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Die Region Graffiti-Kunst im Jugendraum Waake
Die Region Graffiti-Kunst im Jugendraum Waake
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00:19 20.11.2018
Beim Gestalten des Waaker Jugendraums (v. l.): Leon Müller und Justin Schnitzius. Quelle: Max Brasch
Waake

Im Waaker Jugendraum hat das Kinder- und Jugendbüro Ebergötzen einen Graffiti-Workshop organisiert. Die Teilnehmer konnten danach ihre erlernten Fähigkeit an einer Wand des Raums in die Praxis umsetzen und ein Graffiti-Kunstwerk gestalten. Der Jugendraum wird momentan saniert und die Jugendlichen sollten etwas dazu beitragen können. Geleitet wird der Workshop vom Sozialarbeiter und Graffiti-Künstler Stefan Wacker.

Die Idee für das Graffiti im Jugendraum stammt vom Jugendreferenten Rainer Uthmann, erklärte Wacker. Er haben ihn für den Workshop mit anschließender Gestaltung einer Wand des Jugendraums gewinnen können. Wacker kommt aus Kassel, ist seit zwölf Jahren Graffiti-Künstler und gibt seit zwei Jahren Workshops.

Graffitis gab es schon immer in der Menschheitsgeschichte“

Seine Workshops würden aus zwei Teilen bestehen, einem theoretischen und einem praktischen. „Die Teilnehmer sollen technische, künstlerische und auch rechtliche Aspekte des Sprayens lernen“, sagte Wacker. „Wenn sie erste Skizzen und Bilder ihrer Ideen haben, können wir mit dem Praxis-Teil beginnen“, so Wacker weiter. Aber auch die Geschichte der umstrittenen Kunstform werde beleuchtet.

Graffitis gab es schon immer in der Menschheitsgeschichte“, erklärte Wacker. Bereits im Alten Ägypten hätten sich Menschen durch Kritzeleien in Wänden verewigt. „Das scheint eine Art menschliches Bedürfnis zu sein“, so Wacker. Aber Graffitis seien viel mehr als nur Schmierereien an Hauswänden – sie seien eine eigene Kunstform und könnten Jugendliche für Kunst begeistern.

Vom verrufenen Vandalismus zur anerkannten Kunstform

Ursprünglich stammt das Graffiti aus New York City der 1970er Jahre. Damals sprühten Jugendliche aus der Hip-Hop-Szene einzelne Worte und später auch ganze Bilder an Hauswände und Züge. Sie wurden auch zum Teil von kriminellen Gangs zur Markierung des eigenen Reviers genutzt. Mit der Zeit entstand jedoch eine neue Kunstform. Daraus entwickelte sich eine Subkultur, die sich überall auf der Welt verbreitete. Heute hätten Städte wie Paris oder Berlin die alten Graffiti-Hochburgen an der Ostküste der USA als Zentren dieser Kunstrichtung abgelöst, erklärte Wacker.

In Deutschland war das Graffiti lange Zeit als Vandalismus verrufen. Das lag vor allem an den vielen illegalen Graffitis, die mancherorts das Stadtbild prägten. In vergangenen 15 Jahren entwickelte sich das Graffiti immer mehr zum geschätzten Kunstwerk und es wurden extra Flächen geschaffen, um Künstlern legales Sprayen zu ermöglichen. In Kassel seien beispielsweise zu diesem Zweck Flächen freigegeben worden, sagte Wacker. Zwar würden es immer noch Sprayer geben, die den „Reiz der Illegalität“ suchen würden, ein großer Teil der Graffiti-Künstler arbeite jedoch mittlerweile auf legalen Flächen.

Heute sei die Subkultur der Sprayer eine sehr heterogene Gruppe, erläuterte Wacker. Weder sei sie eine bestimmte Musikrichtung gebunden, noch seien Graffiti-Künstler Kriminelle. „Meine Workshops sollen den Jugendlichen einen Zugang zur Kunst ermöglichen, den sie sonst vielleicht nicht hätten“, sagte Wacker.

Von Max Brasch

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