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Hann Münden Schnelleres Internet für Hann. Münden?
Die Region Hann Münden Schnelleres Internet für Hann. Münden?
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06:00 23.05.2019
Das Göttinger Unternehmen Goetel will noch in diesem Jahr ein Glasfasernetz von Bovenden bis Hann. Münden verlegen.
Das Göttinger Unternehmen Goetel will noch in diesem Jahr ein Glasfasernetz von Bovenden bis Hann. Münden verlegen. Quelle: dpa
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Hann. Münden

Schnelleres Streamen, stabilere Downloads und zukunftssichere Technik: Der Göttinger Telefon- und Internetanbieter Götel verlegt ein Glasfasernetz in der Region. In einigen Ortschaften hat der Ausbau schon begonnen. Nun haben die Hann. Mündener die Möglichkeit, sich für das Projekt zu qualifizieren.

Vier Orte können sich bei Götel für den Ausbau anmelden. „In Mielenhausen ist ganz schlechtes Internet“, sagt der Mündener Wirtschaftsförderer Tobias Vogeley. „Da kommen nur drei bis fünf Mbit pro Sekunde an.“ Die Mielenhäuser haben sich bereits mehrheitlich für den Glasfaserausbau mit 1000 Mbit pro Sekunde entschieden.

„Glasfaseranschluss wertet Immobilien auf“

Gimte, Volkmarshausen und Hemeln können nun nachziehen. Nach den Auftaktveranstaltungen bleiben den Hausbesitzern wenige Wochen, um sich für einen Vertrag bei Götel zu entscheiden. Mindestens 60 Prozent der Bürger eines Ortes müssen sich dazu bereiterklären, damit der Anbieter Glasfaser legt.

„Der Glasfaseranschluss wertet Immobilien auf“, sagt Vogeley. Die Hausbesitzer könnten mit wenig Geld den Wert ihres Gebäudes steigern. „Günstiger als jetzt werden die Bürger nicht mehr an so einen Anschluss kommen.“ Das sei vor allem für kommende Generationen wichtig.

Glasfaser so wichtig wie Gas, Strom, Wasser

„Es ist ein Riesenvorteil, wenn man Streamingdienste nutzt“, erklärt Mario Stickfort von Götel. Auch für Berufstätige, die von zu Hause arbeiten, für Hausbesitzer, die eine Smart-Home-Anlage installiert haben, und für Schüler sei schnelles Internet wichtig. „Schüler werden heute nicht mehr gefragt, ob sie Internet haben“, meint er. „Das wird vorausgesetzt.“

Der Anbieter Götel will die Glasfasern bis direkt an die Wohnhäuser verlegen. Quelle: dpa

Der Glasfaserausbau sei gleichzusetzen mit Gas, Strom oder Wasser. Das sei auch ausgebaut worden, um es auf dem neusten Stand zu halten, sagt Stickfort: „Es geht darum, zukunftssicher zu sein. Diese Technik ist in den nächsten Jahrzehnten sicher.“ Das Internet gehöre heutzutage einfach dazu.

Hausbesitzer tragen selbst die Kosten

„Deswegen unterstützen der Bürgermeister und die Stadtverwaltung Götel“, berichtet Vogeley. Dennoch werden keine Fördermittel gestellt. Die Kosten für einen Vertrag bei Götel tragen die Hausbesitzer. Sie können sich dabei zwischen verschiedenen Angeboten entscheiden, für die jeweils einmalig zwischen 199 und 499 Euro Baukostenzuschuss anfallen.

Die Webseite des Göttinger Tageblatts sei mit dem neuen Glasfasernetz in weniger als einer Sekunde geladen, sagt Stickfort. Stelle man sich einen USB-Stick mit vier Gigabyte vor, so würde er mit der Schnelligkeit von 1000 Mbit/s innerhalb von 32 Sekunden komplett geladen sein. „Es geht aber nicht nur um Geschwindigkeit“, stellt er klar, „sondern auch um Stabilität.“

Glasfaserausbau noch in diesem Jahr

In Gimte seien die Bürger bereits jetzt nicht schlecht versorgt, meint dagegen der Ortsbürgermeister Peter Katzwinkel (SPD). Der Ort ist bisher von einem anderen Anbieter mit Glasfaser versorgt worden. Allerdings nicht bis direkt zu den Wohnhäusern.

Diese sind mit Kupferleitungen ans Netz angeschlossen, die nach Vogeleys Angaben die Geschwindigkeit des Internets dämpfen. Auch die Volkmarshäuser Ortsbürgermeisterin Gudrun Surup (SPD) schätzt das Internet in ihrem Ort aber bislang für ausreichend ein. „Wer weiß, was in sechs oder sieben Jahren ist“, meint Katzwinkel. „Man muss ein bisschen in die Zukunft schauen.“

Wenn sich genug Hausbesitzer für das Projekt entscheiden, will Götel noch in diesem Jahr das Glasfasernetz so weit wie möglich ausbauen. „Das ist ein sportlicher Zeitplan“, sagt Stickfort. „Aber wir sind guten Mutes. Die Tiefbauer stehen schon bereit.“

Die Auftaktveranstaltung in Gimte und Volkmarshausen startet am Donnerstag, 23. Mai, um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Volkmarshausen, Gimter Kirchweg 30. Danach bleibt den Hausbesitzern bis 30. Juni, um sich für einen Vertrag zu entscheiden.

Von Norma Jean Levin