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Hann Münden Hann. Münden: Lutheraner müssen sich von Gemeindehäusern trennen
Die Region Hann Münden Hann. Münden: Lutheraner müssen sich von Gemeindehäusern trennen
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15:11 28.11.2019
Das Corvinushaus der Mündener Stadtgemeinde wird saniert. Quelle: Caspar
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Hann. Münden

Verkaufen, umnutzen, kleiner neu bauen: Angesichts rückläufiger Mitgliederzahlen hat sich der Kirchenkreistag Hann. Münden am Donnerstag mit der Zukunft der Gemeindehäuser befasst.

Von 24 850 auf 21 000 Lutheraner ist die Zahl der Mitglieder im Kirchenkreis Hann. Münden in den vergangenen zehn Jahren gesunken. Das hat Folgen für den Gebäudebestand. Er muss an den verringerten Bedarf angepasst werden, fordert die Landeskirche Hannover. Einen Sachstandsbericht zum Gebäudebedarfsplan für die Gemeindehäuser, der zur Zeit erstellt wird, lieferte am Donnerstag Peter Friele vom Kirchenkreisamt Göttingen-Hann. Münden. Er sprach vor dem Kirchenkreistag, der sich neu konstituiert hat.

Bewertung anhand eines Kriterienkatalogs

15 Gemeindehäuser und sieben Pfarrhäuser, die von der Gemeinde mitgenutzt werden, gibt es im Kirchenkreis Hann. Münden, der von Hemeln und Dransfeld bis Staufenberg reicht. Nach einem Kriterienkatalog, auf den sich der Kirchenkreistag im Mai 2018 einigte, haben die beiden Gebäudemanager des Kirchenkreisamts, Robert Philippi und Birte Magotsch, alle Gebäude bewertet. Sie erfassten den baulichen und energetischen Zustand, die Nutzungsbedingungen und die räumliche Integration. Außerdem bestimmten sie den Raumbedarf gemäß Mitgliederzahl sowie die Auslastung.

Regionalkonferenzen zum Thema

Es fanden drei Regionalkonferenzen zum Thema statt: im Untergericht (Dankelshausen-Scheden, Hemeln-Bursfelde, Niemetal-Bühren, Trinitatis), in Hann. Münden (Gimte-Hilwartshausen, Hedemünden-Oberode, Stadtkirche, Wiershausen-Lippoldshausen) und Obergericht (Benterode, Escherode-Nieste, Landwehrhagen, Lutterberg, Speele, Uschlag).

Corvinushaus wird saniert

„Die Stadtgemeinde Hann, Münden hat bereits gehandelt“, so Friele. Sie saniert das Corvinushaus, das an der Ziegelstraße 16 neben dem Alten Rathaus steht. Im Gegenzug wollen die Mündener Lutheraner ihr kleines Gemeindehaus am Feuerteich 17 a hinter der Superintendentur aufgeben. In Gimte wird über einen Verkauf des Gemeindehauses diskutiert, das dann durch einen kleineren Neubau ersetzt werden könnte.

Das Gemeindehaus der Mündener Lutheraner Am Feuerteich soll aufgegeben werden. Quelle: Caspar

Arbeitsgemeinschaft Gebäudemanagement

Die Ergebnisse der Bestandserfassung und der Regionalkonferenzen sollen von der Arbeitsgemeinschaft Gebäudemanagement des Kirchenkreistags zusammengefasst werden. Es werden dabei vordringliche Maßnahmen festgelegt, die die einzelnen Kirchengemeinden bis 2022 umsetzen sollen. Außerdem schlägt der Gebäudebedarfsplan erforderliche Maßnahmen vor. Sie müssten bis 2027 abgeschlossen sein. Von da an zahlt der Kirchenkreis nur noch sogenannte Bauergänzungsmittel für Gebäudenflächen, die die Landeskirche für angemessen hält.

Mit dem Plan befassen sich im weiteren Verlauf der Perspektivausschuss und weitere Ausschüsse. Einen Beschluss fasst im ersten Halbjahr 2020 der Kirchenkreistag, der im kommenden Jahr in Kirchenkreissynode umbenannt wird.

Kirchenkreis übernimmt Superintendentur

Einen Gebäudebedarfsplan gibt es bereits für die elf Pfarrhäuser des Kirchenkreises. Die Superintendentur, in dem der Superintendent, der Vorsteher des Kirchenkreises, wohnt, soll der Kirchenkreis übernehmen. Die Gemeinde muss dann nicht mehr für die Unterhaltung des Gebäudes aufkommen. Das ist derzeit der Fall, weil der Superintendent neben seiner Leitungsfunktion auch als Pfarrer der Stadtgemeinde tätig ist.

Die Pfarrhäuser in Scheden und Dankelshausen werden verkauft, sobald dort der Pfarrer auszieht. Derzeit gibt es eine Superintendenten- und zehn Pfarrstellen im Kirchenkreis Münden. Der Kirchenkreistag schrieb den Gebäudebedarfsplan, an dessen Inhalt sich nichts wesentliches geändert hat, fort.

Bedarfsplan für die Kirchen

„Seit vergangenem Jahr arbeiten wir am Gebäudebedarfsplan für die 34 Kirchen und Kapellen des Kirchenkreises Hann. Münden“, berichtete Peter Friele dem Kirchenkreistag. Dort fielen in der Vergangenheit schon Entscheidungen. So wurde aus der Mündener Aegiedienkirche 2006 ein Café. 2018 verkauften die Lutheraner die Matthäuskirche in Hermannshagen. Im Untergeschoss befinden sich nun Büros. Der Kirchenraum, aus dem Altar und Taufbecken entfernt wurden, soll als Antiquariat und Ausstellungsfläche dienen. „Die Aufgabe von Kirchen sorgt oft für Diskussionen“, weiß Friele. Die Gebäude, in denen Taufen und Konfirmationen, Hochzeiten und Trauerfeiern stattgefunden hätten, seien „emotional“ besetzt. Zudem prägten Kirchen und Kapellen in der Regel das Bild der Städte und Dörfer. Eventuell ließen sich Winterkirchen einbauen. Solche abgetrennten Bereiche könnten im Winter kostengünstiger beheizt werden als die ganze Kirche. Zudem ließen sie sich multifunktional nutzen. In Kerstlingerode im Kirchenkreis Göttingen solle die Winterkirche so gestaltet werden, dass sie das Gemeindehaus überflüssig mache.

Von Michael Caspar

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