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Hann Münden Kein Einzelhandel auf „C.F. Schröder“-Gelände in Hann. Münden
Die Region Hann Münden Kein Einzelhandel auf „C.F. Schröder“-Gelände in Hann. Münden
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19:41 19.01.2018
Zukunft ungewiss: Ein Archivbild der Schleifmittelfabrik C. F. Schröder.
Zukunft ungewiss: Ein Archivbild der Schleifmittelfabrik C. F. Schröder. Quelle: r
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Hann. Münden

Die Pläne sind gescheitert: Auf dem Gelände der ehemaligen Schleifmittelfabrik C.F. Schröder wird kein Einzelhandel angesiedelt. Dies teilte die Stadtverwaltung Hann. Münden am Freitag mit. Das Projekt würde die Altstadt als zentralen Versorgungsbereich gefährden, heißt es in der Mitteilung.

Die Projektentwickler wollten im Hann. Mündener Stadtteil Neumünden ein Einkaufszentrum mit 7000 Quadratmetern Verkaufsfläche bauen. Sie waren der Überzeugung, dass dies in einem verträglichen Miteinander mit den Geschäften in der Altstadt möglich sei. Die Abstimmung mit den Raumordnungsbehörden habe aber ergeben, dass die Pläne nicht in die vorhandene Raumordnung passen.

Der Grund hierfür sei, dass das Einzugsgebiet des geplanten Einkaufszentrums über Neumünden und Hann. Münden hinausgehe. Dadurch werde nach Ansicht der Raumordnungsbehörden die Altstadt als zentraler Versorgungsbereich infrage gestellt. Für die bestehenden Nahversorger wäre mit teils erheblichen Umsatzeinbußen zurechnen gewesen. Deshalb müssten Projektentwickler ihre Konzepte in das bestehende Raumnutzungskonzept einarbeiten.

Die Pläne, auf dem Gelände von C.F. Schröder Einzelhandel anzusiedeln, waren zuvor heftig diskutiert worden. Insbesondere bei den Mitgliedern der Mündener Gilde waren sie auf Ablehnung gestoßen. Diese befürchtete – ebenso wie die Raumordnungsbehörde – eine Schwächung der Innenstadt. Außerdem wurde von den Gildenmitgliedern eine unzureichende Informationspolitik der Stadtverwaltung beklagt. Für die Gildenmitglieder wäre das Projekt ein „Todesurteil für den Handel in der Stadt“ gewesen. Für Unmut habe vor allem die von der Stadt als zulässig angesehene Gesamtverkaufsfläche von mehr als 9350 Quadratmetern gesorgt. Diese entspräche der Verkaufsfläche der Innenstadt.

„Wir begrüßen die Entscheidung, auf dem Gelände keinen Einzelhandel anzusiedeln“, sagte Gilden-Vorstandsmitglied Andreas Sadowsky. Die jetzt von den Raumordnungsbehörden geäußerten Bedenken seien die, die von der Gilde bereits bei Bekanntwerden der Pläne vorgebracht worden seien. „Die Händler in der Innenstadt werden erleichtert sein, denn hier gab es durchaus auch Existenzängste“, betonte Sadowsky. Er gibt aber zu bedenken, dass die Händler jetzt gemeinsam nach Lösungen suchen müssen, um die Innenstadt für Besucher wieder attraktiv zu machen. „Wir können nicht davon ausgehen, dass nur, weil das Projekt jetzt nicht umgesetzt werden kann, damit die bestehenden Probleme im Mündener Einzelhandel gelöst sind“, sagte der Sport-Treff Inhaber.

Auf diesen Aspekt weist auch die Stadtverwaltung in ihrer Mitteilung hin. Aus städtischer Sicht müssten die Händler mit dem Stadtmarketing und der Wirtschaftsförderung Konzepte zur Stärkung der Altstadt erarbeiten. Diese sollten dazu führen, dass die Kunden wieder nach Hann. Münden zurückgeholt werden.

Von Vera Wölk

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