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Hann Münden Baukosten steigen auf 8,5 Millionen Euro
Die Region Hann Münden Baukosten steigen auf 8,5 Millionen Euro
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00:22 14.04.2019
Haus der Nationen. Quelle: Niklas Richter
Hann. Münden.

Das Haus der Nationen in Hann. Münden wird teurer als geplant. Um fast sieben Prozent steigen die Kosten auf nun 8,5 Millionen Euro. Das hat der Wirtschaftsausschuss des Landkreises einstimmig gebilligt.

Zu einem Multifunktionsgebäude, das unter anderem Wohnungen für Flüchtlinge, Angebote zur Beschäftigungsförderung und ein Begegnungszentrum verein, baut der Landkreis das ehemalige Vereinskrankenhaus der Dreiflüssestadt um. Bei Abbruch und Rohbau, Elektroinstallationen und Blitzschutz, Bodenbelag und Malerarbeiten musste das Planungskonzept für das Gebäude an der Burkhardtstraße 60 mehrfach dem tatsächlichen Bedarf angepasst werden, führte der Leiter des Fachbereichs Gebäudemanagement, Hartmut Becker, im Ausschuss aus. Die vorhandene Bausubstanz habe in einem so nicht erwarteten Umfang ertüchtigt werden müssen. So hätten die Bauarbeiter unter der Sohlplatte, dem Fundament des Gebäudes, zum Beispiel eine Wasserblase entdeckt. Die entsprechenden Arbeiten seien unabdingbar gewesen.

Architekt soll geschwiegen haben

Der Architekt, so Becker, habe die Verwaltung über die Kostensteigerungen in Höhe von 550 000 Euro nicht informiert. Die Verwaltung sei erst bei der Durchsicht der Rechnungen auf die zusätzlichen Ausgaben gestoßen. Das sorgte im Ausschuss für Entrüstung. Kritik am Architekten äußerten Thorsten Heinze (SPD) und Harald Noack (CDU).

Zentrale Unterkunft für Flüchtlinge

Als zentrale Unterkunft für die Unterbringung von Flüchtlingen will der Landkreis Göttingen das Haus der Nationen in Hann. Münden nutzen. Im Hauptgebäude gibt es 22 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen mit eigener Küche für Familien. Insgesamt 60 Personen können dort leben. Weitere 30 Flüchtlinge, vor allem die Alleinreisenden, kommen im benachbarten Gartenhaus unter. Sie teilen sich eine Gemeinschaftsküche.

Betreiber des Hauses der Nationen ist die Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung Südniedersachsen (GAB), deren alleiniger Gesellschafter der Landkreis Göttingen ist. Sie ist für die Erarbeitung des Nutzungskonzepts verantwortlich.

Doch auch die Verwaltung musste einen Fehler einräumen. Bereits vorhandene Ermächtigungen auf betreffenden Produktkonten im Haushalt aus den Jahren 2016 und 2017 seien nur anteilig auf die Folgejahre übertragen worden, führte Becker aus. Der Grund: Die Verwaltung habe eine Gesetzesänderung, den Wegfall der sogenannten Sammelpostenregelung, nicht beachtet. Das sei bereits Anfang 2018 bekannt gewesen. Trotzdem hätten sie eine Neuveranschlagung im Haushalt 2019 unterlassen. Die Folge sei nun, dass zusätzlich zu den Mehrkosten 310.000 Euro fehlten.

Platz für 90 Flüchtlinge

Der Ausschuss stimmte der Bereitstellung von zusätzlichen 860 000 Euro zu. Damit stellte er sicher, dass die Handwerker für ihre Leistungen fristgerecht ihr Geld bekommen, betonte Becker. Zur Deckung der Mehrausgaben ließen sich Mittel verwenden, die bisher im Haushalt für den Neubau des Verwaltungsgebäudes an der Carl-Zeiss-Straße vorgesehen seien, schlug die Verwaltung vor.

Rund 60 Flüchtlinge finden im Hauptgebäude des neuen Hauses der Nationen Platz, führte Kreisrätin Christel Wemheuer (Grüne) aus. Der Landkreis wolle dort einen Teil der mehr als 100 Flüchtlinge unterbringen, die derzeit in der Unterkunft in Wollershausen bei Gieboldehausen lebten. Es handelte sich vor allem um Familien. In Hann. Münden gebe es zudem ein Gartenhaus, wo weitere 30 Flüchtlinge unterkommen könnten. Dort lebten derzeit 16 Menschen.

Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung Südniedersachsen

Im Haupthaus hat zudem die Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung Südniedersachsen (GAB) ihren Sitz. Ein Begegnungszentrum und ein inklusives Bistro, die auch den Bewohnern des angrenzenden Stadtteils Neumünden zur Verfügung steht, sind geplant. Offen ist noch, wie der sogenannte Kopfbau des ehemaligen Krankenhauses genutzt wird.

Von Michael Caspar

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