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Hann Münden Fünf Paketbotenohne Arbeitserlaubnis
Die Region Hann Münden Fünf Paketbotenohne Arbeitserlaubnis
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21:08 26.02.2020
Fünf Ukrainer ohne Arbeitserlaubnis hat der Zoll bei Hann. Münden aufgegriffen. Quelle: dpa
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Hann.Münden

Bei einer Kontrolle hat der Zoll jetzt fünf illegale Paketboten in der Nähe von Hann. Münden aufgegriffen. Alle fünf stammen aus der Ukraine und haben alle für dasselbe Unternehmen gearbeitet.

Bei der Kontrolle stoppten die Beamten nach Angaben des Zolls ein Fahrzeug, um den Fahrer nach seinem Arbeitsverhältnis zu befragen. Die Kontrolle habe sich jedoch schwierig gestaltet, da weder der Fahrer noch der Beifahrer deutsch oder englisch sprachen. Erst einem russischsprachigen Zöllner konnten die beiden Ukrainer laut Mitteilung des Zolls erklären, dass sie mit mehreren ihrer Landsleute für ein Subunternehmen des Paketdienstes arbeiten würden und auch in der Nähe untergebracht seien. Daraufhin seien zwei weitere Transporter des Unternehmens in der Region mit dem gleichen Kontrollergebnis gestoppt wurden: ukrainische Fahrer ohne gültige Arbeitserlaubnis. Noch vor Ort sei gegen sie ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des illegalen Aufenthalts eingeleitet worden.

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Autoschlüssel und Bargeld gefunden

Die Männer gaben an, dass es sich bei ihrer Arbeit um ein unentgeltliches Praktikum handele, und sie die Unterlagen in ihrer Gemeinschaftsunterkunft haben. Deshalb wurde in Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Göttingen die Unterkunft auf richterliche Weisung sofort durchsucht, teilt der Zoll mit. Außer auf die sprachlichen Barriere stieß man bei der Durchsuchung auf eine tatsächliche: Für ein verschlossenes Zimmer wollte keiner der vier Ukrainer einen Schlüssel haben. Erst als die hinzugerufene Feuerwehr sich daranmachte, die Tür gewaltsam zu öffnen, schloss ein weiterer Ukrainer die Tür von innen auf. Bei ihm seien nicht nur die Arbeitskleidung des Paketdienstes und entsprechende Autoschlüssel, sondern auch eine größere Menge Bargeld gefunden worden.

„Der Zoll hält täglich mehrere hundert Pakete an - meistens wegen des illegalen Inhalts, diesmal wegen der illegalen Auslieferung“, erklärt Pressesprecher Andreas Löhde vom Hauptzollamt Braunschweig den Fall.

Ermittelt werde aber nicht nur gegen die fünf Paketboten: dem Arbeitgeber drohen Verfahren wegen des Verdachts der illegalen Beschäftigung von Ausländern, des Einschleusens von Ausländern verschiedene andere Bußgeldverfahren mit einer Geldbuße bis zu fünfhunderttausend Euro.Und auch der Paketdienst, der das Subunternehmen beauftragt hat, kann seit dem 23. November 2019 auf Grund der Nachunternehmerhaftung belangt werden.

Von Vera Wölk

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