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Hann Münden Stadtentwässerung investiert 2,85 Millionen Euro
Die Region Hann Münden Stadtentwässerung investiert 2,85 Millionen Euro
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14:43 30.11.2016
Von Michael Caspar
Das Klärwerk in Hedemünden.
Das Klärwerk in Hedemünden. Quelle: Wenzel
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Hedemünden

„Das vor 50 Jahre am Pfuhlweg errichtete Klärwerk ist überlastet gewesen“, sagt Spiegler. Für 5000 sogenannte Einwohnergleichwerte sei es ausgelegt gewesen. Nun reiche es für 7000 Einwohnergleichwerte: die Bewohner von Hedemünden und Oberrode sowie des Gewerbegebiets an der Autobahn.

Noch in gutem Zustand

„Neu ist die Sandfang- und Rechenanlage“, führt der Betriebsleiter aus. Ein Schwerlastkran hat sie im Frühjahr durch das offene Dach des neuen Maschinengebäudes gehoben. Dort stehen in einem Nebenraum die beiden Kompressoren, die Luft in das biologische Klärbecken pumpen.

„Das Becken selbst stammt aus den Jahren 1972/73, ist aber noch in gutem Zustand“, erläutert Spiegler. So blieb es erhalten. Das integrierte Nachklärbecken wurde jedoch entfernt. Eine neue Dosieranlage fügt dem Abwasser Eisen- und Aluminiumsalze bei, um Phosphate auszufällen und Fadenbakterien zu bekämpfen.

„Während des Baus des neuen Nachklärbecken mussten wir das Grundwasser abpumpen, damit die Baugrube nicht voll lief“, sagt der Betriebsleiter. In diesem Becken setzt sich Schlamm ab, der in einen Lagerturm gepumpt wird. Er muss ein- bis zweimal im Jahr geleert werden.

Stadtentwässerung

Die Stadtentwässerung Hann. Münden, die seit dem Frühjahr von Joachim Spiegler geleitet wird, betreibt neben dem Klärwerk in Hedemünden noch die Zentralkläranlage in der Dreiflüssestadt. Sie wurde vor einigen Jahren saniert und auf eine Kapazität von 37.000 Einwohnergleichwerten erweitert. Außerdem gehören zwei kleine Kläranlagen in Bursfelde und in Glashütte zum Unternehmen, die jeweils auf 100 Einwohnergleichwerte ausgelegt sind. Die Stadtentwässerung beschäftigt 18 Mitarbeiter.

Neu ist zudem das Betriebsgebäude mit dem Labor. Dort untersucht eine Fachkraft für Abwassertechnik, die halbtags im Klärwerk tätig ist, Wasserproben. Im Gebäude befindet sich außerdem die Steuer- und Regelungsanlage. Der Abriss des alten Betriebsgebäudes erfolgt im Frühjahr zusammen mit der Neugestaltung der Außenanlagen.

Während der Sanierung lief der Betrieb des Klärwerks weiter. „Wir nutzten die alten Becken aus der Zeit vor 1970“, berichtet der Betriebsleiter. Zeitweise, insbesondere im Herbst, sei so viel Abwasser angefallen, dass sie zwei-, dreimal in der Woche einen Teil hätten abpumpen und in Tankwagen zur Zentralkläranlage nach Hann. Münden fahren müssen.

Der Betriebsausschuss befasst sich am Donnerstag um 15 Uhr bei den Versorgungsbetrieben Hann. Münden, Werraweg 24, mit der Erweiterung der Kläranlage, dem Haushalt der Stadtentwässerung für das kommende Jahr sowie dem Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Städtische Beteiligungen.