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Hann Münden Volkstänze auf dem Marktplatz in Witzenhausen begeistern Publikum
Die Region Hann Münden Volkstänze auf dem Marktplatz in Witzenhausen begeistern Publikum
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12:44 29.07.2018
60. Jubiläum der Europäischen Jugendwoche auf Burg Ludwigstein. Hier: Gruppe "Kaszubskie Nuty" aus Polen. Quelle: Soeren Kracht
Witzenhausen

300 Zuschauer erlebten ein farbenfrohes und sangeskräftiges Spektakel.

Michael Göbel, Vorsitzender des Gastgebers Arbeitskreis Europäische Jugendwochen auf Burg Ludwigstein, ist kurz vor Beginn der Darbietungen noch ganz ruhig. Allerdings ist er selbst auch schon seit 30 Jahren dabei – und das seit geraumer Zeit in Doppelfunktion als Moderator des Eröffnungsabends und im Verlauf der Woche als Tänzer. „Die Schotten sind noch nicht da“, wird ihm berichtet. Kein Problem, schließlich ist die Gruppe schon auf Burg Ludwigstein eingetroffen, und in dieser Hinsicht gibt es Schlimmeres: Die Weißrussen sitzen noch im Bus auf der Autobahn. Aber wird schon.

Gäste aus Schottland, Weißrussland, Estland und Polen

Neben den Schotten, den Weißrussen und den Gastgebern, den „Ludwigsteinern“, sind diesmal Gruppen aus Estland und Polen dabei. Den Anfang machen vor der bezaubernden Witzenhäuser Fachwerkkulisse die Lokalmatadoren. Stilecht kostümiert, zeigt die Erwachsenengruppe drei Tänze, die Jugendgruppe ruft zu „Auf einem Baum ein Kuckuck saß“ zum ersten Mal Begeisterung hervor. Mittlerweile sind auf dem Marktplatz Männer mit Rock zu sehen – die Schotten sind da. Aber noch keine Spur von der weißrussischen Gruppe aus Minsk, die eine 30-stündige Anreise auf sich nimmt. Die Kosten, auch die Reisekosten, stellt Göbel klar, werden aus den Zuschüssen von Stadt, Landkreis und Land sowie mit Sponsorengeldern beglichen.

300 Zuschauer sehen am Eröffnungsabend in Witzenhausen Volkstänze

Als nächstes feiern auf der Bühne die Esten aus Tallinn – und zwar Premiere bei den Europäischen Jugendwochen sowie überhaupt bei einem Festival in Deutschland. Begleitet von Geige und Akkordeon fliegen bei schweißtreibenden Temperaturen bunte Röcke im Tanz, vor allem ein Stocktanz zieht großen Applaus nach sich.

Wiedersehensfreude am Bierstand

Im Anschluss an die darauf folgende Darbietung der Polen gibt es eine Pause und Zeit für Wiedersehensfreude am Bierstand. In Hüten werden Spenden eingesammelt, unter anderen von einem blonden Jungen – die Mutter ist Witzenhäuserin, der Vater Lette. Kennengelernt haben sich die Eltern bei der Europäischen Jugendwoche. Dann fährt unter großem Jubel ein Bus auf dem Markplatz vor: Die Gruppe aus Weißrussland ist eingetroffen.

13000 Jugendliche sind seit der ersten Jugendwoche 1953 auf Burg Ludwigstein zusammengekommen, nur fünfmal mussten seither die Tanz-Vorführungen ausfallen. Motivation war nach dem Krieg, einen Beitrag zur Völkverständigung zu leisten. Mittlerweile gebe es eine Warteliste, wie Göbel erläutert: Vier bis fünf Jahre müssen sich Gruppen gedulden, wenn sie an der „Eurowoche“ teilnehmen wollen. Die Polen seien mittlerweile Freunde geworden – Belege seien Liebschaften und Ehen: „Wir haben ein herzliches und enges Verhältnis.“

Dudelsack und Schottenrock

Während sich die Weißrussen in aller Eile im Rathauskeller umziehen, wird die Bühne von den Schotten geentert: Ein Dudelsack erklingt, der Einzug erfolgt unter der schottischen Fahne. Heimlicher Star der Gruppe ist ein japanischer Tänzer, stilecht gewandet im Schottenrock und augenscheinlich bester Stimmung.

Dann ist das Ensemble aus Minsk dran, und es wird nicht nur getanzt, sondern auch kräftig gesungen. Die Witzenhäuser sind restlos begeistert: ein würdiger Abschluss des Eurowochen-Eröffnungsabends. Das Wetter hat trotz Gewitter-Vorhersage gehalten. Aber auch das hat Tradition – wie so vieles bei den Europäischen Jugendwochen.

Von Eduard Warda

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