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Göttingen Bekommt das Göttinger OHG doch einen echten Anbau?
Die Region Göttingen Bekommt das Göttinger OHG doch einen echten Anbau?
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13:56 28.02.2019
Der Anbau soll zur Godehardstraße (links) an den sogenannten OHG-Turm andocken und sich über den Parkplatz Richtung Leine strecken.     Quelle: Ulrich Schubert
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Göttingen

Es gibt neue Pläne für eine Erweiterung des Göttinger Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) – mit einer ganz anderen Standortidee als im vergangen Herbst vorgestellt. Trotz der erneuten Verzögerung gibt es bei allen Beteiligten weitgehend Lob für diese Lösung.

Geplant ist jetzt ein echter Anbau an den D-Trakt (der sogenannte Turm). An dessen Nordwest-Ecke soll sich ein langgezogener Riegel parallel zur Godehardstraße fast bis zur Carl-Zeiß-Straße anschließen. Dadurch entsteht im Bereich des jetzigen Lehrerparkplatzes ein dreiseitig umschlossener Innenhof.

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Im vergangenen Herbst hatte die Planer der Stadt Göttingen noch einen separaten Neubau auf dem Lehrer- und Schülerparkplatz vorgestellt – parallel zur Carl-Zeiß-Straße. Zum Hauptgebäude sollte es überdachte, aber an den Seiten offene Gänge geben. Lehrer, Schüler und Eltern hatten das ebenso kritisiert wir die blockierte Sicht aus vielen Klassenzimmern zum Leinepark. Auch die Größe der geplanten Mensa stieß auf Unmut.

Größere Mensa

In dem jetzt diskutierten vierstöckigen Anbau wird es im Sockelbereich eine etwa 150 statt 130 Quadratmeter große Mensa geben, die auch als Multifunktionsraum genutzt werden kann. Auf den Ebenen 2 bis 4 sind 18 Klassenräume vorgesehen. Hinzu kommen offene Lernzonen auf jeder Etage. Alle Ebenen werden direkt von Trakt D zugänglich sein. Geplant ist zudem ein Fahrstuhl.

„Das ist alles ziemlich gut. Und ich kann mir gut vorstellen, dass das so klappen wird. Ich freu mich drauf, wenn dann alles fertig ist“, schwärmt Ferdinand Toischer. Der Schüler aus dem 8. Jahrgang ist Mitglied einer Arbeitsgruppe zum Erweiterungsprojekt, in der neben Lehrern und Eltern auch die Stadt Göttingen und die Planer vertreten sind. „Die Pläne sind toll“, sagt auch die Elternvertreterin Kathrin Koerber, „wir sind endlich auf einem guten Weg“. Dabei lobt sie besonders das Planungsbüro und die Stadtverwaltung: „Sie gehen gut auf die Wünsche und Konzepte der Schule ein.“

Nach den jüngsten Plänen soll der Anbau für das Otto-Hahn-Gymnasium parallel zur Godehardstraße (rechts) an den vorhandenen D-Trakt angedockt werden.    Quelle: Ulrich Schubert

„Es geht wirklich voran“, bilanziert auch Lehrervertreter Christian Kratzin und fügt an: „Schön, dass wir jetzt doch eine größere Mensa und einen Multifunktionsraum bekommen, in dem wohl um die 338 Personen Platz finden werden. „Eine sehr gute Idee“ sei es gewesen, den zunächst geplanten Neubau um 90 Grad zu drehen und an das Altgebäude anzudocken.

Planer aus Hannover

Die Stadt hatte das Projekt europaweit ausgeschrieben. Das schließlich ausgewählte Architekturbüro SEB habe auch die neue Variante mit dem gedrehten Anbau ins Spielgebracht, erklärt die Verwaltungssprecherin Nina Winter. Positive Nebeneffekte: Durch den geplanten Fahrstuhl und die Anbindung an den Altbau bekomme auch letztgenannter barrierefreie Zugänge und durch ein Treppenhaus an der West-Flake einen weiteren Rettungsweg. Die Verwaltung rechnet mit dem Baubeginn im ersten Quartal 2020 und einer etwa einjährigen Bauzeit.

Hintergrund der Erweiterung ist eine massive Raumnot an der Schule. Ein alter Pavillon mit vier Klassenräumen auf einem Nebengrundstück musste 2017 abgerissen werden – der Landkreis Göttingen beanspruchte die Fläche als Eigentümer selbst. Die Schülerzahl ist in den zurückliegenden Jahren stetig gestiegen. Hinzu kommt die Rückkehr des 13. Jahrgangs bis zum Abitur. Außerdem gibt es immer mehr Ganztagsangebote, besondere Projekte und ein Schulkonzept, das die Kinder gezielt fördert, fordert und eigenständiges Arbeiten auch in Gruppen unterstütz. Auch das erfordert Raum. Und schließlich hat die 50 Jahre alte Schule bis heute keine richtige Mensa. Mittagessen wird in einer umgebauten Pausenhalle im Sockelgeschoss ohne Fenster eingenommen.

Viele Proteste

Die Forderungen nach einer Erweiterung wurden in den zurückliegenden Jahren immer größer. Zunächst wollte die Stadt mehrere Räume im benachbarten Berufsschulgebäude des Landkreises Räume für OHG-Klassen mieten. Zugleich gab es Überlegungen, OHG-Schüler auch in die dortige Berufsschulmensa zu schicken. Gegen beide Pläne regte sich massiver Protest. Schüler organisierten Aktionen auch in der Innenstadt. Viele Eltern schrieben Leserbriefe. Schließlich lenkten die Fraktionen im Rat ein und billigten einen Erweiterungsbau. Im Etatplan sind dafür gut 7 Millionen Euro ausgewiesen.

Von Ulrich Schubert

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