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Hann Münden Drei Mitarbeiter der Stadt Hann.Münden wegen fahrlässiger Tötung angeklagt
Die Region Hann Münden Drei Mitarbeiter der Stadt Hann.Münden wegen fahrlässiger Tötung angeklagt
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19:53 28.08.2019
Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat Anklage gegen Mitarbeiter der Stadt Hann. Münden erhoben. Quelle: dpa
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Göttingen / Hann. Münden

Ein Brand mit tödlichen Folgen in einem Mehrfamilienhaus in Hann.Münden hat jetzt für mehrere Bedienstete der dortigen Stadtverwaltung ein strafrechtliches Nachspiel.

Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat den Leiter des Fachdienstes, der für die städtischen Gebäude zuständig ist, sowie zwei Sachbearbeiterinnen aus der Abteilung wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Bei dem Feuer im März 2017 waren in dem als Obdachlosenunterkunft genutzten städtischen Gebäude zwei 38 und 76 Jahre alte Frauen schwer verletzt worden. Die 38-Jährige erlag später ihren schweren Brandverletzungen. Nach dem Brand stellte sich heraus, dass in dem Hauskeine Rauchmelder installiert waren, obwohl dies bereits seit dem 1. Januar 2016 gesetzlich vorgeschrieben ist.

Die Strafverfolgungsbehörde wirft den städtischen Mitarbeitern vor, dieser gesetzlichen Verpflichtung nicht nachgekommen zu sein, obwohl sie hierfür zuständig gewesen seien. Aufgrund dieses Versäumnisses sei die Frau nicht durch Rauchmelder geweckt wurden, so dass sie schwerste Brandverletzungen erlitt, an denen sie später verstarb.

Feuer kurz vor Mitternacht ausgebrochen

Das Feuer war damals um kurz vor Mitternacht in einer Wohnung in der ersten Etage ausgebrochen. Ursache war nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine brennende Kerze in einem Schlafraum. Zwei beherzten Nachbarn gelang es, mit einer Leiter eine 76-jährige Frau durch ein Fenster zu retten und auch noch die Wohnungstür zu öffnen, um die 38-jährige Mieterin aus der bereits brennenden Wohnung zu holen. Die 38-Jährige kam zunächst in eine Klinik nach Göttingen und wurde dann in die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) verlegt, wo sie knapp drei Wochen später verstarb.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Zuge ihrer Ermittlungen auch ein Sachverständigengutachten in Auftrag gegeben. Dieses kam zu dem Ergebnis, dass der Tod der Frau mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hätte vermieden werden können, wenn in dem Gebäude die vorgeschriebenen Rauchmelder ordnungsgemäß installiert worden wären.

Rauchwarnmelder vorgeschrieben

Die Niedersächsische Bauordnung schreibt vor, dass in Wohnungen alle Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben müssen. Die Rauchmelder müssen so angebracht sein, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird. Verantwortlich für den Einbau ist der Eigentümer des Gebäudes, in dem betreffenden Fall war dies die Stadt Hann.Münden. Bei Neu- und Umbauten ist der Einbau von Rauchmeldern bereits seit November 2012 vorgeschrieben, für bereits bestehende Wohnungen galt eine Nachrüstfrist bis zum 31. Dezember 2015. Die Stadt Hann.Münden ließ nicht nur diese Frist verstreichen, sondern hatte auch mehr als ein Jahr später immer noch keine Rauchmelder in dem Haus einbauen lassen.

Von Heidi Niemann

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