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Göttingen Baubeginn des Göttinger Biowärmezentrums
Die Region Göttingen Baubeginn des Göttinger Biowärmezentrums
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17:18 28.08.2018
Rolf-Georg Köhler auf der Baustelle des Biowärmezentrums der Stadtwerke Göttingen. Quelle: Scharf
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Göttingen

Das neue Heizwerk sei wichtiger Baustein im Rahmen der Fernwärmestrategie 2025, erklärte Gerd Rappenecker, technischer Vorstand der Stadtwerke, am Dienstag vor Vertretern der Politik und der beteiligten Partner. Durch die Verbrennung regionaler Biomasse und Nutzung des Biomethans aus der Biogasanlage in Rosdorf könnten die Stadtwerke künftig einen Anteil von 66 Prozent an erneuerbaren Energien in der Fernwärmeproduktion erreichen.

„Mit dem neuen Biowärmezentrum bleiben der Umwelt jährlich viele Tausend Tonnen Treibhausgas erspart“, so Rappenecker weiter. Der Klimaschutzplan der Stadt Göttingen werde dadurch deutlich vorangebracht. Die Stadtwerke überträfen mit der neuen Anlage nach seiner Aussage die geforderten Umweltkriterien für die Wärmeversorgung neu anzuschließender Gebäude und bieten somit beste Voraussetzungen für Investoren neuer Areale wie dem Sartorius-Quartier, der Grünen Mitte Ebertal oder dem Gothaer-Quartier.

Massive Kritik im Vorfeld

Im Vorfeld hatte es an den Plänen der Stadtwerke massive Kritik gegeben. Sowohl in der Bevölkerung als auch im Rat der Stadt wurden Bedenken geäußert, ob von der Kombination aus Holzhackschnitzelanlage und der Holzvergasung, die hier zum Einsatz kommen soll, Gefahr für Mensch und Umwelt ausgehe. Es gebe für die neuartige Technologie, die von der luxemburgischen Firma Boson Energy SA gebaut wird, zu wenig Erfahrungswerte.

Außerdem warnten Kritiker vor einer möglicherweise erhöhten Ultrafeinstaubbelastung, die sich je nach Wetterlage über das Stadtgebiet legen könnte. Die Versuche, die Befürchtungen mit Sachargumenten zu entkräften, steißen nicht überall auf offene Ohren. „Die Vorprüfung war vorbildlich, die Diskussion aufgeregt“, fasst Göttingens Oberbürgermeister und Stadtwerke Aufsichtsratvorsitzender Rolf-Georg Köhler (SPD) die Vorgeschichte am Dienstag zusammen.

„Bitte keine Ängste schüren“

Es sei gesellschaftlicher Konsenz, dass man die Energiewende wolle, so Köhler. Hier habe man ein Beispiel dafür, wie man dieses Ziel erreichen könne. Die energetische Erneuerung der Gesellschaft könne nicht ohne „schmerzhafte Diskussionen“ erreicht werden. Dennoch danke er den Kritikern des Projekts, denn sie hätten dafür gesorgt, dass man noch bewusster mit den Befürchtungen der Bevölkerung umgehen werde. Dennoch bitte er bei künftigen Diskussionen darum, nicht Ängste zu schüren, die sich widerlegen ließen und statt dessen, den Entscheidern Vertrauen entgegen zu bringen.

Rappenecker versprach am Dienstag noch einmal größtmögliche Transparenz. Es werde gerade in der Startphase „ausführliche Messungen“ geben und garantiert sogenanntes A1-Holz verwendet. Die Anlage soll im April 2019 in Betrieb gehen.

Von Markus Scharf

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