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Hann Münden Zerstörte Hochspannungsleitung führt zu Produktionsausfällen
Die Region Hann Münden Zerstörte Hochspannungsleitung führt zu Produktionsausfällen
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00:18 24.01.2018
Bergung und Sicherung: Der vom Wintersturm „Friederike“ zerstörte Mast der Hochspannungsleitung wird zerlegt. Die Arbeiten erfolgten auch am Wochenende im Wald bei Bonaforth und werden fortgesetzt. Quelle: Swen Pförtner
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Hann. Münden

Der Wintersturm „Friederike“ am Donnerstag hat einen Mast der Hochspannungsleitung im Wald bei Bonaforth zerstört. Der Schaden verursachte in Hann. Münden einen Stromausfall von dem einige Industriebetriebe noch bis Sonnabend betroffen waren. Bei der Firma Weser Metall Umformtechnik kam es zu Produktionsausfällen.

52 Stunden war bei dem Zulieferer von Auto- und Elektrogeräteherstellern Weser Metall Umformtechnik (WMU) die Produktion unmöglich. „Die Bänder stehen still“, sagte Prokurist Avni Mehmeti am Sonnabendmittag zur Lage in den meisten Produktionsbereichen. Um die Produktionsausfälle zu verringern, habe man Notstromaggregate über eine Berliner Firma geordert und aus Kassel, Hannover und den Niederlanden erhalten. Dabei handelt es sich um stromerzeugende Aggregate in Containergröße, die rund um das Firmengebäude in Gimte aufgebaut wurden. Weitere Aggregate und Gerätschaften kamen vom Technischen Hilfswerk . Das habe, so Geschäftsführer Jörg Wittling, mit außerordentlichem Einsatz große Hilfe geleistet.

Namhafte Automobilhersteller

„Das mussten wir alles selbst organisieren“, klagt Mehmeti über mangelnde Unterstützung von Stromversorgern und Stadt. Der Ausfall der Produktion werde einen Verlust zur Folge haben , der sich auf einen hohen sechsstelligen Betrag belaufen könne. Das Unternehmen, das 600 Mitarbeiter inklusive Leiharbeiter beschäftigt, sei als Zulieferer abhängig von den Auftraggebern. Das sind überwiegend namhafte Automobilhersteller. Ein Stillstand der WMU-Produktion, so Wittling am Sonntag, kann auch bei den Auftraggebern zu Produktionsausfällen führen

Die Produktion bei WMU läuft in einigen Bereichen an allen Wochentagen. Einige Anlagen konnten mit der Notstromversorgung in der Nacht zu Sonnabend wieder starten. Seit Sonntag läuft die Produktion, wenn auch über Notstrom, wieder.

Ausfälle mehrerer Systeme

Zu den Problemen der WMU, aber auch der Firmen Benary, Conti Mgw, Haendler und Natermann, erklärte am Sonntag Marc Pfütz, Kaufmännischer Leiter der Versorgungsbetriebe Hann. Münden (VHM), dass in enger Absprache mit den Unternehmen die notwendigen Maßnahmen erfolgt seien. Der zerstörte Strommast des Netzbetreibers Avacon habe zu Schäden oder Ausfällen mehrerer Systeme geführt. Seit Sonnabendmittag sei die Stromversorgung zu 90 Prozent wieder hergestellt. Die Unternehmen sollten dann „sukzessive zugeschaltet“ werden.

Bei WMU sind weiterhin fünf Notstrom-Container im Einsatz: „Dafür kaufen wir alle 26 Stunden 27 000 Liter Heizöl“, erklärt Mehmeti. Sein Kollege Wittling fügt den Imageschaden bei den Kunden und Ausfallkosten hinzu. Die Branche, so Wittling und Mehmeti, arbeite mit knappen Lieferzeiten und unter hohem Kostendruck. Beide können nicht nachvollziehen, dass die Kosten und Nachteile durch den Stromausfall von den mittelständischen Unternehmen allein getragen werden sollen, weil es sich um „höhere Gewalt“ handelt, wie in einem Gespräch bei WMU am Sonnabend die Energieversorger argumentierten.

Aufräumarbeiten im Wald bei Bonaforth

Nach Angaben von Pfütz werden die Aufräum- und Sicherungsarbeiten im Wald bei Bonaforth in der Nähe der Alten Kasseler Landstraße von Mitarbeitern und mit Baugerät der Versorgungsbetriebe und der Stadt unterstützt. Die alte Leitung müsse gesichert werden, zwei Portale seien aufzustellen.

Um den Mast abzubauen und Platz für die Sicherungsarbeiten zu schaffen, mussten etwa 100 Bäume gefällt werden und der durchgeweichte Boden mit mehreren Tonnen Sand befestigt werden, berichtete am Sonntag auf Tageblatt-Anfrage Avacon-Sprecherin Michaela Fiedler. „Unsere Leute arbeiten ununterbrochen“, betonte sie.

Mehrere Tage Reparaturzeit

Der „immense Sturm“ habe den Schaden herbeigeführt. Der betroffene Eckmast sei bei den turnusgemäßen Überfliegungen zur Prüfung nicht zu beanstanden gewesen: „Es ist eine Ausnahmesituation. Wir haben alles getan, um den Schaden nun so schnell wie möglich zu beheben“. Die Reparatur werde mehrere Tage dauern. Nach Angaben von Fiedler sind die betroffenen Betriebe „erstmal weitestgehend zufrieden“.

Die VHM erhalten den Strom als regionaler Energieversorger von der EAM-Tochtergesellschaft Energienetz Mitte. Mit dieser und Netzbetreiber Avacon werde zu klären sein, welche „technisch sinnvollen Lösungen nötig sind und wie in Zukunft zu verfahren ist in solch einer Situation“, sagt VHM-Sprecher Pfütz.

Allianz der Unternehmen

Die WMU-Chefs setzen auf eine Allianz der Unternehmen und wollen erreichen, dass so ein Ausfall über die Dauer nicht wieder passiert. Mit entsprechender Ausstattung der Umspannwerke mit Notstromaggregaten ist das nach ihren Angaben möglich – und dann auf Kosten der Energieversorger.

Der Wintersturm „Friederike“ hat am 18. Januar auch einen Mast der überregionalen Hochspannungsleitung zerstört. Der Schaden führte zu Stromausfällen in Hann. Münden, die auch verschiedene Betriebe betrafen: Bei WMU kam die Produktion deswegen zum Stillstand.

Von Angela Brünjes

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