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Hann Münden Investor plant auf C. F. Schröder-Gelände Einzelhandel
Die Region Hann Münden Investor plant auf C. F. Schröder-Gelände Einzelhandel
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16:00 20.11.2017
Quelle: GT
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Hann. Münden

„Es wäre kontraproduktiv, zum jetzigen Zeitpunkt bereits über Details zur Nachnutzung des 3,4 Hektar großen Geländes an der Bundesstraße 3 zu diskutierten“, meint Siegfried Pflum, der in der Mündener Stadtverwaltung den Fachdienst Stadtplanung leitet. Das Projekt im Stadtteil Neumünden sei „zu komplex“ für „ein schnelles Urteil“. Die Stadt wolle mit ihrer zurückhaltenden Informationspolitik „Polarisierungen“ vermeiden.

„Uns liegt ein Nutzungskonzept vor, das der Projektentwickler des Investors erarbeitet hat“, berichtet Pflum. Ein Büro habe im Auftrag der Stadt die Auswirkungen auf die Innenstadt, die Nahversorgungszentren im Stadtgebiet sowie auf Nachbarkommunen analysieren lassen. Zudem sei ein „Nachtrag“ zu dem im September 2016 vom Rat der Stadt beschlossenen Einzelhandelskonzept erstellt worden.

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Verwaltung prüft Zulässigkeit

„Aufgrund der Größe des Vorhabens müssen wir prüfen, ob es mit der Raumordnung des Landes im Einklang steht“, erläutert Pflum. Stellungnahmen der Industrie- und Handelskammer sowie des Landkreises seien in den vergangenen zwei Wochen eingegangen. Nun untersuche die Verwaltung, ob das Konzept des Projektentwicklers aus fachlicher und juristischer Sicht zulässig sei. Der Einzelhandelsbeirat der Stadt und die Gilde würden konsultiert. Erst auf der Basis dieser Abwägungen sollte dann die politische Diskussion erfolgen. Am Ende entscheide der Rat.

„Die Stadt Hann. Münden treibt das Projekt unter Ausschluss der Öffentlichkeit voran“

„Die Stadt Hann. Münden treibt das Projekt unter Ausschluss der Öffentlichkeit voran“, ärgert sich Annette Röhrl-Müller, Mitgesellschafterin der Hoppe + Röhrl GmbH. Dem Unternehmen gehört die Immobilie, in dem der Gimter Hit-Markt untergebracht ist. Ihr Wunsch, so Röhrl-Müller, die Immobilie um einen Elektronikmarkt zu erweitern, sei von der Stadt mit Blick auf das C. F. Schröder-Projekt zurückgewiesen worden.

Nach Darstellung von Röhrl-Müller, die Einblick in die Unterlagen nehmen konnte und die deren Nochvollziehbarkeit von der Kölner BBE Handelsberatung prüfen ließ, wolle Investor Rothenberger auf der Industriebrache ein Nachversorgungszentrum errichten. Dieses, so Röhrl-Müller, umfasse ein großes Lebensmittelgeschäft und mehrere Fachmärkte mit innenstadtrelevantem Sortiment. Die von der Stadt in Auftrag gegebene Auswirkungsanalyse halte eine Gesamtverkaufsfläche von 9350 Quadratmetern für zulässig, was der Verkaufsfläche der Innenstadt entspreche.

„Das wäre das Todesurteil für den Handel in der Stadt“, meint Andreas Sadowsky, Vorstandsmitglied der Gilde und Filialleiter des Sport-Treffs an der Burgstraße. Er fürchte, dass SPD und CDU das Projekt – ähnlich wie die Tourismusabgabe in diesem Jahr – gegen den Widerstand des Einzelhandels beschließen würden. Die Gilde wolle ihre Mitglieder informieren. Sadowsky: „Viele sind sich nicht bewusst, was da geplant wird.“

Von Michael Caspar

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