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Hann Münden Hann. Münden kleidet 5500 Thüringer Polizisten neu ein
Die Region Hann Münden Hann. Münden kleidet 5500 Thüringer Polizisten neu ein
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00:21 28.03.2019
Im Logistik Zentrum Niedersachsen (LZN) fand die Vertragsunterzeichnung zur Kooperation mit der Polizei des Freistaates Thüringen statt. Hier werden auch die Uniformen gelagert. Quelle: Christina Hinzmann / GT
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Hann. Münden

Die Thüringer Landespolizei bezieht ihre Uniformen künftig aus dem südlichen Zipfel Niedersachsens – vom Logistik Zentrum Niedersachsen (LZN) in Hann. Münden. Dessen Geschäftsführer Frank Hintze und Michael Schulze, Polizeiabteilungsleiter im Thüringer Innenministerium, haben am Montag die Durchführungsvereinbarung besiegelt. Zuvor hatten bereits die Innenminister beider Bundesländer ein Verwaltungsabkommen unterzeichnet.

In Nordverbund eingeschert

Das Outfit der Landespolizei in Thüringen wird kantiger, die Mützen eckiger, das Blau der Uniformen dunkler. Damit schert der Freistaat in den sogenannten Nordverbund ein, zu dem bereits Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Hamburg gehören. Ein gemeinsames Grunddesign und „Paris Blue“ als Grundfarbe sorgen für ein einheitliches Erscheinungsbild im Streifendienst. Hoheits- und Dienstgrad-Abzeichen könnten über Klettverschlüsse gewechselt werden, sagt Sabrina Helwig vom LZN. Seit 2016 statte das LZN auch Polizei und Justiz in Bayern mit einer eigenen Linie aus, beliefere jetzt mehr als 110 000 Beamten.

Uniformen für 5500 Beamte

Mit einer symbolischen Bestellorder für die ersten Dienstgradabzeichen schaltete Schulze den Webshop für den Freistaat frei. Ab Oktober werden zunächst die Polizeianwärter die neuen Uniformen tragen, zu denen auch Cargo-Hosen gehören, in den kommenden zwei Jahren sollen dann sukzessive alle etwa 5500 Pflichtuniformträger der vergleichsweise kleinen Thüringer Landespolizei umgekleidet werden. Jeder Beamte bekomme ein Buchgeld-Budget, über das er Uniformteile und Ersatz bestellen könne, so Schulze.

Ab Oktober wird die Thüringer Polizei aus Hann. Münden mit Uniformen versorgt.

Bestellprobleme in Thüringen

Als Hauptgrund für die Umstellung nennt Schulze Lieferschwierigkeiten. Die Zahl der Bestellungen habe nicht ausgereicht, Firmen seien aus bestehenden Verträgen ausgestiegen und hätten dafür Konventionalstrafen in Kauf genommen. Alternativen seien sondiert worden, am Ende sei man beim LZN gelandet. Das Logistikzentrum in Hann. Münden biete auch Vorteile bei der Lagerhaltung, das als Uniformlager dienende Gebäude in Erfurt sei marode. Das LZN beschäftige zwar Bekleidungsingenieure, habe aber keine eigene Schneiderei, teilt Helwig mit. Uniform-Aufträge würden über technische Leistungsbeschreibungen ausgeschrieben – je nach Auftragswert europa- oder weltweit.

Akzeptanz durch Fernsehserien

Mit dem Schwarzblau der neuen Uniformen, das Nähe zu „schwarzen Sheriffs“ suggerieren könne, habe man zunächst gehadert, sich dann aber doch mit der „schicken und funktionalen Uniform für den Streifendienst“ angefreundet, sagt Schulze. Die dunkelblauen Hemden hätten auch den Vorteil, dass man Schmutzränder nicht sieht, merkt er am Rande an. Rainer Hosak, der sich im Thüringer Innenministerium seit 30 Jahren mit Dienstkleidung befasst und sowohl die Auflösung der Volkspolizei als auch 2007 den Farbwechsel von Grün auf Blau begleitet hat, weist auf einen weiteren Stimmungsumschwung in den Köpfen hin. Die achteckige Schirmmütze, die die Polizisten künftig auf dem Kopf tragen, sei 2007 von den Betroffenen noch mit großer Mehrheit abgelehnt worden. Das habe sich komplett gedreht. Die neuen Uniformen und Mützen seien den Beamten via Showroom vorgestellt worden, im Innenausschuss des Landtages habe es eine Modenschau gegeben, berichtet Schulze. Mehr als 70 Prozent der Uniformträger hätten für die kantige Mütze votiert. Das führt er auch auf eine Gewöhnung an die Nordverbund-Uniformen durch TV-Krimis zurück. „Wir statten auch Großstadtrevier-Darsteller Jan Fedder aus“, ergänzt Hintze.

Polizei-Uniformen im Wandel

Die „Grüne Minna“ ist Geschichte, die Uniformen haben fadenscheinige Vielfalt schon lange hinter sich gelassen, die europäische Polizeifarbe Blau hat sich durchgesetzt. Bis 1976 war die Polizeiuniform blau und grau, dann moosgrün und beige. Die Wende zur blauen Periode kam mit dem umstrittenen Hamburger Politiker Ronald Schill. 2008 stieg Niedersachsen auf die neue blaue Uniform um, die vom Designer Luigi Colani („Polizisten dienen der Menschheit und halten Tag für Tag ihre Knochen hin – die haben ein anständiges Outfit verdient“) für die Hamburger Polizei entworfen wurde, Thüringen orientierte sich an der blauen Uniform der hessischen Polizei. ku

Wegen zunehmender Bestellprobleme rechnet Hintze nach Thüringen mit weiteren Interessenten für das LZN. Im August soll dort der Spatenstich für eine neue Logistikhalle erfolgen.

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