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Göttingen “Die Preisentwicklung ist stark lageabhängig”
Die Region Göttingen “Die Preisentwicklung ist stark lageabhängig”
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19:13 31.07.2018
Immobilienpreise: Göttingen ist ein teures Pflaster. Quelle: Christoph Mischke
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Göttingen/Northeim

Im Landkreis Göttingen sind im vergangenen Jahr knapp 2800 Häuser, Wohnungen und Grundstücke verkauft worden, in der Stadt Göttingen waren es knapp 1100. Das steht im Grundstücksmarktbericht 2018 des Landesamtes für Geoinformation (LGLN).

Baulandpreise steigen nicht in allen Gebieten

Das umfangreiche Zahlenwerk zeigt auch: Die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt fallen unterschiedlich aus. So wechselte in Stadt und Altkreis Göttingen zwar weniger Wohneigentum den Besitzer als im Jahr zuvor. Die Menge an umgesetzten Geld aber stieg in der Stadt. Das heißt: Für weniger Immobilen wurde dennoch mehr Geld als 2016 ausgeben. „Die Preisentwicklung ist stark lageabhängig”: Zu diesem Schluss kommt der Gutachterausschuss für Grundstückswerte. Das gilt auch für das Bauland. Auch dort sind die Preise in Göttingen und dem „westlichen Altkreis” um rund zehn Prozent gesteigen. Im östlichen Altkreis liegt der Wert bei plus drei Prozent, im Altkreis Osterode und im Kreis Northeim stagnieren die Preise.

Fünf Häuser in Scharzfeld so teuer wie eines in Göttingen

Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern ist allerdings fast überall ein Preisanstieg zu verzeichnen, so die LGLN. Allerdings liegt der in der Stadt Göttingen - mit Bovenden, Eddigehausen und Rosdorf - bei plus acht Prozent, in Northeim sank der Preis, bei Reihenhäusern stieg der Preis bis zu zehn Prozent.

Bei den Eigentumswohnungen steigen die Preise auch in Northeim an - bis zu 15 Prozent, ebenso in der Stadt Göttingen. In den anderen Bereichen stagnieren die Preise oder steigen nur leicht.

Stadt Göttingen an der Spitze

Im Gundstücksmarktbericht sind einige Beispiele für die starken Preis-Unterschiede aufgeführt. Ein freistehendes Ein- bis Zweifamilienhaus, etwa Baujahr 1970, mit einer Wohnfläche von 160 Quadratmetern kostet im Durchschnitt in Göttingen 465.000 Euro. Damit liegt Göttingen unangefochten an der Spitze der Preisskala. Zum Vergleich: In Wieda im Landkreis Göttingen kostet das selbe Modell 75.000 Euro. In Göttingen muss ein Käufer also soviel bezahlen, wie für sechs Häuser in Wieda.

Rosdorf teurer als Duderstadt

Auch in teures Pflaster in der Region ist laut der Statistik Rosdorf, dort würde ein vergleichbares Haus 340.000 Euro kosten, in Duderstadt sind es demnach 210.000 Euro. In Landwehrhagen im Südzipfel des Landkreises sind es 200.000, in Northeim 190.000 Euro, in Hemeln an der Weser 165.000. Deutlich günstiger wird es in Osterode (125.000 Euro), Bad Sachsa (120.000), Dellingsen (120.000) und Greene (105.000).

Für Reihenhäuser und Doppelhaushälften ergibt sich ein ganz ähnliches Bild. Bei 120 Quadratmetern Wohn-, und 350 Quadratmetern Grundstücksfläche muss ein Käufer in Göttingen 295.000 Euro ausgeben. In Rosdorf sind es 245.000, in Duderstadt 155.000, in Scheden 135.000, in Northeim 125.000, in Uslar 95.000 und in Scharzfeld im Südharz 60.000 Euro. Hier liegt der Preis in Göttingen also fünffach höher.

Leben abseits der Großstadt

Die Lage auf dem Wohnungsmarkt in Göttingen ist angespannt. Freie Wohnungen sind schwer zu finden. Deshalb schauen sich manche Wohnungsinteressenten im Umfeld um. Susanne Wittkamp und Patrick Schrader haben sich entschieden, in ländlichere Regionen umzuziehen.

