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Hann Münden Gut leben mit gutem Appetit
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18:43 24.08.2017
Raphael Chouviat mit seiner Tochter Melissa verkaufen Nougat-Sorten. Quelle: Arne Bänsch
Hann. Münden

Farbenprächtige Macarons – Makronen aus Eischnee - , Seife und Lavendel aus Marseille – es riecht sommerlich auf „le marché francais“. Freunde des Herzhaften werden sich an den Käse- und Fleischständen umsehen und bekommen vielleicht von der Käsedame den Scha(t)zi-Käse angepriesen: Chebris wird aus Schafs- und Ziegenmilch hergestellt.

„Wir haben die Originale“, sagt Horst Brauner, der den französischen Markt seit 13 Jahren organisiert. In deutschen Supermärkten finde man häufig nur mildere „Deutschland-Editionen“ der typischen Käse, viele Sorten gebe es gar nicht im Angebot. Besonders sei, dass die meisten Käsesorten aus Rohmilch hergestellt werden – in Deutschland eine Seltenheit.

Des weiteren gibt es Oliven und Honig aus der Provence, weichen Honignougat aus Montélimar, luftgetrocknete Würste, Pasteten und Terrinen zu erstehen. Für den akuten Hunger ist der Crêpe-Stand da, der auch die herzhafte Variante, die Galettes anbietet.

Gut leben mit gutem Appetit

Die Betreiber der Marktstände sind fast das ganze Jahr im Einsatz, bis die Weihnachtsmärkte für eine Pause sorgen. Auf die Fahrt und den Aufbau des Marktes am Mittwoch folgen drei Markttage, dann der Abbau und die Rückfahrt. Montag und Dienstag sind Wochenende in der französischen Heimat. Dann wird der frische Warennachschub in die nächste deutsche Stadt gebracht.

Überwiegend steuert die Delikatessen-Kolonne Städte „südlich des Weißwurst-Äquators“ an, wie Brauner sagt. Dort seien viele Menschen offener für „die Dinge des guten Lebens“. Auch sie begegnet einem also unter Umständen auf dem Französischen Markt: Die Frage nach dem guten Leben, über die sich schon Denker der Antike die Köpfe zerbrochen haben. Brauner beantwortet sie ganz pragmatisch, jeden Tag beim Essen: „Gutes Essen hat mit dem guten Leben zu tun. Aber vor allem heißt gutes Leben in Frankreich, sich Zeit zu nehmen“, findet Brauner.

Ein kleines Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft

Er selbst steht diese Woche hinter dem Wein- und Crément-Stand. Immer wieder kommt er in fließendem Französisch mit den anderen Verkäufern ins Gespräch. Um die Beziehungen der Nachbarländer habe er sich schon immer gekümmert, meint der Politologe. „Vor 50 Jahren sprach man noch von der Erbfeindschaft und glaubte, dass Frankreich und Deutschland garnichts anderes als Gegner sein könnten“, erzählt er. Dass es heute auf keiner Seite mehr Pläne für den Kriegsfall gebe, sei eine Errungenschaft. Einen Weg, um dies zu bewahren, sieht er in der engen wirtschaftlichen Verzahnung, die die deutsch-französischen Beziehungen heute präge: „Dadurch kann man gar nicht mehr anders, als kooperieren.“

In Göttingen kann man den kulinarischen Aspekt dieser Beziehungen Mitte November probieren, wenn der französische Markt sich wieder einmal nördlich des Weißwurst-Äquators niederlässt.

Von Katharina Meyer

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