinder der Godehard II, die einen Hort in unmittelbarer Nähe der Schule besuchen. „Das betrifft 16 von 20 Hortkindern“, sagte eine Elternvertreterin.

Lieske sieht auch darin kein Problem: Wenn Eltern eine Grundschule in der Nähe dieses Hortes bevorzugen, „werden wir sicherstellen, dass ihre Kinder die Brüder-Grimm-Schule besuchen können. Unabhängig davon, sei noch nichts beschlossen. Und wenn die Ideen greifen sollten, würden sie nicht vor 2021 umgesetzt.

Ein gemeinsames Lied in der Kirche

Video: Ulrich Schubert

„Diese Schulen sind für Göttingen ganz wichtig“

Ihre Protestaktion mit Menschenkette beendeten die Teilnehmer in der St.-Michael-Kirche. Gemeinsam sangen sie in der fast überfüllten Kirche „Halte zu mir, guter Gott“ – mit anschließendem Segen von Dechant Wigbert Schwarze. „Diese Schulen sind für Göttingen ganz wichtig“, sagte Schwarze. Sie und ihre gewachsenen Gemeinschaften mit Kirche und Hort dürften nicht auseinander gerissen werden.

„Wir haben unser Kind mit guten Grund an die Boni I geschickt“, erklärte Jens Land, warum er an der Menschenkette teilgenommen hat. Das Konzept inklusive katholischer Prägung sei etwas Besonderes in Göttingen und dürfe nicht zerstört werden. Ähnlich argumentierte Elena Avilov als teilnehmende Mutter. Ihr erstes Kind geht zur Godehardschule II, das zweite Kind soll in ein paar Jahren folgen. „Wir haben diese Schule auch gewählt, weil sie gut liegt und für mich auf dem Weg zur Arbeit gut erreichbar ist“, sagte sie.

Infoabend:

Am heutigen Dienstag, 18. September, organisieren die Schulvorstände der Adolf-Reichwein-Schule, Astrid-Lindgren-Schule, Bonifatiusschule I und Godehardschule eine Informationsveranstaltung zum Schulstattenentwicklungskonzept der Stadt in seiner aktuellen Version. Beginn ist um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle Grone, Backhausstraße (Astrid-Lindgren-Schule).

Von Ulrich Schubert

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