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Hann Münden Fliegenalarm im Hann. Mündener Hagelturm
Die Region Hann Münden Fliegenalarm im Hann. Mündener Hagelturm
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00:16 27.04.2016
Von Michael Caspar
Schon im letzten Jahr wurde der Hagelturm in Hann. Münden von Millionen Fliegen heimgesucht. Quelle: Archiv
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Hann. Münden

Museum und Turm gehören zu den touristischen Attraktionen der Dreiflüssestadt, aber die verschuldete Kommune kann nicht sofort Hilfe leisten, betonte Wegener im Rat der Stadt. Weil Hann. Münden keinen genehmigten Haushalt hat, sind außerplanmäßige Ausgaben mit dem Rechnungsprüfungsamt abzustimmen. Wegener gab sich aber optimistisch. Es sei „Gefahr im Verzug“. Bekämpfe die Stadt die Fliegen nicht, drohe eine explosionsartige Vermehrung der Insekten wie im Herbst vergangenen Jahres.

Nur von kurzer Dauer

„Damals konnten Besucher im Turm kaum atmen, so viele Fliegen schwirrten dort herum“, berichtet Karin Gille-Linne, die Vorsitzende des Museumsvereins. Damals engagierte die Stadt, die für den Unterhalt des Turms verantwortlich ist, den Schädlingsbekämpfer Andreas Vollack aus Reinhardshagen, der den Tieren mit Gas zu Leibe rückte. Anschließend reinigten die Vereinsmitglieder den Turm gründlich von Insektenkadavern und dem Kot der Tiere.

Nachdem ein paar Monate Ruhe herrschte, hat sich die Population erholt. Nur wenige Tage nach Frühjahrsputz, lagen die 164 Stufen des fast 40 Meter hohen Turms wieder voll mit toten Fliegen. Unter der Glaskuppel, wo es schön warm ist, tummeln sich die quicklebendigen, nur zwei Millimeter kleinen Fluginsekten. Sie wissen die warmen Temperaturen, die dort herrschen, zu schätzen.

Weitere Insekten könnten folgen

Eine Begehung des Turms mit Rainer Cohrs von der Stadt und Schädlingsbekämpfer Pollack ergab, dass diesmal eine gründliche Reinigung des mittelalterlichen Turms ansteht. Es muss eine erneute Begasung erfolgen und Lampen aufstellen, die neu eindringende Tiere fangen. Tut die Stadt nichts, werden die toten Fliegen aasfressende Insekten wie den Speckkäfer anziehen. Weil er sich über alles organisches Material hermacht, ist bei Museumsbetreibern gefürchtet.

Eine Herausforderung gibt es: In einem der Turmfenster nistet der Wanderfalke. Das luftdurchlässige Holzfenster muss zusätzlich abgedichtet werden, damit der Vogel nicht zu Schaden kommt.