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Hann Münden Ministerpräsident Weil besucht Hann. Münden
Die Region Hann Münden Ministerpräsident Weil besucht Hann. Münden
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11:46 18.08.2019
Auf der Aussichtsplattform des Hagelturms bei bester Laune (v.l.): Gerd Hujahn, Gudrun Surup, Harald Wegener (leicht verdeckt) und Stephan Weil. Quelle: Markus Riese
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Hann. Münden

Anlässlich des 150-jährigen Bestehens des SPD-Ortsvereins Hann. Münden und des 100. Geburtstages der Arbeiterwohlfahrt (Awo) hat der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Sonnabend, 17. August, die Drei-Flüsse-Stadt besucht.

Turm bald wieder öffentlich zugänglich

Im derzeit noch nicht wieder öffentlich zugänglichen „Museum der Arbeit“, das der örtliche Arbeitergeschichtsverein momentan für eine Wiedereröffnung im Jahr 2020 restauriert und vorbereitet, hat sich Weil zunächst die historische Bedeutung des Gebäudes erläutern lassen.

Der Ministerpräsident hat am 17. August die Drei-Flüsse-Stadt besucht.

Nach der Besteigung des sogenannten „Hagelturms“ erklärte Experte Stefan Schäfer, was es eigentlich damit auf sich hat: „In der Gießkammer oben im Turm schüttete der Gießmeister flüssiges Blei durch ein Sieb, dann prasselten die kugelrunden Bleitropfen 40 Meter in die Tiefe. Die erkalteten und ausgehärteten Bleikugeln schlugen auf die Wasseroberfläche im Auffangbottich auf – das klang wie Hagel, deshalb die Bezeichnung Hagelturm“, veranschaulichte Schäfer.

Jagdschrot aus Hann. Münden bis 1980

Eigentlich handele es sich um den Fährenpfortenturm, der einst zu den Wehrtürmen der mittelalterlichen Stadtmauer gehörte. Als die Firma Haendler & Natermann diesen erworben hatte, musste sie ihn um zwölf Meter erhöhen. „Jeder Schrotturm braucht eine Fallhöhe von mindestens 40 Metern“, so Schäfer weiter. Zwischen 1848 und 1980 sei im Hagelturm dann Jagdschrot hergestellt worden.

„Einzigartiges Industriedenkmal“

Der Ministerpräsident zeigte sich auf der Aussichtsplattform des Turms nicht nur von den Blicken auf Hann. Münden beeindruckt, sondern auch von der ambitionierten Arbeit des Vereins für das „in Europa wohl einzigartige Industriedenkmal“, wie Schäfer es beschrieb. „Uns fehlt noch ein bisschen Geld“, warb Karin Gille-Linne im Hinblick auf die angestrebte Wiedereröffnung indirekt um finanzielle Unterstützung vom Land. „Mir war sehr wichtig, dass wir den Auftakt zu unseren Feierlichkeiten genau hier, im Museum der Arbeit, begehen, schon wegen der großen historischen Bedeutung“, so die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Gudrun Surup.

Fridays for Future“ als Zwischenstation

Bevor Weil zusammen mit Bürgermeister Harald Wegener (Bürgerforum Hann. Münden), dem Landtagsabgeordneten Gerd Hujahn (SPD) und Mitgliedern des SPD-Ortsvereins zu einem historisch orientierten Spaziergang durch die Stadt aufbrechen konnte, der an die ersten Demonstrationen des jungen Arbeitervereins erinnern sollte, stand der Ministerpräsident noch sechs jungen Vertretern der „Fridays for Future“-Bewegung Rede und Antwort. Auf die Frage, wie er selbst das Klima schütze, antwortete Weil: „Ich gebe mir Mühe, möglichst viel Bahn zu fahren.“ Grundsätzlich empfinde er die Bewegung als „gutes Beispiel dafür, dass Demokratie funktioniert“, so Weil. Zudem sei sie ihm „sehr sympathisch“, wie er betonte: „Wenn ich in eurem Alter wäre, wäre ich wahrscheinlich auch dabei“, bemerkte der Ministerpräsident.

Mittags Weil, abends Oppermann

Beim Spaziergang durch die Lange Straße verteilte Weil Rosen an Passantinnen und Café-Besucherinnen, aber auch an Verkäuferinnen in den Geschäften. Nach einem Besuch des Awo-Familienfestes auf dem Kirchplatz reiste er wieder ab – und verpasste somit am Abend die Feierstunde im „Ochsenkopf“. Politische Prominenz fehlte dort aber ebenfalls nicht: Mit Thomas Oppermann (SPD) war der Vizepräsident des Deutschen Bundestages nach Hann. Münden gekommen – und referierte über „150 Jahre SPD – eine Partei mit Zukunft“. Für den geschichtlichen Abriss über den Ortsverein zeichnete am Abend erneut Stefan Schäfer verantwortlich.

Dass die beiden Jubiläen in Hann. Münden für den Weil-Besuch miteinander kombiniert wurden, war indes kein Zufall: „So konnten wir anschaulich darstellen, wie verbunden die SPD mit der Awo und dem Arbeitergeschichtsverein heute noch ist“, fasste Surup zusammen.

„Wo ich auch hinkomme, die Awo ist schon da“

Bei seinem Besuch in Hann. Münden nahm sich Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) auch Zeit für ein Grußwort bei Familienfest der Arbeiterwohlfahrt (Awo), die auf dem Kirchplatz ihr 100-jähriges Bestehen feierte. „Wo ich auch hinkomme, die Awo ist schon da – mit einer Riesenbandbreite an Hilfsleistungen“, lobte Weil. Das Engagement könne nicht hoch genug gelobt werden – und es könne andernorts auch als Vorbild dienen: „Wir brauchen Leute, die sich nicht nur um das eigene Wohl kümmern“, sagte der Ministerpräsident. In Hann. Münden hatte die Awo zum runden Geburtstag einen Familientag organisiert – mit Bühnenprogramm (Kinderlieder, Trommelaktion, Hip Hop), Rollrutsche, Hüpfburg, Glücksrad sowie diversen Aktions-, Informations- und Imbisständen. Neben dem Kreisverband und dem Bezirksverband der Awo beteiligten sich als Gäste der Förderverein Mündener Altstadt, der örtliche Moscheeverein und die Schutz- und Fördergemeinschaft Tillyschanze am Familienfest.

Von Markus Riese

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