Patrick Schrader Quelle: r

Patrick Schrader hat sich mit seiner Frau in Ebergötzen angesiedelt. „Wir haben fünf Jahre in der Südstadt von Hannover gelebt“, berichtet der Bilanzbuchhalter. „Bei der Rückkehr nach Göttingen war uns gleich klar, dass wir uns ein Zuhause auf dem Dorf suchen.“ Zunächst zog das Paar für etwa drei Jahre nach Eddigehausen. „Dann haben wir aber festgestellt, dass es dort nicht die Infrastruktur gibt, in der wir alt werden wollen.“

Das Paar entschied sich, an anderer Stelle im Landkreis Göttingen zu bauen. „Bei der Suche sind wir auf Ebergötzen gestoßen“, erzählt der 36-Jährige. Das Paar kaufte in der Gemeinde ein Eigenheim. Dort stimme die Infrastruktur mit Einkaufsmöglichkeit sowie Kindergarten und Grundschule. Ebergötzen verfüge über eine ähnliche Infrastruktur wie Bovenden. „Wir wollten nicht wieder in eine Großstadt ziehen“, sagt Schrader. Das gehe mittlerweile auch mehreren seiner Arbeitskollegen so, die sich jetzt außerhalb der Stadt nach einem neuen Zuhause umschauen. „Wer nur mit seiner Frau in einer kleinen schicken Wohnung leben möchte, ist sicher in der Stadt zufrieden“, sagt Patrick Schrader. „Mit Kindern ist es aber besser, auf dem Land zu leben.“

Die Kinder seien ein wichtiger Punkt bei der Entscheidungsfindung gewesen. „Sie können hier viel unbeschwerter spielen“, erklärt Schrader. Sein älterer Sohn ist vier, der jüngere erst ein Jahr alt. Ebergötzen biete darüber hinaus noch einen intakten Dorfcharakter. „Wir stehen auch auf Integration, was im Dorf schneller möglich ist.“ In der Stadt lebe man eher anonym. Das Nachbarschaftsverhältnis auf Dörfern sei besser. Und auch die Gemeinschaft im Dorf sei größer. Dazu trage vor allem das Vereinsleben bei. „Im Verein haben wir viele Leute kennengelernt“, sagt er. Und bei Veranstaltungen treffe man sich regelmäßig. Arbeiten werden Schrader und seine Frau weiter in der Stadt. Sie pendeln nach Göttingen. Die Anbindung über die Bundesstraße sei aber gut, ebenso wie die Anbindung nach Northeim und Herzberg. Schraders haben auf dem Dorf ihre neue Heimat gefunden. „Ich hoffe, dass die Infrastruktur auch im Alter so bleibt“, sagt der 36-Jährige.

Susanne Wittkamp Quelle: r

„Ich habe zehn Jahre in Göttingen gelebt“, erzählt Susanne Wittkamp. An der Georg-August-Universität studierte sie Zahnmedizin. „Dann habe ich dort noch eine Weile gewohnt, aber auch schon außerhalb der Stadt Für Zahnärzte seien außerhalb die Bedingungen besser, ebenso wie die Bezahlung. „Das ist in anderen Berufen sicher genau anders herum“, sagt die 34-Jährige, die dann eine Stelle in Uslar annahm. Auf Uslar sei die Wahl gefallen, weil dort bereits ihr fester Freund wohnte.

In Uslar ging es zunächst darum, eine Wohnung zu finden. „Das ging sehr schnell“, erzählt die Zahnärztin. In der Kleinstadt konnte sie sich die Wohnung aussuchen. Da habe sie in Göttingen andere Erfahrungen machen müssen. Der Wohnungsmarkt sei in der Universitätsstadt mit Wohnungssuchenden so überlaufen, dass es „ungelogen rund 100 Interessenten gab“, die sich als potenzielle Nachmieter gemeldet hatten. „Die Wohnung hatte aber auch ein super Preis-Leistungs-Verhältnis“, ergänzt Wittkamp.

Während ihres Studiums hatte die junge Frau zunächst in einer Wohngemeinschaft an der Bertheaustraße gewohnt, später sei sie dann mit ihrem Freund in die größere Wohnung an der Straße „Am weißen Steine“ gezogen. „Wir haben immer gern in Göttingen gelebt“, sagt die 34-Jährige. Doch für ihren Freund stehe fest, in Uslar zu bleiben. „Langfristig wollen wir in ein Haus mit Garten ziehen“, erzählt sie. Das sei in Göttingen aber nahezu unbezahlbar.

2017 zog Susanne Wittkamp aus der Großstadt in die etwa 35 Kilometer entfernte Kleinstadt. Es gebe Einkaufsmöglichkeiten in Supermärkten und auch ansonsten eine gute Infrastruktur. „Aber das kulturelle Programm ist natürlich nicht mit dem in Göttingen vergleichbar“, nennt Wittkamp einen Nachteil im Vergleich zum Leben in der Großstadt. Auch bei den Restaurants gebe es weniger Auswahl. Auch für sie hat das Vereinsleben einen gewichtigen Anteil in ihrem Leben eingenommen. „Ich bin in einen Verein eingetreten“, so die Zahnärztin. „Das habe ich in Göttingen nicht gemacht.“ Aber auf dem Land sei das Vereinsleben eben wichtig. „Es ist schon anders in Uslar, aber bisher habe ich den Umzug noch nicht bereut“, zieht die 34-Jährige eine positive Bilanz.

Von Britta Bielefeld und Rüdiger Franke

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