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Göttingen Freibad Weende: Zukunft weiter offen
Die Region Göttingen Freibad Weende: Zukunft weiter offen
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00:18 23.11.2013
Von Jörn Barke
Der Sprungturm erstrahlt bereits in Weihnachtsbeleuchtung: Ob er auch in Zukunft glänzt, ist aber weiterhin unsicher.
Der Sprungturm erstrahlt bereits in Weihnachtsbeleuchtung: Ob er auch in Zukunft glänzt, ist aber weiterhin unsicher. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Das Freibad soll als Naturbad gestaltet werden. Es soll einen großen Nichtschwimmer mit Sandstrand und einen ganzjährig begehbaren Park mit Spielgeräten geben.

Im Vergleich zum älteren Konzept aus dem Frühjahr ist zudem die Errichtung eines Sanitärgebäudes mit warmen Duschen vorgesehen, das laut GoeSF mit 140 000 Euro zusätzlichen Investitionskosten zu Buche schlagen würde. Der Sprungturm mit weiteren 70 000 Euro fiele dagegen kaum ins Gewicht.

Der Förderverein kündigte zudem an, bereits einen Sponsor für die Sprungturm-Sanierung zu haben und sich im Hinblick auf das Sanitärgebäude auch mit Weender Sportvereinen zusammensetzen zu wollen.

Durch einen städtischen Zuschuss sollte ursprünglich ein Bad-Defizit maximal in Höhe von 100 000 Euro abgedeckt werden. Mit dem Sanitärbereich würde das jährliche Defizit laut GoeSF-Kalkulation auf 123 000, mit Sprungturm auf 146 000 Euro steigen, gerechnet mit den Besucherzahlen dieses Jahres.

Politiker melden Bedenken an

Die knapp 30 000 Euro an Leistungen, die der Förderverein in diesem Jahr erbracht hat, sind dabei jeweils schon abgezogen.

Insbesondere zu diesem Punkt meldeten Politiker Bedenken an. Ulrich Holefleisch (Grüne) fürchtete nicht nur, das neue Konzept können „dysfunktional“ sein und von Besuchern nicht angenommen werden, er sorgte sich auch um die Folgekosten und darum, dass der Förderverein künftig nicht mehr so einen großen Beitrag leisten könnte.

Er forderte daher vom Verein „eine rechtlich verbindliche Absicherung“. Fritz Güntzler (CDU) fragte dazwischen, ob auch an anderen Stellen überall eine Absicherung eingefordert würde. Aber auch Frank-Peter Arndt (SPD) forderte, der Anteil des Fördervereins müsse sichergestellt werden, auch wenn der Vorsitzende Eberhard Gramsch betonten, Verein und Ortsteil stünden hinter dem neuen Konzept.

Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) erwartete, dass die Zahlen geklärt werden und der Verein hinter dem Konzept steht. Dann könne es eine Entscheidung geben und im Frühjahr 2015 gebaut werden. Doch vorerst wollen die Parteien noch über das neue Konzept und die Zahlen beraten.

Bedenken gegen Bürger

Es ist erstaunlich: In Weende bildet sich ein Förderverein, um die Erhaltung des Freibades zu unterstützen. Er gewinnt aus dem Stand heraus fast 700 Mitglieder und erbringt für die Stadt in diesem Jahr Leistungen in Höhe von knapp 30 000 Euro.

Anstatt für dieses hohe Maß an Bürgerbeteiligung ein Freudenfeuer auf dem Rathausvorplatz zu entfachen, zünden SPD und Grüne jedoch ein Bedenken-Feuerwerk.

Ob der Förderverein denn garantieren könne, dass auch 2015 diese Summe aufgebracht werde? Oder später? Oder mehr? Das müsse rechtlich geregelt werden.

Und könnte das Freibad-Konzept nicht dysfunktional sein? Motto: Wir nehmen die Bürger schon ernst, aber so ganz trauen wir ihnen dann doch nicht.

Zu derart peniblen Zweifeln lassen sich zwei Anmerkungen machen. Erstens: Es gibt auch in anderen Ortsteilen Einrichtungen, deren Betriebskosten sich durch Fördervereine senken ließen.

Bemühungen der Ratsmehrheit in dieser Hinsicht sind bislang nicht bekannt.

Zweitens: Schön wäre es gewesen, wenn eine solch präzise finanzielle Kontrolle auch schon früher bei Projekten angewendet worden wäre, die Rot-Grün lieb und teuer sind, dem Jungen Theater etwa.

Von Jörn Barke

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Vielleicht kann der gordische Knoten bei den komplizierten Verhandlungen um die Zukunft des Weender Freibades doch noch durchschlagen werden. Nach einer Mitgliederversammlung des Fördervereins für das Freibad gibt es jedenfalls neue Hoffnung – denn es wurde ein neues Konzept präsentiert.

Jörn Barke 13.11.2013

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